Schneidlingen l Ein winziger gelber Briefkasten mit rotem Dach steht seit kurzer Zeit vor einem riesigen Baumstamm mit kleiner Tür und ebenfalls gelb-roten Fenstern. Er befindet sich im Schneidlinger Park. Kindern im Ort wird dazu von ihren Eltern gern die Schneidlinger Weihnachtsgeschichte von den Wichteln Alvin und Freda erzählt. Sie sollen dort wohnen und derzeit alle Hände voll zu tun haben.

Ausgedacht haben sich das Frauen vom Verein „Hecklingen gemeinsam Zukunft gestalten“. Sie und die anderen Mitglieder bringen den zuvor verwilderten Park seit dem vergangenen Jahr wieder auf Vordermann. In diesem Sommer wurde unter anderem der Baum zum Wichtelhaus für die Kinder im Ort umfunktioniert.

Das kommt gerade jetzt zur Weihnachtszeit wie gerufen. Deshalb wurde nachträglich der Postkasten installiert. Das ist mit einem neuen Projekt verbunden. Dazu startete im Dorf ein Aufruf.

Bilder

Unter dem Motto „Dein Brief an die Weihnachtswichtel“ waren die Mädchen und Jungen aufgefordert, den Briefkasten bis zum Nikolaustag mit Bildern, Briefen, Gedichten oder Wunschzetteln zu befüllen.

„Ihr bekommt dann alle Post und eine Überraschung von uns“, werden die Kinder von Alvin und Freda angesprochen. Eltern werden von den Zwergen gebeten, ihre Jüngsten zu unterstützen und auf der Rückseite ihrer Bilder einen Kontakt zu vermerken, wie die Kinder zu erreichen sind.

Die Idee kommt an. 26 Briefe haben die Wichtel vom Verein erreicht. 14 sind aus Groß Börnecke, 14 aus Schneidlingen und zwei aus Cochstedt. In die Rolle von Alvin und Freda schlüpfen die Chorfrauen Ingrid Engelmann, Sabine Kunze, Birgit Koschinek, Uschi Schrader und Heidi Kaden. „Sie haben die Briefe beantwortet“, berichtet Vereinschef Marco Berger.

Er freut sich über den positiven Rücklauf. „Gerade jetzt in Coronazeiten ist das vielleicht eine Möglichkeit, um den Kindern ein kleines Weihnachtswunder und damit verbundene Freude für Jung und Alt zu schenken.“ Ausgangspunkt sei auch gewesen, erzählt er weiter, dass einige Frauen im Ort Spaß daran haben, zu häkeln.

Denn die Kinder haben nicht nur einen mit der Hand geschriebenen Brief zurück erhalten, sondern auch ein kleines weiches Wichtelpüppchen aus bunten Fäden. Dafür legten sich unter anderem die Schneidlinger Frauen Andrea Welke, Marion Howahl und Kirsten Berger mächtig, aber gern ins Zeug.

Bleibt festzuhalten: Das Weihnachtswichtelteam aus Schneidlingen hat große Freude, die Kinder mit dem Märchen um Alvin und Freda zu beschenken.

Ingrid Engelmann vom Chor hat allein sechs Briefe beantwortet und schwärmt von dem Einfall. „Das ist wirklich niedlich“, sagt die frühere Ortsbürgermeisterin. Eigentlich möchte sie gar nicht so wirklich darüber reden, damit das Geheimnis für die Kinder auch ein solches bleibt. Die Schneidlingerin berichtet aber dann doch und schildert ihre Eindrücke: „Es ist sehr schön, dass so viele Kindern den Briefkasten im Park gefunden haben. Manche haben ein Bild vom Weihnachtsmann oder Nikolaus gezeichnet oder die Wichtel. Es waren sehr schöne Sachen dabei. Kinder haben auch ganz sauber selbst geschrieben und sich viel Mühe gegeben.“ Ingrid Engelmann kennt so einen ähnlichen Brauch aus der Schweiz. Dort müssten die Eltern auch über Kinder berichten und „Sami Claus“, so heißt der Weihnachtsmann dort, kommt dann Heiligabend mit seinem ganzen Gefolge.

Im Kleinen ist das für Schneidlingen eine super Idee, meint die Schneidlingerin. Denn sie kennt viele Großeltern, die mit ihren Enkelkindern extra wegen dem Wichtelbaumhaus im Park spazieren gehen.