Staßfurt l „Ältere Menschen können den Krieg verstehen, bei jungen Menschen erlebe ich weniger Toleranz“, erzählt Mohammed Alaa Almassri über seinen Alltag. Der 35-Jährige lebt seit zwei Jahren in Staßfurt, nachdem er zwei Monate lang aus Syrien geflohen und ein Jahr lang auf der Suche nach einer neuen Heimat war. „Aber das ist überall auf der Welt so, es gibt nette und weniger nette Menschen.“

Während er von vielen Menschen in seinem neuen Leben Ablehnung und Provokation erfährt, kann er auf die Unterstützung Einzelner zählen, wie beim Nachbarn oder dem Vermieter seiner Wohnung in Staßfurt. „Auch bei der Stiftung sind die Leute freundlich und respektvoll“, sagt er.

Eigenes Geld verdienen

Bei der Stiftung Waisenhaus in Staßfurt sieht er nämlich seine neue berufliche Zukunft. Weil der Geflüchtete so schnell wie möglich sein eigenes Geld verdienen will, wie er erklärt, hat er im Oktober eine einjährige Ausbildung zum Altenpflegehelfer begonnen, die im praktischen Teil bei der Stiftung und im theoretischen an einer Magdeburger Berufsschule stattfindet. Danach möchte er direkt die Weiterbildung zum Altenpfleger berufsbegleitend anschließen. Da das Abschlusszertifikat seines Wirtschaftsstudiums im Krieg verloren ging, musste Mohammed Alaa Almassri, der in Deutschland auf dem Papier somit nur einen Realschulabschluss hat, beruflich ganz von vorn anfangen.

Für die Ausbildung zum Altenpflegehelfer ist eine Hepatitis-Impfung, die man selbst zahlen muss. Die Mitglieder des Bündnisses um Migrationsbeauftragte Sylvia Götze können dem Auszubildenden die Impfung jetzt finanzieren, indem Ralf-Peter Schmidt als Privatperson und Mitglied des Bündnisses die 150 Euro, die dafür anfallen, aus eigener Tasche bezahlt.