Staßfurt/Rathmannsdorf/Bernburg l Es sah am Dienstag vergangener Woche nicht so aus. Aber natürlich gibt es auch für den A-14-Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Staßfurt und dem Autobahnkreuz Bernburg ein Umleitungskonzept für den Fall der Fälle.

„Das geltende Umleitungskonzept für die Autobahn und den (Extrem-)Fall, wie er leider in der vergangenen Woche bei beidseitiger Vollsperrung eingetreten war, ist mit sogenannten Bedarfsumleitungen zwischen den verschiedenen Straßenbaulastträgern, Straßenverkehrsbehörden und der Polizei abgestimmt“, erklärt Marianne Bothe, Pressesprecherin des Salzlandkreises.

Das sieht für besagten Abschnitt genau so aus: In Fahrtrichtung Halle führt die Bedarfsumleitung „U 16“ über die Landesstraße (L) 73 – L 50 – Strenzfeld – L 50 – B6/B 185 zum Kreuz Bernburg. In Fahrtrichtung Magdeburg verläuft die „U 13“ in Gegenrichtung über die gleichen Straßen.

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„Es kommt zum Glück nicht häufig vor, dass beide Fahrtrichtungen voll gesperrt werden müssen. In diesem Autobahnabschnitt verkehren durchschnittlich täglich 32 837 Kraftfahrzeuge laut Zählung von 2015“, hilft die Landkreissprecherin mit Zahlen, die Ausnahmesituation zu verdeutlichen.

Belastung

So eine Belastung müsse erst einmal vom übrigen Straßennetz aufgenommen werden. „Weil sich Autofahrer mit Navigationssystemen oft auch ihren eigenen Weg suchen, kommt es vor, dass neben den ausgeschilderten Bedarfsumleitungen auch andere Bundes-, Landes-, Kreis- und übrige Straßen genutzt werden.

An besagtem Dienstag hatten auch Polizei beziehungsweise der öffentliche Rundfunk eine andere Umleitungsempfehlung ausgesprochen – aus Richtung Magdeburg über die B 81 – B 180 – BAB 36 zum Kreuz Bernburg.“

Eine ausgeschilderte Bedarfsumleitung im Zuge der A 14 führe jedenfalls nicht durch Rathmannsdorf. „Die Straßen Ilberstedter Straße, Liethe-straße, An der Schule waren am Dienstag jedoch früh überfordert. Die Behörden haben aber entsprechend reagiert“, lässt Marianne Bothe den Tag noch einmal Revue passieren, „Nach einem Hilferuf der Polizei wurde gegen 9 Uhr eine Ampel aufgestellt – bis etwa 14.15 Uhr. Im Laufe des Vormittags wurde die benachbarte Anschlussstelle Ilberstedt im Zuge der A 36, Auf- und Abfahrt in Fahrtrichtung Braunschweig, gesperrt, so dass aus Richtung Ilberstedt nicht mehr viel Verkehr in Rathmannsdorf ankam.“

Dennoch bedeutete das Verkehrschaos nicht nur für Fernfahrer und Berufspendler stundenlang Nerven lassen. Auch die Anlieger besagter Straßen, deren Wohnstube quasi nur mit einer Wand von der Fahrbahn getrennt ist, bangten um ihre Häuser.

Was machen bei Schäden?

Und was passiert eigentlich bei Schäden an Häusern, die durch oben genannten Umleitungsverkehr verursacht wurden, wohin müssen sich Betroffene wenden? Anlieger der erwähnten Knackpunkte in Rathmannsdorf berichteten von bereits mehrfach abgefahrenen Dachrinnen und Schäden an Hauswänden.

Auch dazu hat die Landkreissprecherin eine Antwort: „Wenn durch übermäßige Verkehrsbelastung nachweislich Schäden entstehen, können sie grundsätzlich gegenüber dem jeweiligen Straßenbaulastträger geltend gemacht werden, also im Fall einer Kreisstraße beim Landkreis. Sonst bei der Landesstraßenbaubehörde, hier in Halberstadt.“

Bleibt die generelle Frage, ob es die örtliche Situation überhaupt zulässt, dass sich Fernlastverkehr weiterhin durch solche engen Straßen wie in Rathmannsdorf durchquetscht. Das Reizthema ist ständig präsent in Ortschaftsratssitzungen. Ortsbürgermeister Benjamin Zuck (Wir für Rathmannsdorf) hat es nach dem jüngsten Verkehrschaos auch zur Bürgermeister-Dienstberatung ins Staßfurter Rathaus mitgenommen. Dort wolle man ein Lkw-Durchfahrtsverbot prüfen lassen, so Zuck.

Ein weiteres Verkehrsthema dürfte bei der nächsten Ortschaftsratssitzung in Rathmannsdorf zudem die Parksituation in den genannten sensiblen Straßenbereichen sein.