Hecklingen l „Probleme bedürfen einer Lösung“, meint Hans-Werner Schröder aus Hecklingen. Er fährt seit Jahren mit dem Bus. Als älterer Bürger ist er auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen. Schröder meint, dass er erwartet, dass der ÖPNV vor allem für Bürger wie ihn, die im ländlichen Raum leben, „wirtschaftlich vertretbar“ sein sollte. „Einschränkungen im Personennahverkehr haben in den letzten 15 Jahren ein schlimmes Niveau erfahren“, muss Schröder für sich feststellen.

Tagesfahrten

Er erinnert sich an Zeiten, als er berufstätig war. Da habe man beispielsweise freitags nach Dienstschluss von Staßfurt über Hecklingen in Aschersleben noch 13 Uhr Termine wahrnehmen können. Der Bus habe etwas mehr als eine halbe Stunde benötigt. Mehrmals täglich habe es diese Direktverbindung in der Woche gegeben. „Davon kann man heute nur träumen“, bedauert unsere Leser. „Von Hecklingen nach Aschersleben oder Bernburg und zurück werden nun zu Tagesfahrten“, sagt er.

Ein Beispiel, das ihn ärgert: „Noch vor zwei bis drei Jahren konnte man wenigstens einen Vormittagstermin in Aschersleben wahrnehmen, indem man mit dem Bus von Hecklingen am Luisenplatz in Staßfurt ausgestiegen ist, in die Neundorfer Straße ging und gegen 9.10 Uhr den Bus der Verkehrsgesellschaft Südharz erreichte.“ Nicht einmal das gehe mehr. „Der Bus der Linie 150 kommt nun von Hecklingen zwei Minuten später in Staßfurt an, nachdem der Bus der Südharzlinie abgefahren ist“, so die Kritik.

Grund liegt bei Eisenbahn

Mit dem Sachverhalt konfrontiert, teilt Bill Bank, Leiter für Verkehrsplanung, Marketing und Tarif bei der zuständigen Kreisverkehrsgesellschaft Salzland mbH (KVG) mit, dass es in der Tat derzeit so ist, dass vormittags zwischen der Linie 150 aus Richtung Hecklingen zur Linie 146 in Richtung Aschersleben keine optimalen Anschlüsse bestehen. „Dies ist der Tatsache geschuldet, dass nach Nahverkehrsplan des Salzlandkreises ... die Buslinien am Bahnhof Staßfurt auf die Anschlüsse zur Eisenbahn in und aus Richtung Magdeburg ausgerichtet sind“, begründet Bank. Dadurch würden zur Fahrt nach und von Aschersleben teilweise längere Reisezeiten bestehen.

„Gestatten Sie uns aber den Hinweis, dass man trotzdem keinen ganzen Tag benötigt, wenn man von Hecklingen aus in Aschersleben Termine wahrnehmen möchte“, erklärt der Marketingchef, dass die durchschnittliche Reisezeit zwischen beiden Städten inklusive Umstieg zur Eisenbahn, etwa eine Stunde und zehn Minuten beträgt. Wenn man beispielsweise um 8.58 Uhr in Hecklingen losfahre, sei man um 10.10 Uhr in Aschersleben. Gleiches gelte für die Rückfahrt: Abfahrt in Aschersleben beispielsweise um 13.46 Uhr, Ankunft in Hecklingen 14.36 Uhr. Die Fahrtzeit betrage 50 Minuten, inklusive Umstieg, so Bank.

Der KVG-Sprecher macht darauf aufmerksam, dass die Verkehrsgesellschaft Südharz, also die Südharzlinie, die Buslinie zwischen Staßfurt und Aschersleben schon seit dem Jahr 2012 nicht mehr betreibt.

Neuer Fahrplan kommt

Bank gibt zudem einen Ausblick auf die nächsten Wochen und den neuen Fahrplan, der ab August gilt. „Hier haben wir den Verkehr auf der Linie 150 weiter verbessert. Unsere Linie von Hecklingen nach Staßfurt-Löderburg-Athensleben wird dann im sauberen Stundentakt, mit einigen Verstärkerfahrten verkehren, wobei mittags ein Taktwechsel erfolgt.“ Dadurch ergebe sich auch am Vormittag wieder ein Anschluss aus Richtung Hecklingen nach Aschersleben. Bank kann die neuen Zeiten bereits mitteilen: „Hecklingen ab 8.49 Uhr, Staßfurt Luisenplatz an 8.58 Uhr, Luisenplatz Abfahrt (Linie 146) 9.04 Uhr, Aschersleben ab 9.29 Uhr.“

Hans-Werner Schröder aus Hecklingen möchte darauf aufmerksam machen, wie wichtig Busverbindungen sind und was passiert, würden sie wegfallen. „Das schränkt die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben stark ein. Kultur-, Sportveranstaltungen Training, Übungsstunden und so weiter in anderen Orten und Städten können nicht wahrgenommen werden. Heute muss sich Krankenschwester wie Sodawerker ein Auto anschaffen, damit sie als Schichtarbeiter ihren Job ausüben können. Es müsste daher eigentlich ein Aufschrei durch alle umweltbewussten Parteien und Organisationen geben. Denn so lassen sich Umweltbelastungen nicht einschränken“, denkt der Hecklinger.