Staßfurt l Der Rückbau leerstehender Wohnblöcke in Staßfurt Nord ist alternativlos. Im Zuge des Bevölkerungsrückgangs bleibt auch der Wohnungs- und Baugesellschaft mbH Staßfurt (Wobau) nicht viel anderes übrig. So hat die Wobau zum Beispiel kürzlich zwei Wohnblöcke in der Straße der Völkerfreundschaft am Berufsförderungswerk abgerissen. Mit dem Abriss der Wohnblöcke wurden auch die Wege ringsherum eingeebnet und begrünt.

Der Nachteil: „In diesem Zusammenhang verschwand auch der direkte Verbindungsweg zu dem Garagenhof am Berufsförderungswerk sowie zu einigen Kleingärten, welcher durch die betreffenden Bewohner von Staßfurt-Nord genutzt wurde“, schreibt unser Leser Hubert Kreutzmann. „Nicht nur ich sehe es als Zumutung an, dass ein Erreichen dieser Garagen mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß zurzeit nur noch über den Pflaumenweg oder über die Löderburger Straße möglich ist, da diese Zufahrten für Fahrradfahrer und Fußgänger einen gewaltigen Umweg darstellen.“ Ein Umweg von mehreren Hundert Metern wäre notwendig. Hubert Kreutzmann wünscht sich einen neuen Verbindungsweg. Die kürzeste Länge wären etwa 30 Meter. Er fordert die Stadtverwaltung auf, dazu Stellung zu nehmen. Mittlerweile hat sich ein Trampelpfad gebildet, der von den Anwohnern vor Ort genutzt wird.

Langfristige Umgestaltung des Areals geplant

„Das Grundstück ist im Eigentum der Wobau“, erklärt Julia Föckler aus dem Büro des Oberbürgermeisters. Die Wobau hätte auch die Einebnung veranlasst. „Der Oberbürgermeister hat den Hinweis aber an Ralf Klar weitergeleitet.“

Ralf Klar ist Geschäftsführer der Wobau. Er kennt das Problem. „Es gab mehrere Beschwerden von Anwohnern“, sagt er. Er bestätigt, dass der Weg der Wobau gehörte, also kein öffentlicher Weg, sondern Privatgrundstück war. „Es wurde über Jahrzehnte geduldet, dass der Weg öffentlich genutzt wird. Das war guter Wille der Wobau.“ Nun hat die Wobau nach dem Abriss der zwei Wohnblöcke aber neue Pläne. „Wir wissen, dass es nun umständlich ist, bitten aber um Geduld. Wir werden Möglichkeiten finden“, sagt Klar. Langfristig soll das Areal umgestaltet werden. Da kann und darf Ralf Klar aber noch keine Details nennen.

Kurzfristig wird sich aber nichts daran ändern, dass die Anwohner Umwege gehen oder fahren müssen. Alternativ bleibt da nur der Weg über die Wiese beziehungsweise den Trampelpfad, der sich auf der anderen Seite gebildet hat. Diesen lässt die Wobau auch unangetastet. „Normalerweise müssten wir den sperren und ein Schild aufstellen, dass das ein Privatweg ist“, sagt Ralf Klar. Aber auch hier sei es guter Wille der Wobau, vor Ort alles so zu belassen, wie es ist.