Vereinsleben

Anschubhilfe für Güstener Vereinsmotor aus dem Rathaus

Zwei Mal nahmen die Ränzelstecher Anlauf, ihr Güstener Jubiläum zu feiern, das eigentlich für 2020 geplant war. Jetzt versucht die Saale-Wipper-Kulturverantwortliche Fördermittel davon für kleinere Veranstaltungen zu retten. Auch die Ilberstedter Vereine wollen den Vereinsmotor im Herbst nochmal anwerfen.

Von Falk Rockmann
Die Könige und Pokalsieger des Güstener Schützenfests 2021, welches im kleinen Rahmen auf dem Vereinsgelände gefeiert wurde.  Schützenkönig ist Roland Herbst, 1. Ritter Lothar Dörre, 2. Ritter/Hofdame Stefanie Buchmann.  Jugendkönigs-Ehren trägt Lennard Kamerau. Bürgerkönigin darf sich Gabriele Brandt nennen, Gewinner der Ehrenscheibe ist Andy Alsleben, und den Pokal des Bürgermeisters holte Daniel Filz.
Die Könige und Pokalsieger des Güstener Schützenfests 2021, welches im kleinen Rahmen auf dem Vereinsgelände gefeiert wurde. Schützenkönig ist Roland Herbst, 1. Ritter Lothar Dörre, 2. Ritter/Hofdame Stefanie Buchmann. Jugendkönigs-Ehren trägt Lennard Kamerau. Bürgerkönigin darf sich Gabriele Brandt nennen, Gewinner der Ehrenscheibe ist Andy Alsleben, und den Pokal des Bürgermeisters holte Daniel Filz. Foto: Uwe Opitz

Güsten/Ilberstedt - Konzept zur Wiederbelebung der Vereinsarbeit nach der Pandemie heißt es, woran Sabine Rotter gegenwärtig speziell für die Güstener Vereine arbeitet.

Auch die Mitarbeiterin der Verbandsgemeinde hatte viel Herzblut in die Vorbereitung der 1050-Jahr-Feier Güstens gesteckt. Bis zu 40 Vertreter von Vereinen und Einrichtungen sowie interessierte Bürger vereinte sie bei den ersten Organisationsrunden, die seit Januar 2019 liefen.

Geplant waren die Jubiläumsfestivitäten für 2020. Fördermittel wurden beantragt, Spendengelder gesammelt. Dann kam Corona, und auch im zweiten Anlauf blieb das Fest den Güstenern bis heute versagt.

Ein „Stadtfest der anderen Art“

Sabine Rotter will nicht aufgeben und versucht nun ein „Stadtfest der anderen Art“, wie sie sagt, „Wir müssen doch den Motor wieder anschieben. Schließlich geht es um die Unterstützung des Vereinslebens, um das ehrenamtliche Engagement.“

Der Kreativität sollten dabei keine Grenzen gesetzt sein in den Bereichen Bildung, Kunst, Kultur und Sport. Neue Projekte und Bewährtes sollen sich im Bezug zur 1050-Jahr-Feier wiederfinden.

Den Anfang hatte die Schützengilde jüngst gemacht mit einem kleinen aber feinen Schützenfest und ihrer eigenen Jubiläumsfeier zum 30. der Vereins-Wiedergründung. „Wir machen eben das beste aus dem, was geht“, zieht Vereinsvorsitzender Daniel Filz ein kurzes positives Fazit der rundum gelungenen Veranstaltung. Mitglieder sprachen sogar vom „besten Schützenfest aller Zeiten“.

Heimatverein will Schützen folgen

Der Heimatverein Ränzelstecher und die Töpferinnen wollen am Sonntag, 22. August, nachziehen. Zum Tag der offenen Tür auf dem Gelände der Heimatstube nämlich, wo es unter anderem auch die Jubiläumstassen zur Ersterwähnung Güstens vor 1050 Jahren gibt.

