Staßfurt/Güsten l Angenehm fährt es sich auf der zweispurigen Straße. Die bisherige Bundesstraße 6 ist nun also eine Autobahn. Aber: kaum Verkehr – wie bisher. Ist die A36 vielleicht noch nicht bekannt und mehr Verkehr doch bald absehbar?

„Eine Zunahme ist punktuell vorstellbar – wenn es mal wieder klemmt auf der A2“, betrachtet Uwe Langkammer die Verkehrsentwicklung nach Aufstufung dieser Trasse eher nüchtern. Der Präsident der LSBB weiß aus Erfahrung während der Zeit der B-6n-Fertigstellung: „Je mehr Abschnitte fertig geworden sind, umso deutlicher wurde die Zunahme des Verkehrs – kontinuierlich. Und so eine Entwicklung hängt auch davon ab, wie schnell die A36 in die Navigeräte findet.“ Fakt sei, dass sie als Teil der nationalen und internationalen Verkehrswegenetze von ihrer technischen Leistungsgrenze weit entfernt ist.

Mehr Touristen anlocken

Die „Aufstufung“, wie der Wechsel der Trasse in eine höhere Kategorie amtlich bezeichnet wird, sei auf ein regionales Bestreben hin nun verwirklicht worden, kommt Langkammer nochmal auf den Ursprung für die Änderung zu sprechen. Dafür seien die „Harzgeister“ verantwortlich. „Die Bundesstraße 6 war noch gar nicht fertig, da versprachen sich Landrat und Bürgermeister von Wernigerode mit einer Autobahn eine höhere touristische Reflexion und eine bessere Ankurbelung der Wirtschaft.“

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Nun habe der Bund nach einem „ewigen Entscheidungsprozess“ die Aufstufung zum 1. Januar 2019 festgelegt. Die Entscheidung für die Autobahn fiel sowohl für den Abschnitt in Sachsen-Anhalt als auch in Niedersachsen. Der Bund habe damit auch deutlich gemacht, dass die Trasse sowohl in Querschnittsgestaltung als auch Linienführung und mit den Anschlussstellen Autobahn-tauglich sei. „Bauliche Veränderungen in größerem Umfang hat der Bund ausgeschlossen“, ergänzt der hiesige Behördenchef. Lediglich mit der Wegweisung für die nationalen und internationalen Straßennetze müsse Rechnung getragen werden. Die bestimme der Bund, bezahle sie aber auch.

Die ersten Hinweise auf die A36 würde es nun schon in Hannover geben als Alternative für die A2, auch für die A14. Das findet Uwe Langkammer „logisch und sinnvoll“. Am Kreuz Bernburg werde dagegen als Fernziel Braunschweig genannt. „Mit den blauen Schildern wird es weniger Platz für kleinere Orte geben“, kündigt er schonmal an auf entsprechende Hinweise aus Anlieger-Kommunen. „Wir haben uns beim Entwurf der Schilderplätze bemüht, alles weitgehend zu belassen. Es gibt aber einige Abstriche. Damit müssen wir einfach leben. Die Anschlussstellen werden alle bleiben.“

Millionenbetrag nötig

Zum zeitlichen Ablauf des Schilderwechsels sagt Langkammer, dass momentan bereits an allen Anschlussstellen (AS) die Zeichen für „Kraftfahrstraße“ gegen das „A“ als stilisierte Richtungsfahrbahnen ausgetauscht sind. Da die Kostenermittlungen für die „einigen 100 Schilder“ und deren Träger noch nicht durch seien, könne er noch keine genauen Kosten nennen. Immerhin sind manche Wegweiser im Raum Wernigerode und Aschersleben auch schon 20 Jahre alt. Zwei Millionen Euro wurden anfangs in den Raum gestellt. „Zu bedenken sind die Baukostensteigerungen in letzter Zeit. Wir gehen von einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag aus, der auf jeden Fall vom Bund getragen wird.“

Wichtiges Thema ist für Anliegerkommunen wie Güsten permanent der Lärmschutz aus Richtung Norden. Uwe Langkammer bemerkt dazu, dass sich bei den Lärmschutzkriterien wie Verkehrsmenge, Topografie, Abstände und Grenzwerte des Immissionsschutzes nichts geändert habe. „Bei ,explosionsartiger‘ Zunahme an Schwerlasttransporten würde sich eine neue Situation ergeben. Aber damit ist nicht zu rechnen. Sollte das wider Erwarten passieren – 2020 steht sowieso eine neue bundesweite Verkehrszählung an.“ Je nachdem wäre dann entsprechend zu reagieren.

Und die Frage nach Hinweistafeln auf Sehenswürdigkeiten der Region tut sich noch auf. Dazu seien der LSBB keine Anträge bekannt. Allerdings könnten die Abstände zwischen den AS im Raum Staßfurt/Güsten zu knapp sein.