Egeln l Das Wolmirslebener Unternehmen mit den Geschäftsführern Rolf Rieken, Sven Rust und Hans­ Michael Strube strebt an, den bestehenden Windpark Egeln-Nord in östlicher Richtung bis zur Bundesstraße 81 zu erweitern, teilte die Verwaltung mit. Planungsziel ist die Ausweisung eines Sondergebietes für Windenergie (SO Wind). Dazu macht sich eine Änderung des rechtskräftigen Teilflächennutzungsplanes der Stadt Egeln von 1996 erforderlich. Damit befasst sich am Dienstag um 19 Uhr der Verbandsgemeinderat in der Aula des Schulzentrums.

„Die Stadt Egeln hat sich dazu bekannt einen Bebauungsplan dafür aufzustellen. Wir sollten folgen und den Teilflächennutzungsplan der Stadt Egeln ändern“, sagte der Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Stöhr (UWGE) in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses des Verbandsgemeinderates vergangene Woche im Egelner Rathaus. Der Stadtrat hatte am 1. Oktober des vergangenen Jahres den Beschluss für den B-Plan Nr. 10 „Windpark Egeln-Nord Osterweiterung“ gefasst. Das Gebiet umfasst eine Größe von 73 Hektar.

Im B-Plan soll die zulässige Höhe der Windenergieanlagen begrenzt werden. Wie hoch sie tatsächlich ausfallen wird, wollte der Fraktionschef von SPD/Freie/Grüne im Verbandsgemeinderat, Manfred Püchel, wissen. Diese Frage konnte ihm an diesem Abend niemand beantworten. „Für die Entscheidungsfindung wäre es wichtig, das zu erfahren“, sagte Püchel. Stöhr sicherte ihm zu, heute dazu Informationen zu liefern.

Beteiligung der Bürger

In diesem Zusammenhang verwies der Verbandsgemeinde-Bürgermeister auf die Aussagen der Investoren, wonach dort sogenannte Bürgerwindräder entstehen sollen. Das heißt, erstmals sollen sich dort Bürger mit ihrem Kapital an diesem Projekt beteiligen können. Wie viele Anlagen es am Ende werden können, sei noch nicht bekannt. Geplant werde mit zwei oder drei Stück. In Sachsen-Anhalt gebe es bislang keine Festlegung wie weit der Abstand zu Bundesstraßen sein müsse, so Stöhr.

„Unter 200 Meter zur Bundesstraße wird nichts genehmigt“, sagte der CDU-Fraktionschef Christian Boos.

„Ich bin für die Bürgerwindräder, weil bei ihnen die Akzeptanz höher ist“, sagte Manfred Püchel, der mehr über dieses Projekt erfahren will. „Wir müssen wissen, worauf wir uns einlassen, bevor wir das beschließen“, sagte der Kommunalpolitiker.

Er sagte, er hört die Geräusche der Windräder aus Egeln-Nord/Etgersleben an manchen Tagen auf seinem Grundstück in Etgersleben. „Sobald es wieder Ostwind ist, lade ich den Verbandsgemeinderat zu mir nach Hause ein. Da gibt es auch was zu trinken“, sagte Püchel.

„In Etgersleben handelt es sich um Altanlagen mit Pfeifgeräuschen. So etwas baut man heute nicht mehr“, sagte Stöhr.

Abstand von 1000 Meter?

Der Vorsitzende des Verbandsgemeinderates, Bördeaue-Bürgermeister Peter Fries sagte, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (beide CDU) plädiere für einen Abstand zur Wohnbebauung von 1000 Meter. Man sei drauf und dran diese Regelung den Ländern zuzuschieben.

Fries: „Ich würde Egeln keine Steine in den Weg werfen wollen. Ich kann aber auch diejenigen verstehen, die damit Probleme haben.“

Auf der anderen Seite der B81 wollte die Gemeinde Wolmirsleben einen Windpark ausweisen, sagte Bürgermeister Knut Kluczka. Das sei aber vom Land versagt worden. Das veranlasste Kluczka zu der Bemerkung: „Auf der anderen Seite kommt kein Wind mehr hin.“

Der Haupt- und Finanzausschuss empfahl dem Verbandsgemeinderat die Vorlage für das Sondergebiet Wind in Egeln mit fünf Ja-Stimmen und drei Enthaltungen zur Beschlussfassung.