Staßfurt l Das große Vier-Mast-Zelt von Circus Probst steht seit Mittwochnachmittag auf dem Neumarkt. Es ist das erste Gastspiel des Zirkus‘ aus Rheinland-Pfalz in Staßfurt, dessen Namen sich nur durch zwei Buchstaben unterscheidet von der einstigen Nummer 1 des Ostens, den Staßfurter Zirkus Probst.

Seit es jenen leider nicht mehr in der bekannten Form gibt, gilt für Reinhard Probst auch das ungeschriebene Gesetz nicht mehr, auf das er sich einst gleich nach der Wende mit seinem Cousin Rudolf Probst geeinigt hatte: Probst Ost bleibt im Osten, Probst West bleibt im Westen.

Nun tourt der Zirkus aus Neustadt/Weinstraße auch durch Sachsen-Anhalt. Der Name Probst sollte auch hier nicht in Vergessenheit geraten. Damit folgte Circus Probst der Empfehlung von Andreas Bleßmann, einst Geschäftsführer von Probst Ost.

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Einfach ist es auch für Probst West nicht, das Geschäft aufrechtzuerhalten. Reinhard Probst nennt die Berufsgenossenschaft und die GEMA, die einen Großteil der Erlöse verlangen. Ohne ihren Weihnachtszirkus in Krefeld und Gelsenkirchen würde es möglicherweise auch nicht mehr gehen, lässt er durchblicken. Er ist froh, mit Alexandra und Jessica Probst aus Staßfurt zusammenarbeiten zu können.

In ihrer Heimatstadt sind sie nun nicht dabei. Die Staßfurter Zirkusfreunde können sich ab heute dennoch auf ein qualitativ hochwertiges Programm freuen. Pressesprecher Mathijs te Kiefte fasst zusammen: „Wir haben super Artisten, schöne Tiershows und Clowns, über die man wirklich lachen kann.“

Zweieinhalb Stunden gute Unterhaltung erwartet die Besucher. Da sei an erster Stelle die Raubtierdressur von Hans Ludwig Suppmeier genannt. Mit seinen vier Golden-Taby-Tigern und einem weißen Tiger wurde er beim Circusfestival Montecarlo mit einem „Goldenen Clown“ prämiert. Im Winter steht die Nummer übrigens bei Zirkus Krone in München unter Vertrag.

Auf eine rassige Show können sich Pferdefreunde freuen. Bei Stephanie Probst und ihren Friesen werden sie sich sicher an Alexandra Probst erinnern. Stephanie arbeitet unter anderem am Reck zu Pferd.

Artisten wie Tamara Khurchudova werden in schwindelerregender Höhe ihre Kunststücke unter der Zirkuskuppel vollführen. Kurzfristig für den verletzten Akrobaten Ren Yanan ist Bob eingesprungen, der unter anderem mit Handstand-Äquilibristik begeistert.

Der Zirkuschef selbst präsentiert eine tierische Weltreise mit seinen Exoten wie Watussi-Rindern und Kamelen. Und nicht zu vergessen die Clowns Slobi und Olga, zwei Spaßmacher von Weltformat mit Katz‘ und Maus.