Finanzer sehen doch Mehrkosten auf die Stadt zukommen

Ausschuss lehnt längere Kita-Öffnungszeiten ab

Von Falk Rockmann

Der Finanzausschuss der Stadt Staßfurt hat die Verlängerung der Betreuungszeiten in den Kindertagesstätten abgelehnt. Sie befinden sich bereits seit Herbst vergangenen Jahres in der Diskussion. Der Ausschuss kam zu dem Schluss, dass auf die Stadt doch Mehrkosten zukommen würden, anders als es Sozialausschuss-Vorsitzender Ralf-Peter Schmidt (Linke) sieht.

Staßfurt. Niko Zenker (SPD/Grüne) sprach von 9000 Euro Mehrkosten pro Jahr und Einrichtung, wenn auch nur die Eltern eines Kindes Bedarf anmelden würden. Sollte das in jeder Einrichtung der Fall sein, kämen Belastungen von 100 000 Euro auf den Haushalt der Stadt zu. Dagegen könne man ja sehen, dass Sonderregelungen für die Zeit zwischen 6 und 18 Uhr schon jetzt praktiziert würden.

Das bestätigte Fachbereichsleiter Hans-Georg Köpper. Über diesen Zeitraum hinaus ginge es aber nicht ohne Mehrkosten für die Stadt, selbst wenn die Eltern daran über die Beiträge beteiligt würden.

Mit dem momentan verfügbaren Personal sei es laut Kita-Leiterinnen jedenfalls nicht machbar, über die bestehenden Betreuungszeiten hinaus zu arbeiten.

"Ich glaube nicht, dass wir als Stadt eine ,Rund-um-Betreuung\' gewährleisten müssen"

"Ich glaube nicht, dass wir als Stadt eine ,Rund-um-Betreuung\' gewährleisten müssen, wenn vielleicht noch jemand nachts arbeiten sollte", schaltete sich Corinthus Schobes (UBvS) in die Diskussion ein. Das ginge dann wohl auch bei der Grundschule weiter. "Herr Schmidt sagte, dass die verlängerten Öffnungszeiten kostenneutral wären. Das ist es nicht."

Jochen Meyenberg (Linke) meinte dagegen: "Es geht um unsere Kinder. Überall machen wir Zugeständnisse. Es wird sicher keine Mutter geben, die ihr Kind drei Stunden länger weg gibt, weil sie vielleicht auf der Couch liegen will." Sein Fraktionskollege Klaus Maaß unterstütze ihn: "Es geht um die Eltern, die arbeiten müssen. Die nicht arbeiten, dürfen ihr Kind ja sowieso nur einen halben Tag in die Einrichtung bringen."

Letztendlich wurde die Beschlussvorlage mehrheitlich abgelehnt.

Das Thema steht zur Beschlussfassung nun am 7. Juli im Stadtrat wieder auf der Tagesordnung.