Förderstedt l Trotz Tempo 30 und Blitzer vor der Grundschule sollen sich morgens gefährliche Szenen in Förderstedt abspielen: Die Landstraße ist stark befahren. Auch Lkw- und Zubringerverkehr zur Autobahn fließen so dicht, dass Kinder keine Lücke finden, die Straße zu überqueren. Es gibt an der Stelle keinen Fußgängerüberweg und keine Ampel, die den Mädchen und Jungen den Schulweg leichter machen könnten.

Das Problem betrifft die Kinder, die von der anderen Straßenseite aus die Landstraße queren müssen. „Die Kinder kommen einfach nicht über die Straße“, beschreibt Detlev Kiel (SPD) aus dem Ortschaftsrat die Situation. Er selbst hat sich die Lage morgens angesehen und sie zum Thema im Ortschaftsrat vor einigen Wochen gemacht.

Autofahrer hielten nicht freiwillig an, wenn ein Kind am Fahrbahnrand steht und auf die andere Seite will, erklärt Kiel. Was passiert also im schlimmsten Fall? Die Kinder rennen, um eine Lücke zu erhaschen.

Autofahrer halten nicht an

Detlev Kiel machte selbst den Test und nahm ein Kind an die Hand, um es über die Straße zu begleiten. Auch bei ihm als Zwei-Meter-Mann habe es eine Weile gedauert, bis sich ein Autofahrer zum Anhalten erbarmte.

Ortsbürgermeister Peter Rotter (CDU) macht sich ebenso große Sorgen aufgrund der Situation und kann seinem Fraktionskollegen nur zustimmten: „Das ist eine Katastrophe und sehr gefährlich für die Kinder.“ Er stellt die Frage: „Muss denn erst etwas passieren, bevor gehandelt wird?“ Man müsse mit den Behörden ins Gespräch kommen, den Übergang durch Zebrastreifen oder ähnliches sicherer machen.

Auch für Schulleiterin Gabi Lange ist das Problem „seit Jahren Thema“. „Ein Teil der Kinder geht zu Fuß zur Schule und kommt kaum über die Straße“, erklärt sie der Volksstimme auf Nachfrage. „Es hält kein Autofahrer für die Kinder an.“

„Ich bin ganz klar für einen Zebrastreifen oder eine Ampel“, sagt Gabi Lange. Denn Verkehrssicherheit für die Kleinen ist das A und O auf dem Weg zur Schule. Nicht umsonst finden in Förderstedt Projekte zur Verkehrssicherheit wie die Fahrradprüfung für die Kinder statt.

Für Zebrastreifen und anderes wäre die Straßenverkehrsbehörde des Salzlandkreises zuständig. Diese erklärt auf Nachfrage der Volksstimme, dass sie in die Diskussionen bislang nicht einbezogen worden sei. „Keiner der Ortspolitiker hat mit der Straßenbaubehörde des Kreises Kontakt aufgenommen“, informiert die Sprecherin des Salzlandkreises, Marianne Bothe.

Behörde zeigt Gesprächsbereitschaft

Auch die Polizei habe der Behörde keinen Hinweis zu einer besonderen Unfallgefahr gegeben. Um bei dem Thema voranzukommen, reichen also nicht nur Diskussionen im Ortschaftsrat. Konkrete Maßnahmen vor Ort muss die Straßenverkehrsbehörde umsetzen.

Die zeigt sich gesprächsbereit: „Kurzum, wenn der Ortschaftsrat oder der Ortsbürgermeister die Situation vor der Grundschule Förderstedt als besonders gefährlich einschätzt, laden wir ein, sich aktiv an die Kreisverwaltung zu wenden. Unsere Straßenverkehrsbehörde ist jedenfalls offen dafür. Ein Vor-Ort-Termin wäre ein guter Einstieg für weitergehende Überlegungen.“

Wolle man zum Beispiel einen Zebrastreifen an der Straße einrichten, müsse man vor Ort Fragen klären wie: „Wie viele Kinder/Fußgänger queren die Straße tatsächlich? Wie hoch ist das Kraftfahrzeugaufkommen an der Stelle?“ Das alles würde die Straßenverkehrsbehörde prüfen und alle Beteiligten einbeziehen, so Sprecherin Bothe.

Für einen neuen Fußgängerüberweg gelten zum Beispiel „klare Anforderungen“, informiert die Behörde: „Mindestens 50 querende Fußgänger in der Spitzenstunde“ und „im Schnitt 100 bis 150 Fußgänger bei 300 bis 400 Kfz jede Stunde“.