Hohenerxleben l Wenn die Einsatztruppe wächst, dann ist das ein Grund zur Freude. Michael Heldt freut sich, wenn er auf das Einsatz- und Ausbildungsjahr 2015 der Hohen-erxlebener Feuerwehr zurückblickt.

Der Wehrleiter kann bei der Jahreshauptversammlung verkünden, dass 16 Kameraden im Bodedorf ausrücken, wenn es brennt, technische Hilfeleistungen angefordert werden, oder Menschen in Not- und Gefahrensituationen sind. 2014 gab es noch zwölf Aktive. Die Wehr ist gewachsen. Die Verstärkung kommt durch Neueinsteiger zustande. „Es stimmt zuversichtlich, das wir die ersten Schritte in die zukünftige Entwicklung der Feuerwehr Hohenerxleben machen können“, so Michael Heldt.

Die Einsatztruppe entwickelt sich entgegengesetzt zu einem Trend, den bis auf die Ortswehr Staßfurt alle Feuerwehren der Stadt derzeit erfahren. Stadtwehrleiter Olaf Simon berichtet, dass bei den meisten Einheiten die Zahlen stagnieren, oder – schlimmer noch – zurückgehen. „Standen 2014 noch 261 aktive Einsatzkräfte in der gesamten Stadtwehr zur Verfügung, so sind es im Folgejahr nur noch 237.“ Der Verlust wirkt umso stärker, als dass sich die Einsatzzahlen des genannten Zeitraums für die Stadtwehr um 100 auf 390 verdoppelt haben.

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Diese Entwicklung, so Olaf Simon, könne nur durch moderne Technik kompensiert werden.

Die Blauröcke seien aber dennoch nicht entpflichtet, auch alle Bemühungen um die Nachwuchsgewinnung anzustellen. „In Hohenerxleben ist auch dafür ein Anfang gelungen“, lobt der Stadtwehrleiter.

Olaf Simon spricht den Nachwuchs im Bodeort an. Um den war es lange Zeit eigentlich nicht gut bestellt. Aber auch hier gibt es jetzt Wachstum. Seit etwas mehr als einem Jahr besteht die Kinderfeuerwehr mit zehn Mädchen und Jungen um Leiterin Yvonne Rötlich. Endlich hat Hohenerxleben auch wieder eine Jugendfeuerwehr, in der Ines Herbst drei Jugendliche auf den Dienst vorbereitet.

Zwei Mädchen sind aus der Kinderfeuerwehr in den Jugendbereich gewechselt, ein weiteres neu dazu gekommen. „Es ist schön, dass sich Jugendliche für die Feuerwehr interessieren“, sagt die Jugendwartin. Sie wolle kontinuierlich am Wachsen der Gruppe arbeiten. Im Moment sei es noch schwer, in der Besetzung an Jugendfeuerwehrwettkämpfen auf Stadt- und Kreisebene teilzunehmen. „Aber wir machen vorschriftsmäßig unsere Dienste, manchmal auch zusammen mit der Kinderfeuerwehr, um alle kontinuierlich an die Aufgaben der Feuerwehr heran zu führen.“

Dabei sieht Ines Herbst gerade die Jugendarbeit vor besondere Herausforderungen gestellt. „Wir erreichen die Mädchen und Jungen in verschiedenen Lebens- und Entwicklungsphasen.“ Mit zehn Jahren könne man einsteigen. Dann sei Feuerwehr nur eines von vielen Angeboten bei Freizeit und Ehrenamt, neben Sportverein, Musikunterricht, schulischen Arbeitsgemeinschaften. Mit 16 Jahren endet der Dienst in der Jugendfeuerwehr. Dann dürfen die Mitglieder zwar bei den Dienstabenden der Aktiven dabei sein, aber noch nicht mit in den Einsatz. Zudem stünden in die Altersgruppe die Berufs- oder Studienwahl an, Partnerschaften festigten sich. „Der Jugendfeuerwehr muss es gelingen, die Mitglieder in diesen Lebensabschnitten immer wieder neu zu begeistern und damit auch an sich zu binden.“

In Hohenerxleben gelinge das zum einen durch die Kinderfeuerwehrarbeit sehr gut, so dass die Kleinen einfach nachrückten. Aber auch durch den persönlichen Kontakt und das familiäre Klima bei den Nachwuchskräften, berichtet Ines Herbst.

Und kann neben ihrem Wehrleiter bereits von einem weiteren kleinen Lichtblick in Personalangelegenheiten berichten. So kommt im Februar ein viertes Mitglied zur Jugendfeuerwehr dazu.

Informationen

Die Feuerwehr Hohenerxleben wurde 2015 zu elf Einsätzen gerufen: drei technische Hilfeleistungen, fünf Brände, zwei Brandschutzwachen und ein Fehlalarm. 2014 gab es sechs Einsätzen

 

Die Feuerwehr hat insgesamt 50 Mitglieder: 16 im aktiven Einsatzdienst (darunter fünf Frauen), drei Mitglieder in der Jugendfeuerwehr, zehn Kinder in der Kinderfeuerwehr, elf Alterskameraden und zehn Mitglieder im Feuerwehrchor

Die aktiven Kameraden haben 768 Stunden geleistet

 

Es gab Ausbildungen und Qualifizierungen auf kreis- und Landesebene: Betreuer für Kinderfeuerwehren, Begleitperson für Kinderfeuerwehr, Truppführer, Maschinist, Kettensägenlehrgang

 

Das Jahr 2015 war geprägt durch das Jubiläum zum 130-jährigen Bestehen der Feuerwehr mit einer Festveranstaltung im März, einem Festumzug mit anderen Jubiläumsvereinen des Ortes sowie dem Tag der offenen Tür im August

Ehrungen

 

Vinzens Hochrein

ist seit 60 Jahren bei der Feuerwehr. Er wurde vom Kreisfeuerwehrverband und der Ortswehr geehrt.

 

 

Wolfgang König

ist seit 50 Jahren bei der Feuerwehr. Kreisfeuerwehrverband und Ortswehr würdigten das Ehrenamt. Außerdem erhielt er die Auszeichnung des Oberbürgermeisters, da er sich auch im Ruhestand noch um die Belange der Ortswehr kümmert, die die Aktiven Kameraden aufgrund ihrer Berufstätigkeit nicht erledigen können.

 

 

Yvonne Rötlich, Nico Arnold und Daniel Franke

sind seit 20 Jahren bei der Feuerwehr.