Staßfurt l Die Leitung der Ciech Soda Deutschland mit Sitz in Staßfurt gibt jetzt einen konkreten Termin zum Baustart bekannt. Das neue Salzwerk soll ab Mai/Juni 2019 am Butterweckerweg, gegenüber vom Sodawerk, entstehen.

Salzwerk rückt näher

„Wir haben bereits Einzelaufträge vergeben“, erklärt ein Sprecher des Staßfurter Unternehmens gegenüber der Volksstimme. Weitere Gewerke, die während des Baus später folgen, seien in Ausschreibung. Zunächst wird es an die Vorbereitung des Baugrunds und an Tiefbauarbeiten gehen. „Der Bauantrag ist derzeit in Bearbeitung“, so der Sprecher über die behördlichen Verfahren.

Der polnische Ciech-Konzern investiert rund 109 Millionen Euro in das neue Salzwerk in Staßfurt, davon fördert das Land Sachsen-Anhalt 11,2 Millionen Euro.

Im Herbst 2018 war als Baustart für das neue Salzwerk noch grob das „Frühjahr 2019“ angegeben worden. Zur Vorbereitung des Neubaus auf dem Acker fanden geologische Untersuchungen statt, unter anderem über Bohrungen. Das Landesamt für Geologie und Bergwesen und weitere Behörden hatten die Voruntersuchungen begleitet.

Der Staßfurter Stadtrat hatte im Oktober 2018 dem Bauvorhaben zugestimmt, indem er die Bebauungspläne absegnete. Stadtverwaltung und Unternehmen haben auch einen städtebaulichen Vertrag geschlossen. Dieser regelt vor allem, dass die Ciech Soda als Investor die meisten Planungskosten übernimmt und wegen des Eingriffs in die Natur als Ausgleich zum Beispiel neue Bäume pflanzen muss für Flächen, die versiegelt werden.

Ende 2020 sollen die ersten Erzeugnisse das neue Salzwerk verlassen. Das werden Siedesalzprodukte für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie oder Salztabletten zur Aufbereitung von Trinkwasser sein.

Ihre Aktivitäten in Sachen Personalsuche will die Unternehmensleitung in auf das neue Salzwerk demnächst „verstärken“, hieß es auf die Frage, wie der Stand sei. „Wir bekommen bereits jetzt relativ viele Initiativbewerbungen für das neue Salzwerk“, erklärte die Leitung der Ciech Soda Deutschland.

Natronproduktion verdoppeln

Aktuell nimmt das Sodawerk auch eine neue Natronanlage in Betrieb. Die Produktionsanlage für Natriumbicarbonat (auch „Natron“) wurde inklusive neuer Lagerhalle 2018 neu auf dem Gelände des Sodawerks errichtet. In diese Anlage investiert das Unternehmen 25 Millionen Euro. Die jährliche Produktionsmenge von 56.000 Tonnen Natron kann mit der Inbetriebnahme der neuen Anlage verdoppelt werden. Die Natronproduktion soll gleichzeitig effizienter und hochwertiger werden. Natron wird in der Lebensmittelherstellung verwendet, etwa in Backpulver oder Fertigkuchen, in der Futterherstellung oder in der Pharmaindustrie als Bestandteil von Arzneimitteln.

Mit einer weiteren Investition ist die Ciech Soda in Staßfurt vor kurzem fertig geworden. Die Bauarbeiten zu einer neuen Lärmschutzwand zum Athenslebener Weg hin für 250 000 Euro sind beendet. Sie ist Teil eines Konzepts zum Lärmschutz, zu dem zum Beispiel auch Anpflanzungen neuer Bäume in Werksnähe gehören. In Sachen Anwohnerschutz findet auch in diesem Monat wieder eines der Treffen zwischen Werkleitung und den „Nachbarn“ in den umliegenden Straßen statt.

Auch ein riesiger Kran war vor einigen Tagen am Sodawerk zu sehen. Der Bereich am Athenslebener Weg musste zwei Tage lang gesperrt werden. Dabei wurde ein tonnenschweres Ersatzteil für einen Kompressor in das Werk gehoben, was zur routinemäßigen Instandhaltung gehört.

Weniger Rohstoffe, mehr Produktion

Sorgen, dass mit einer Erhöhung der Produktion auch eine Erhöhung der Abwassermengen einhergehe, wurden im Ortschaftsrat Förderstedt laut. Dort erklärte ein Sprecher des Unternehmens, dass die Erhöhung der Produktionsmengen nicht die Erhöhung des Abwassers bedeute. Um auf dem Markt mit mehreren Anbietern in der Branche konkurrenzfähig zu bleiben, müsse man immer und generell „effizienter werden“, so der Sprecher.

Das Unternehmen müsse in Zukunft weniger Rohstoff und Ressourcen verbrauchen und mehr produzieren. Der Trend gehe weltweit zur Optimierung und Energieeinsparung.

Steigere man die Effizienz der Produktion nicht langfristig, müsse man irgendwann „zumachen“, weil „der Marktdruck so hoch ist“, so der Sprecher weiter. Im Sodawerk steigen die Energiekosten wie in allen anderen Firmen und Privathaushalten auch. „Strom und Gas müssen erzeugt, Brennstoffe müssen gekauft, Kunden müssen beliefert werden“, so der Sprecher. Um den Mitarbeitern mehr Lohn zahlen zu können, müsse mehr Gewinn gemacht werden.