Tiere

Ein gutes Ende für die kleine Waldohreule „Mausi“

Von Christian Heide
Die gerettete Waldohreule taufte Christian Heide auf den Namen ?Mausi?.
Die gerettete Waldohreule taufte Christian Heide auf den Namen ?Mausi?. Foto: Christian Heide

Wenn Mensch und Natur dicht beieinander sind, bleiben Begegnungen nicht aus. Manchmal muss der Mensch zum Retter werden. Davon erzählt der nachfolgende Leserbrief:

Während sich die Störche auf den gemähten Getreidefeldern mit„Kraftfutter“ für den bevorstehenden Abflug versorgen, hatte ich ein seltenes Erlebnis mit einer Waldohreulenfamilie.

Seit Anfang Juli hörten wir von unserem Balkon mit Beginn der Dämmerung das Piepen von Eulennestlingen und die Rufe der Eltern. Es war Zeit zum Füttern. Ein guter Bekannter konnte das Nest in einer Tanne orten. Es war mit zwei oder drei Jungen besetzt.

Am Abend des 19. Juli entdeckten wir dann ein Jungtier, das ziemlich hilflos über die Wiese vor unserem Wohnblock hüpfte. Wahrscheinlich war es aus dem Nest gefallen. Ein Altvogel rief laut aus einem Baum, konnte aber nicht helfen.

Als ich mich gegen 23 Uhr mit der Taschenlampe noch mal auf die Suche machte, saß das Junge ziemlich hilflos mitten auf der Straße. Zusammen mit dem bereits erwähnten Nachbarn setzten wir das Eulenbaby mit Handschuhen unter einen Strauch.

Am nächsten Tag sahen wir, dass die Eltern einige Mäuse gebracht hatten, das Junge sie aber nicht anrührte. Tagsüber hüpfte es wieder über die Wiese, aber schon ziemlich kraftlos. Ich versuchte am Nachmittag, telefonisch Rat beziehungsweise Hilfe zu bekommen – leider vergeblich.

Die nächste Nacht verlief ähnlich. Über zehn tote Mäuse hatten die besorgten Eltern herbeigeschafft, aber das Jungtier fraß nicht. Dann kam am Vormittag ein erlösender Rückruf von der Leitung des Staßfurter Tiergartens. Wir können das Eulenbaby bringen!

Also Handschuhe an, das erschöpfte Tier in einen Pappkarton gesetzt und ab ging es auf dem Beifahrersitz nach Staßfurt. Dort kam das Tier in die„Pflegestation“, wurde von Ungeziefer befreit und aufgepäppelt.

Telefonisch fragten wir mehrfach nach und freuten uns, dass es aufwärts ging. Am 3. August hieß es dann Abschied nehmen von „Mausi“, wie wir das Eulenjunge nannten. Es hatte sich gut erholt und sollte an diesem Tag von einem Falkner abgeholt und später ausgewildert werden. Wir hoffen auf ein glückliches Leben in Freiheit.

Die Eulen-Mutti und ein anderes Junges konnten wir noch einige Tage sehen und hören, aber jetzt ist es leider abends sehr still geworden.