Staßfurt l In der Pestalozzistraße in Staßfurt weht ab Sonntag wieder ein wohliger Geruch nach Geschichte durch das Gebäude in der Nummer 6. Im Stadt- und Bergbaumuseum werden um 10.30 Uhr vier neue Sonderausstellungen eröffnet.

Unter dem Thema „Schöne Heimat“ stellt Christian Heide die Region in Spiegelbildern vor. Kirsten und Hardy Howey wenden sich an Männer. „Kleine heile Welt II - Spielzeug für Jungs“, ist der Titel ihrer Ausstellung. Und neben „Räuchermännchen einmal anders“ von Klaus Brode wird es auch eine Ausstellung zum Thema „Tischrechner, Taschenrechner in der DDR - 45 Jahre Taschenrechner“ geben, die Hartmut Lorenz initiiert hat. Dabei handelt es sich um Exemplare aus dem Technikmuseum in Magdeburg und dem Industriemuseum in Schönebeck. Ergänzt wird die Ausstellung von Rechnern aus privatem Besitz.

Taschenrechner zu sehen

Auf wenigen Quadratmetern Fläche wird dabei ab Sonntag in Staßfurt die Entwicklung des Taschenrechners im Mitteldeutschen Raum dargelegt. Von ersten mechanischen Addiermaschinen aus den 1950er Jahren und Rechenmaschinen, die alle vier Grundrechenarten beherrschten, geht die Entwicklung zu immer kleineren und leistungsfähigeren Geräten. „Eine Rechenmaschine hat so viel gekostet wie ein PKW“, sagt Lorenz. Die waren nicht für den Hausgebrauch gedacht.

Spätestens in den 1980er Jahren konnten auch die Bürger der DDR auf Rechner zurückgreifen, die in die Tasche passten. Elektronik war das neue Zauberwort. Rot blinkte die Anzeige, die das Ergebnis der Rechenaufgabe digital anzeigte. Bemerkenswert: „Es gab nur vier Länder, die selbst produziert haben“, so Lorenz. Neben den USA, Japan und der Sowjetunion zählte auch die kleine DDR zu den Herstellern.

21 Sonderaktionen

Aber auch drei weitere Sonderausstellungen locken. Museumsleiter Michael Scholl freut sich. 21 Sonderausstellungen sind 2018 zusammengekommen. Der Erfolg hängt dabei auch immer an den engagierten Ausstellern. „Die machen das gratis und sind immer mit Herz und Leidenschaft dabei“, erzählt Scholl. „Das ist unser täglich Brot, da ist man sehr dankbar.“

Geöffnet ist am Sonntag von 10.30 bis 16 Uhr. Musikalisch untermalt wird die feierliche Eröffnung durch die Privatmusikschule Volker Telge. Danach öffnet das Stadt- und Bergbaumuseum am Dienstag und Donnerstag von 10-12 und von 13-17 Uhr seine Türen für die letzte Sonderausstellung in 2018. Am 8. Dezember gibt es den Adventszauber. Bis dahin hofft das Museum aber erst einmal auf viele Besucher für die Sonderausstellungen, die bis zum 29. November in Staßfurt zu finden sind.