Egeln l „Das Abwasserentsorgungssystem ist für ein unwetter nicht ausgelegt. Solche Wassermassen wie in Westeregeln, wo es 120 Liter pro Quadratmeter gegeben hatte, kann kein System verkraften“, sagte Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Stöhr (UWGE) in der jüngsten Ratssitzung am Donnerstagabend in Egeln.

In Egeln, wo besonders die Magdeburger Straße betroffen war, hatte es am Donnerstagvormittag auf Drängen von Anwohner Peter Hattwig ein Treffen der Verantwortlichen vor Ort gegeben. Daran hatten neben Stöhr, Egelns Bürgermeister Reinhard Luckner (UWGE), Bauamtsleiter Sascha Josuns, der Geschäftsführer des Wasser- und Abwasserzweckverbandes (WAZV) „Bode-Wipper“, Andreas Beyer, sowie Sven Mayerhofer, der Projektleiter des privaten Betreibers WTE Betriebsgesellschaft Gänsefurth teilgenommen.

Ihnen zeigten Peter Hattwig und dessen Frau Ingrid wie hoch das Regenwasser und die Fäkalien aus dem Kanalnetz auf ihrem Grundstück in dieser Sackgasse an jenem Tag gestanden hatten. „Es hätte nicht mehr viel gefehlt und die Brühe wäre in unser Haus reingelaufen“, sagte der besorgte Senior.

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„Wir haben dort geeignete Lösungen besprochen“, sagte Stöhr am Freitag im Volksstimme-Gespräch. „Um das Wasser dort ableiten zu können, sind wir auf die Mithilfe eines privaten Grundstücksbesitzers angewiesen. Er müsste gestatten, dass eine Regenwasserleitung über sein Grundstück verlegt wird. Das ist die einzige Möglichkeit“, fügte der Verbandsgemeinde-Bürgermeister hinzu.

Wasser sammelt sich

In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass sich das Grundstück der Familie Hattwig am tiefsten Punkt in der Sackgasse befinde. Dort sammle sich das Wasser bei so einem Unwetter wie am 13. Juni. Die Anlieger im oberen Teil der Magdeburger Straße leiten ihr Regenwasser auf die Straße, weil der dort vorhandene Mischwasserkanal mit einem Durchmesser von 25 Zentimeter viel zu klein sei, um die gesamten Wassermassen aufnehmen zu können. Deshalb müsste eine neue Regenwasserleitung von oben bis zur alten Bode gelegt werden, teilte Stöhr mit. „Dann müssten sich die anderen Anlieger anschließen und ihr Niederschlagswasser einleiten, wenn sie es nicht anderweitig versickern lassen können“, sagte der Verbandsgemeinde-Bürgermeister der Volkssstimme.

„Wir sind am Donnerstag so verblieben, dass wir mit dem privaten Grundstücksbesitzer das Gespräch führen, wenn er aus dem Urlaub zurück ist“, so Stöhr. An diesem Treffen sollen neben dem Verbandsgemeinde-Bürgermeister auch Bürgermeister Luckner, der Bauamtsleiter und ein Vertreter des WAZV teilnehmen. Wenn der Besitzer seine Zustimmung gebe, müsse das Ganze noch finanziert werden, woran sich die Stadt Egeln beteiligen müsse, gab Stöhr zu bedenken.

„Wir warten erst einmal ab“, bewertete Peter Hattwig gestern den Vororttermin. Er und seine Frau Ingrid hoffen, dass es nicht wieder fünf Jahre dauert, bis sich die Verantwortlichen rühren, sondern, dass es zu einer schnellen Lösung kommt.

Der Senior hatte sich in der Stadtratssitzung am vergangenen Donnerstagabend in Egeln Luft verschafft. „Das Problem ist seit 2005 bekannt. Jetzt ist das Maß voll. Ich erwarte und verlange eine Ortsbesichtigung“, hatte Hattwig betont. Stöhr hatte ihn daraufhin einen Vorort-Termin zugesichert und Wort gehalten.