Schneidlingen l In Schneidlingen werden Einwohner selbst aktiv. Es regt sich Widerstand. Dreh- und Angelpunkt ist ihre Forderung zum Bau einer Umgehungsstraße, die den Verkehr auf der B180, die im Moment direkt durch den Ort führt, an Schneidlingen vorbei leitet. Trotzdem ist derzeit sicher, dass die Trasse in den nächsten Jahren vom Bund nicht gebaut wird, weil das Vorhaben im Verkehrswegeplan bis 2030 keine Berücksichtigung findet und gekippt wurde. Denn im letzten Jahr ist entschieden worden, dass es doch kein Geld gibt, weil das Vorhaben in „keinem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis steht“, hieß es damals als Begründung aus dem Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt.

Initiative beginnt

Anwohner und Bürger fühlen sich aber von Lkw-Lärm und vielen Autos, die täglich auf der Bundesstraße durch den Ort fahren, gestört und wollen auf ihr Problem auch öffentlich aufmerksam machen. Jetzt kündigen sie eine eigene Initiative an, die in Kürze starten soll.

„Wir werden an der B 180 eine Zählung der Fahrzeuge auf eigene Faust durchführen“, kündigt Ortsbürgermeisterin Ingrid Engelmann die Maßnahme an. An drei Tagen soll jeweils über 24 Stunden eine Registrierung erfolgen, erklärte Ingrid Engelmann, dass mehrere Bürger sich an der Durchführung beteiligen.

Denn die Schneidlinger wollen Klarheit. Ingrid Engelmann: „Die Höhe des Verkehrsaufkommens wollen wir auch für uns selber wissen.“ Außerdem haben die Schneidlinger Kontakt mit Bürgern aus Brumby aufgenommen, denen es ähnlich ging. „Wir wollen Rücksprache halten.“ Schon jetzt habe man erfahren, dass es auch in Brumby viele Jahre gedauerte hatte, ehe der lang ersehnte Bau unter Dach und Fach war. Im vergangenen Jahr erfolgte dort der erste symbolische Spatenstich. Lange Zeit habe eine Bürgerinititive dafür gekämpft, sagte Ingrid Engelmann.

Bedarf für Umgehung

Dabei ist das Thema der Ortsumgehung auch für Schneidlingen nicht neu. Seit Jahren wird darüber debattiert. Varianten des Baus der Ortsumgehung sind bereits vor einigen Jahren vorgestellt worden. Präsentiert wurden verschiedene Trassen, die den Verkehr entweder östlich oder westlich am Dorf entlang führen sollten.

Auf Eis gelegt

Letztendlich einigte man sich auf die West-Straße. Auch dagegen regte sich Widerstand. Danach wurden die Mittel für das Vorhaben vom Bund dann im vergangenen Jahr komplett auf Eis gelegt.