Staßfurt l Der Zoll hat kürzlich die Baustelle am ehemaligen Institut für Lehrerbildung in Staßfurt kontrolliert und ist fündig geworden. Ein Hinweisgeber meldete sich auch bei der Volksstimme, der möglicherweise den Fahndern die Info gegeben haben könnte.

Über die Kontrolle in der Salzwerkstraße informiert das Hauptzollamt Magdeburg, Abteilung Finanzkontrolle Schwarzarbeit, dass vor Ort zehn osteuropäische Arbeitnehmer vorgefunden wurden. Sie wurden unter anderem nach ihren Sozialdaten, dem sozialversicherungsrechtlichen Status und den Arbeitsbedingungen befragt, so Zollsprecher Jens Rothe.

Kontrolle mit 17 Einsatzkräften

Die Fahnder waren am Mittwoch, 22. Juli, um die Mittagszeit für eine Baustellenkontrolle nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz vor Ort in Staßfurt. Beteiligt waren 17 Einsatzkräfte mit acht Kraftfahrzeugen.

Ergebnis: „Zwei Arbeitnehmer hielten sich illegal in Deutschland auf und waren nicht zur Sozialversicherung gemeldet. Hierbei handelte es sich um einen ukrainischen und einen moldawischen Staatsbürger“, so der Zollsprecher.

Die beiden illegal beschäftigen Männer sind nun ein Fall für die Bundespolizei geworden. Diese versucht mithilfe der Ausländerbehörde deren Identität festzustellen.

Sozialbeiträge nicht gezahlt

Bauunternehmer und Eigentümer des Gebäudes müssen nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben. Die Ermittlungen laufen hier gegen den Firmeninhaber wegen des Verdachts auf Verstoß gegen die Pflicht zur Meldung bei der Sozialversicherung.

Kann der Zoll den Verstoß nachweisen, zieht das ein Strafverfahren nach sich, da keine Beiträge zur Sozialversicherung geleistet worden sind. Dem verantwortlichen Firmeninhaber drohen eine Geldstrafe bis hin zu fünfjähriger Haftstrafe, über die ein Gericht entscheiden wird.

Welches Bauunternehmen hier tätig war, kann der Zoll im Blick auf den Sozialdatenschutz und das Steuergeheimnis natürlich nicht preisgeben.

Im März dieses Jahres war bekannt geworden, dass das Gebäude von einer Immobilienfirma aus Kyritz an der Knatter in Brandenburg gekauft wurde. Damals erklärte das Unternehmen der Volksstimme anonym, es sollen anstelle des Gebäudes Reihenhäuser zur Miete entstehen. Danach war es wieder still geworden auf der Baustelle.