Als nächsten (kleinen) Höhepunkt nennt Sabine Rotter einen Kaffeenachmittag mit dem Jugendblasorchester Staßfurt, der förderfähig wäre – nämlich am 11. September anlässlich des Warmsdorfer Seifenkistenrennens.

Schließlich hat die Verwaltungsmitarbeiterin noch ein Herbstfest im Visier beim Eisenbahnersportverein Lok Güsten Ende September/Anfang Oktober, wo im Stadion um den Pokal der Stadt Güsten ein Fußballspiel ausgetragen werden könnte.

„Wir versuchen alles, was Corona-technisch erlaubt ist“, fasst Sabine Rotter nochmal zusammen. Genaueres zu den angekündigten Terminen soll rechtzeitig bekannt gegeben werden.

Wir können doch nicht immer nur den Kopf in den Sand stecken.

Birgit Gerlitzki, Vorsitzende des Ausschusses Vereinsleben und Kultur der Gemeinde Ilberstedt

Die Zeit, in der wegen Corona nichts passiert ist in Sachen Vereinsleben und Kultur, will auch der gleichnamige Ilberstedter Gemeinde-Ausschusses beenden. „So gut wie nichts, bis auf die Vorbereitungen von Veranstaltungen, die wir uns für 2021 vorgenommen haben“, präzisiert die Ausschussvorsitzende Birgit Gerlitzki (UWV) und zählt auf: 1000 Jahre Tanzwunder Cölbigk, Salzlandradeltag (12. September), Senioren-Weihnachtsfeier, Ruprechtmarkt (27./28. November). „Wir schauen einfach mal ganz optimistisch nach vorn. Absagen können wir immer noch, aber Planung muss auch erstmal sein“, so Gerlitzki, „Wir können doch nicht immer nur den Kopf in den Sand stecken.“

Salzlandradeltag und 1000 Jahre Tanzwunder

Zum Salzlandradeltag hätten es sich die Hauptorganisatoren vom Friedensfahrtmuseum Klein Mühlingen schon nicht einfach gemacht. „Auch unsere Vereine zeigen Mut und haben zugesagt“, informierte Birgit Gerlitzki den Ausschuss, „Wir wissen nicht ob es klappen wird, sind aber optimistisch.“ Eingeladen sind nicht nur Radfahrer der Sternfahrt aus dem gesamten Salzlandkreis, sondern auch Ilberstedter und Nachbarn.

Auf dem Plan stehen ein kleines Kulturprogramm und Führungen durch den Ort. Die Versorgung übernehmen die Vereine und der Wirt von der Sportgaststätte. Am Ende soll der Staffelstab für die nächste Auflage überreicht werden.

Derweil sind die Ilberstedter auch schon beim Tanzwunder-Jubiläum. Die Vorsitzende des Ausschusses für Vereinsleben und Kultur regte einen Arbeitseinsatz (28. August, 9 bis 12 Uhr) auf dem alten Friedhof in Cölbigk an, wo der Geschichte, die sich hier in der Nähe vor 1000 Jahren zugetragen haben soll, ebenfalls gedacht wird. Auch für einen Umzug rief sie die Einwohner auf, sich zu beteiligen. Wie der Vorsitzende des Heimatvereins informierte, soll der Umzug am 16. Oktober nach einem Festakt mit geladenen Gästen in der St.-Severin-Kirche stattfinden. Nach wissenschaftlich fundierten Vorträgen werde es dann vor der Kirche das Tanzwunder „mit einem höllischen Spektakel“ und einem kleinen historischen Markt geben.

So zumindest der Plan. Größer gefeiert werden soll das Wunder dann im Juli 2022.

Musik gehört zu einem Schützenfest, auch wenn es noch so klein ausfällt. Der Tarthuner Spielmannszug erfreute die Gäste der Privilegierten Schützengilde.
Musik gehört zu einem Schützenfest, auch wenn es noch so klein ausfällt. Der Tarthuner Spielmannszug erfreute die Gäste der Privilegierten Schützengilde.
Foto: Lothar Dörre