Hecklingen l Wer die Ausbeute der Jäger kennt, wenn sie ihren Frühjahrsputz im Revier durchführen, weiß um viele unschöne Dinge, die dann zusammenkommen: Kühlschränke, Autoreifen, Dachpappe und viel anderer Unrat muss eingesammelt werden, den andere illegal in der Natur abgeladen haben. In Groß Börnecke ist Kurt Glockmann vom Hegering jetzt wieder in seinem Jagdrevier von einer Waschmaschine überrascht worden. „Sie kann an Ort und Stelle gegen eine geringe Strafe wieder abgeholt werden“, klingt schwarzer Humor in seinen Worten mit. Er ärgert sich über die Unvernunft der Leute, die so handeln. Zumal eine Entsorgung auf Wertstoffhöfen in vielen Fällen kostenfrei wäre.

In Hecklingen hat Landwirt Heinrich Hoffmann mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Regelmäßig sieht er neue hässliche Abfallhaufen. Meist liegen sie am Ackerrand der Wege, die er zu seinen Feldern fährt. Von zerrissenen Kleidersäcken, einer zerlegten Schrankwand und Brettern bis hin zu zig Autoreifen ist alles dabei.

Rundgänge in den Abendstunden

Kopfschüttelnd bleibt Jägern und Landwirten oftmals nichts anderes übrig, als den Unrat zu melden, damit er entsorgt wird. Im Hecklinger Rathaus ist das Problem bekannt.

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„Wir nehmen Hinweise dankbar auf und leiten sie weiter an das Umweltamt der Landkreisverwaltung“, erklärt die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Hecklingen Marion Strecker, dass der Landkreis dann ebenfalls vor Ort sei, auch um zu ermitteln, wer der Verursacher des Schadens sei. Im Nachgang werde der Kreiswirtschaftsbetrieb informiert und dort kümmere man sich um die Entsorgung, dass der Müll abgefahren werde.

Darauf angesprochen, ob das illegale Abkippen von Müll in der vergangenen Zeit zugenommen hat, muss die Leiterin des Ordnungsamtes mit trauriger Gewissheit sagen, dass das so ist. Vor allem in den vergangenen zwei Jahren sei eine Zunahme der Taten zu verzeichnen. In Hecklingen sind seit Februar 19 Müllberg-Meldungen von der Stadt an den Landkreis weitergegeben worden.

Abfall im Naturschutzgebiet

Überall im gesamten Ort und auf den Feldern in allen Richtungen waren die Umweltsünder zu Gange: Ob am Europaradweg R1, Am Vorwerk oder im Langetal. Selbst vor dem Naturschutzgebiet Weinbergsgrund wurde nicht Halt gemacht.

Was denken Sie, was die Gründe sind? Mit dieser Frage konfrontiert, kann die Amtsleiterin nur Mutmaßungen anstellen.

Möglicherweise scheuen einige Leute Kosten, die mit der Entsorgung verbunden sind. Vielleicht stecke Bequemlichkeit dahinter.

Verschärfte Streifen

Wobei Strecker ebenso wie die Jäger weiß, dass viele Dinge auch ganz legal ohne zusätzliche Kosten, entweder im Hausmüll oder auf Wertstoffhöfen, etwa in Staßfurt, entsorgt werden können. Dabei wird in der Stadt Hecklingen seit Februar verschärft Streife gelaufen.

Ein seitdem neu eingestellter Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes ist auch dafür zuständig zu schauen, wo Müllsünder zu Gange waren und Meldungen vorzunehmen. Er ist ganztägig in den Orten unterwegs, um nach Ordnung und Sicherheit zu schauen.

Seine Arbeitszeit soll ab September auch in die Abendstunden verlagert werden. Außerdem ist vorgesehen, dass er regelmäßig zusammen mit den Regionalbereichsbeamten der Polizei draußen sein wird. „Wir haben noch nicht festgelegt, wann und wie, aber das wird auf jeden Fall stattfinden“, kündigte Marion Strecker an.

Abholung

In Hecklingen hatte es in der Vergangenheit auch Beschwerden gegeben, weil der gemeldete Müll in der Feldflur nicht zeitnah abgeholt wurde und lange liegen blieb. Die Volksstimme hatte in der vergangenen Woche dazu berichtet, dass das auch in Staßfurt Thema ist. Die Verwaltung teilte im Sicherheitsbeirat mit, dass das mit einem langen Verfahrensweg zu tun haben kann. Die Stadt müsse der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis den Müll anzeigen. Das Amt wiederum beauftragt nach eigener Begutachtung den Kreiswirtschaftsbetrieb mit der Reinigung.

Das solle innerhalb von vier Wochen passieren, beschrieb eine Fachdienstleiterin ein vereinbartes Ziel. Allerdings dauere die Beräumung durch den Landkreis oft länger, hieß es.

Das bestätigte auch Ralf Felgenträger. Der Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebes erklärte letzte Woche, dass der Betrieb nicht wegen jedem Müllberg einzeln rausfahren kann.

Vielmehr gebe es für das dafür nötigen speziellen Lkw einen Tourenplan in dem Regionen zusammengefasst werden.

In den Orten ist die Stadt zuständig

Wird Müll wild in der Feldflur außerhalb der Orte in der Gemarkung der Stadt abgeladen, wie beschrieben, kümmert sich der Landkreis um die Entsorgung.

In der Stadt und in den Orten ist die Verwaltung zuständig. In Hecklingen werde dann der zuständige Stadtbauebtrieb mit der Entsorgung beauftragt, in den Orten setze man die Mitarbeiter der Bauhöfe in Kenntnis, teilte die Amtsleiterin der Verwaltung mit.