Ordnung und Sauberkeit

Bürgermeister sauer: Friedhof als Müllhalde benutzt

Die Stadt Egeln bemüht sich darum, den Friedhof in der Bergstraße zu pflegen, so dass die Besucher ihn sauber und ordentlich vorfinden. Aber längst nicht alle Bürger wissen diese Aktivitäten auch zu schätzen. Einige benutzen die Anlage als Radfahrstrecke, andere wiederum als Müllabladeplatz.

Von René Kiel
Bürgermeister Reinhard Luckner überprüft, ob die Wasserpumpe auf dem Egelner Friedhof ausreichend Wasser schöpft.
Bürgermeister Reinhard Luckner überprüft, ob die Wasserpumpe auf dem Egelner Friedhof ausreichend Wasser schöpft. Foto: René Kiel

Egeln - In Egeln gibt es Probleme mit der Einhaltung der Friedhofsordnung, sagte Bürgermeister Reinhard Luckner (UWGE) der Volksstimme. „Die Leute halten sich nicht an die Vorschriften und legen ihre Schalen woanders ab, auch unter den Hecken, wo auch Werkzeug versteckt wird. Das verunstaltet das Bild. Das sieht unschön aus, wenn alles durcheinander ist“, so das Stadtoberhaupt. Luckner muss sich deshalb des Öfteren Beschwerden von anderen Trauergästen anhören.

Der Bürgermeister ärgert sich auch darüber, dass der Friedhof, eigentlich ein Ort der Trauer und der Ruhe, von einigen unvernünftigen Bürgern als normaler Radweg benutzt wird, den sie ohne abzusteigen zu jeder Tageszeit, auch sonnabends oder sonntags, durchqueren. Das kann die Stadt nicht so einfach unterbinden, weil der Friedhof nicht eingezäunt ist und demzufolge auch nicht abgeschlossen werden kann. Und Regionalbereichsbeamte, also Polizeikräfte, die dort mal kontrollieren könnten, gibt es in Egeln schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr.

Immense Kosten

Hinzu kommt, dass einige Bürger die Sammelplätze für das Grüngut mit einer öffentlichen Müllsammelstelle verwechseln. „Wir haben jetzt zwei große Container mit Grüngut vom Friedhof abfahren lassen und mussten dafür je Container 1750 Euro bezahlen. Das sind rund 3500 Euro nur für die Entsorgung aus den Buchten, in denen das Grüngut gesammelt wird. Dafür hatten wir sie extra geschaffen, damit dort die Kränze und verwelkte Blumen deponiert werden können. Sie werden aber auch ständig mit Gartenmüll und anderen Abfällen gefüllt“, kritisierte der Bürgermeister.

Die Stadt hat aber auch ein Problem mit der Wasserversorgung auf dem Friedhof. „Deshalb haben wir die Pumpen wieder neu aufgebaut, so dass jede Pumpe geht. Wir wissen aber auch, dass sie teilweise sehr schwer gehen. Da wollen wir den etwas älteren Leuten entgegen kommen“, kündigte der Bürgermeister an.

Er will deshalb ein Brunnenunternehmen damit beauftragen, eine Entschlammung des Brunnens vorzunehmen und eventuell auch dafür zu sorgen, dass die Schwenkpumpe leichter zu bedienen ist, damit sich die älteren Friedhofsbesucher nicht so quälen müssen.

Vandalismus und Partys

Luckner äußerte sich in der Vergangenheit oft verärgert darüber, dass der Vandalismus und die mutwilligen Zerstörungen in der Stadt sowie die Missachtung des persönlichen und gemeindlichen Gutes zunehmen und das nicht nur durch Jugendliche. Da bleibt der Friedhof nicht verschont. Dort hatte er Jugendliche bei einer Feier erwischt. Die leeren Bierbüchsen seien von den „Partygästen“ einfach achtlos auf die Gräber geworfen worden, so Luckner.

„Das darf man nicht tolerieren, sondern man muss die Jugendlichen ansprechen“, so der Bürgermeister. Als er sie zur Rede gestellt habe, hätten sie sich ahnungslos gegeben und nicht gewusst, dass der Friedhof ein Ort der Ruhe sei und kein Ort für Feiern mit Alkohol. Ständig verdreckt sei auch der wenige Meter entfernte zentrale Busbahnhof der Stadt. Auch die Spielplätze für die Kinder werden immer wieder beschädigt, ob Am Mühlenholz oder in Egeln-Nord. Letzterer erlitt im Frühjahr 2019 laut Bürgermeister einen Schaden von 500 Euro. An den Altglas- und Textil-Containern liegt ständig Müll rum.

Auf diesem neu angelegten Feld auf dem Egelner Friedhof soll eine Urnengrabstelle entstehen.
Auf diesem neu angelegten Feld auf dem Egelner Friedhof soll eine Urnengrabstelle entstehen.
Foto: René Kiel