Staßfurt l Bürger dafür zu begeistern, sich als Wahlhelfer zur Verfügung zu stellen, ist nicht so einfach. „Es ist viel schwieriger als sonst“, sagt Antje Herwig, Wahlleiterin bei der Stadt Staßfurt. Doch alles ging gut. 171 Wahlhelfer konnten gefunden werden, über 60 kommen allein von der Stadt selbst.

Wahlberechtigte in der Stadt

Zur Europawahl kann seine Stimme abgeben, wer 18 Jahre und älter ist. In Staßfurt sind das 21.975 Personen. Die Kommunalwahl ist ab 16 Jahre möglich. Somit sind 22.496 Staßfurter aufgefordert, Kreistag und Stadtrat zu wählen. 678 Hohenerxlebener, 193 Athenslebener, 4350 Personen in der ehemaligen Gemeinde Förderstedt, 2196 Löderburger, 491 Rathmannsdorfer und 1486 Neundorfer können zudem ihren jeweiligen Ortschaftsrat wählen. Wählen können auch psychisch Kranke und Strafverfolgte – wenn ein Antrag vorliegt und sie mit ihrem Betreuer zur Wahl kommen.

Briefwahl

Briefwahl ist ein großes und wichtiges Thema. Immer mehr Bürger nutzen diese Möglichkeit, wenn sie am Wahlsonntag verhindert sind. Viele verplanen dann den freien Sonntag auch einfach anderweitig. Die Briefwahl macht es möglich, dann trotzdem Staßfurt zu verlassen. Auch wenn Wahl ist. In Staßfurt gibt es zwei Briefwahllokale. Diese haben gestern 18 Uhr geschlossen. Nur in dringenden Krankheitsfällen ist auch heute und morgen noch Briefwahl möglich. Der Standort ist das Verwaltungsgebäude der Stadt in der Steinstraße 38.

1459 Staßfurter haben bei der Kommunalwahl die Möglichkeit zur Briefwahl genutzt, bei der Europawahl waren es 1448. Der Trend nach oben ist erkennbar, waren es doch 2014 noch 1248 Briefwähler. Auch in den einzelnen Ortschaften haben schon viele Bürger diese Option genutzt. So haben 33 Hohenerxlebener, 9 Athenslebener, 288 Förderstedter, 141 Löderburger, 19 Rathmannsdorfer und 157 Neundorfer die Möglichkeit der Briefwahl schon genutzt, also ihre Stimme schon abgegeben.

Wahllokale

22 Wahllokale gibt es in Staßfurt und den Ortsteilen. 21 blieben unverändert, ein Wahllokal musste seinen Standort wechseln. Wegen Bauarbeiten am Objekt der Stiftung Staßfurter Waisenhaus in der Schlachthofstraße (Wahlbezirk 6), ist dieses Wahllokal in die Cafeteria der Salzlandküche (ehemals RiRo), Maybachstraße 13 verlegt worden.

Im Bürger- und Schützenhaus in Löderburg (Wahlbezirk 14), das in der Ortschaft eines von zwei Wahllokalen darstellt, werden auch Statistiken erhoben. Hier gibt es einen zusätzlichen Aufdruck auf den Wahlunterlagen zur Europawahl, um das Geschlecht und den Jahrgang des Wählers zu erfassen. Im Nachgang werden die Ergebnisse für statistische Erhebungen weitergemeldet.

Wahlhelfer und Co.

Am Wahltag sind in der Stadt Staßfurt 171 Personen eingebunden. Das reicht von Hausmeistern, die Wahllokale auf- und wieder zuschließen, über Fahrer, die die Wahluntensilien an Ort und Stelle bringen bis zu den Helfern und Prüfern in den Wahllokalen. „Ab 18 Uhr wird dann jede helfende Hand bei der Auszählung gebraucht“, sagt Antje Herwig. Für die Helfer startet der Wahltag schon um 7 Uhr. „Ich denke, dass wir bis 0 Uhr durch sind“, so Herwig. „Wir waren aber auch schon mal erst um 3 Uhr nachts fertig.“

Vergleich zu 2014

Gab es vor fünf Jahren in Staßfurt genau 100 Kandidaten zur Stadtratswahl, so sind es in diesem Jahr nur noch 78. Acht Parteien oder Wählergemeinschaften beziehungsweise Wählergruppen treten am Sonntag an. Neben CDU, AfD, Linke, SPD, Bündnis 90/Grüne und FDP sind das die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Salzland und die Unabhängige Bürgervertretung (UBvS) Staßfurt. Die meisten Kandidaten stellt die CDU (25), gefolgt von Linke und SPD (je 15). Danach kommen FDP (9), AfD und UBvS (je 5), UWG Salzland (3) und Bündnis 90/Grüne (1).