Egeln l Der Verkauf des rund 7500 Quadratmeter großen Geländes in der Lindenstraße 7 in Egeln, das dem Salzlandkreis gehört und über eine Bruttogrundfläche von zirka 4124 Quadratmeter verfügt, soll in der nächsten Kreistagssitzung am 13. September beraten und beschlossen werden. Das teilte die Sprecherin der Landkreisverwaltung, Alexandra Koch, auf Anfrage der Staßfurter Volksstimme mit.

Die Landkreisverwaltung hatte die Immobilie zunächst öffentlich ausgeschrieben. Das Mindestgebot wurde mit 65.000 Euro angegeben. Bis zur vereinbarten Frist am 15. Februar war ein Angebot eingegangen, welches jedoch kurzfristig zurückgezogen wurde. Daraufhin bot der Kreis dem Innenministerium das Objekt als Bildungsstätte für die Fachhochschule der Polizei in Aschersleben an, die über enorme Raumprobleme klagte. Bis heute liegt dazu in Bernburg jedoch noch keine Rückantwort vor.

Inzwischen hatten in der Kreisverwaltung zwei weitere Investoren aus Magdeburg und aus Egeln Interesse an einer Besichtigung angemeldet, danach zog sich das Egelner Unternehmen wieder zurück, so dass nur noch der Investor aus der Landeshauptstadt im Rennen ist. Er hat der Kreisverwaltung angeboten, die Immobilie zum Preis von 35.000 Euro zu erwerben.

Er favorisiert in seinem Angebot zwei Varianten. Dabei handelt es sich einmal um eine geplante Wiederbelebung des Standortes für eine oder mehrere private Bildungseinrichtungen sowie um den Umbau des Gebäudes für Zwecke der Alten- und Pflegebetreuung.

Räte sind für Verkauf

In der Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses des Kreistages am vergangenen Montag in Bernburg befassten sich die Kreistagsmitglieder erstmals mit der Materie. Der vorliegenden Beschlussvorlage zufolge sollten sie dem Kreistag den Verkauf des im Jahr 1925 erbauten ehemaligen Gymnasiums Egeln wie es liegt und steht einschließlich einer Turnhalle für 35.000 Euro an den Magdeburger Investor empfehlen.

„Der Salzlandkreis benötigt die Liegenschaft nicht zur Erfüllung seiner Verwaltungsaufgaben“, heißt es in der Stellungnahme der Kreisverwaltung dazu.

Im Ergebnis der Ausschreibung sei einzuschätzen, dass auf Grund der Größe, Beschaffenheit und Lage der Liegenschaft eine Veräußerung zum Mindestgebot in Höhe von 65.000 Euro nicht zu erzielen sei. Das Kaufangebot des Magdeburger Investors spiegele den Marktwert wider. Bei einem weiteren Leerstand sei in absehbarer Zeit mit einem steigenden Wertverlust zu rechnen, so die Kreisverwaltung. Dem Salzlandkreis entstünden für die Versicherung, Objektsicherung, Bewirtschaftung und Unterhaltung der ungenutzten Immobilie jährliche Kosten von 8000 Euro. Die Veräußerung zu den genannten Bedingungen wird in der Vorlage als die wirtschaftlichste Lösung für den Salzlandkreis bezeichnet. Das sieht die Mehrheit des Haushalts- und Finanzausschusses anders und lehnte einen Beschluss mit vier Nein-Stimmen bei fünf Enthaltungen ab.

Nach Volksstimme-Informationen wurde das mit dem zu geringen Kaufpreis und dem unkonkreten Nachnutzungskonzept des Investors begründet. Jetzt haben die Kreistagsmitglieder in dieser Angelegenheit das Sagen.