Staßfurt/Güsten/Hecklingen/Egeln l Die Staßfurter Uhlandschule ist wegen umfassender Gebäudesanierung mit Beginn dieses Schuljahrs in die hergerichtete ehemalige Schule nach Neundorf gezogen. Der Zuspruch ist dennoch ungebrochen. Mit 76 Kindern – 22 mehr als 2017– wird es vier erste Klassen geben, also eine mehr als zuvor.

Die Grundschule organisierte die Einschulungsfeier für ihre Abc-Schützen und deren Familienangehörigen wieder im Salzlandtheater in Staßfurt.

Umzug in Ausweichquartier steht in Güste

Ein bevorstehender Umzug ist dagegen möglicherweise in Güsten der Grund dafür, dass sich immer mehr Kinder der Stadt Güsten und Umgebung nach Giersleben orientieren. Von offizieller Seite bestätigt das niemand. Doch die Zahlen sprechen für sich. Im Wipperdörfchen Giersleben wurden am Sonnabend immerhin 40 Kinder eingeschult, während es in der Ränzelstecherstadt nur 22 waren.

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Der Bürgermeister der Saale-Wipper-Verbandsgemeinde machte das lange Warten auf die Güstener Schulsanierung, von der ernsthaft immerhin schon seit 2014 gesprochen wird, in seinem kurzen Grußwort zum Thema.

Vor fast anderthalb Jahren habe er den Kindern beim hiesigen Schulfasching den Fördermittelbescheid übergeben, erinnerte Jan Ochmann. Seit dem „liegen 1,7 Millionen Euro gut verwahrt“ in Magdeburg. Kindgerecht erklärte er das Prozedere um die europaweite Ausschreibung der Planungen, dass man nun hoffentlich endlich die Zettel in der „richtigen Farbe“ gefunden habe und die Schüler im Laufe dieses Jahres noch in das Übergangsgebäude (ehemalige Kita) ziehen können – „sehr wahrscheinlich in den Weihnachtsferien.“

Dann soll das Schulgebäude innerhalb eines Jahres saniert werden – so zumindest die Hoffnung des Güstener Bürgermeisters Helmut Zander. Alle Achtung! - soll doch nur die Hülle des Objekts stehen bleiben.

Unabhängig davon bekamen die Abc-Schützen schonmal leuchtende Augen, als Jan Ochmann ihnen eine Kostprobe aus seiner „Zuckertüten-Zucht“ überreichte, auch wenn sie „auf Grund der Trockenheit etwas klein ausgefallen ist.“ Die großen Exemplare blieben natürlich den Eltern überlassen, die sie letztendlich auch erst nach dem traditionellen Marsch vom Hotel Stadt Güsten zur Schule überreichten.

Zum wieder sehr schönen Programm der Einweihungsfeier mit Schulchor, Theater- und Flötengruppe gehörte auch ein kurzes Dankeschön des Güstener Bürgermeisters an die kommissarische Schulleiterin. Marina Groß hatte als Chefin der Giersleber Grundschule gut ein Jahr die belastende Doppelfunktion inne, „die man nicht über eine so lange Zeit haben muss“, wie sie zugab.

Ihre Nachfolgerin ist zwar von der Güstener Gesamtschulkonferenz gewählt, vorgestellt wurde sie allerdings am Sonnabend nicht.

Das Landesschulverwaltungsamt wollte nicht, dass einer Übergabe der Berufungsurkunde vorgegriffen wird. Ab 1. September wäre es dann soweit.

Letzte Einschulung für Neundorfer in Gie

Elf Kinder aus Neundorf wurden nun nochmal in Giersleben eingeschult. Der Vertrag dafür zwischen Saale-Wipper und der Stadt Staßfurt läuft damit aus. Ab 2019/20 wird die „Grenze“ der Stadt Staßfurt nur noch mit Sondergenehmigung überschritten werden dürfen.

In Rathmannsdorf hoffen das BBRZ und die Eltern derweil auf die Genehmigung für die neue Grundschule ab dem kommenden Schuljahr 2019/20.

In Förderstedt wurden am Sonnabend 20 Mädchen und Jungen feierlich in die Schule aufgenommen. Alle schmuck gekleidet, einige mit frohen Minen, ein Teil noch etwas ängstlich – so hatten sie in der Sporthalle in der ersten Reihe Platz genommen, die Schultasche schon gut gefüllt vor ihre Füße gestellt.

Zu den 20 Kindern gehörten vier Jungen und 16 Mädchen aus Atzendorf, Brumby, Förderstedt, Glöthe, Löbnitz und Üllnitz. „Dieser geburtenschwache Jahrgang hat zur Folge, dass erstmals alle neuen Schülerinnen und Schüler in eine Klasse gehen“, informierte Schulleiterin Gabi Lange. Im folgenden Jahr wird es aber wieder zwei Klassen geben.

In Egeln trafen sich die 30 Abc-Schützen mit ihren Eltern und Großeltern vor der Kindertagesstätte „Bördespatzen“, um angeführt von Feuerwehr und Polizei, und musikalisch begleitet vom Spielmannszug Tarthun zu Grundschule zu marschieren.

Nach einem kurzen Zwischenstopp auf dem Egelner Marktplatz, wo Bürgermeister Reinhard Luckner (UWGE) ihnen viel Erfolg in ihrem neuen Lebensabschnitt wünschte, warteten schon die beiden Klassenlehrerinnen Kathrin Gernegroß und Kathleen Meyer auf ihre neuen Schützlinge.

Die Kleinen, die mächtig aufgeregt waren, konnten anschließend in ihren neuen Klassenzimmern Platz nehmen. Danach ging es zum Empfang in die Aula, wo die Eltern und Großeltern warteten. Eigens für die Abc-Schützen hatten die Zweitklässler ein schönes Programm einstudiert.

Schulleiterin Mandy Nagel begrüßte die Gäste mit den Worten: „Jetzt wird es ernst. Heute machen sich Ihre Kinder auf einen langen gemeinsamen Weg in das Abenteuer Schule.“ „Kinder sind wie Schwämme, die alles aufsaugen. Sie wollen lernen“, fügte sie hinzu. Die Eltern sollten sie dabei unterstützen. Dann kam der wohl schönste Moment der Einschulung: Die beiden Lehrerinnen händigten den Neuzugängen ihre Zuckertüten aus.

Unterricht neben der Baustelle in Hecklingen

In Hecklingen werden heute 29 neue Kinder die Grundschule besuchen. Das Gebäude wird bis zum Ende des Jahres umfangreich saniert, der Unterricht kann aber parallel stattfinden. Am Sonnabend wurden die Abc-Schützen feierlich im Saal der Gaststätte „Hotel Stadt Bernburg“ von ihren Lehrern und Mitschülern im Beisein ihrer Familien begrüßt.

In Groß Börnecke fieberten 34 Mädchen und Jungen ihrem großen Tag entgegen. Sie besuchen ab heute das Grundschulzentrum „Bördeblick“ und wurden im Saal des Dorfgemeinschaftshauses eingeschult.

Mit ihnen zusammen lernen jetzt alles in allem 135 Kinder in Groß Börnecke. Sie kommen aus drei Orten. Zehn Einschüler dieses Jahres kommen aus Coch-stedt, elf aus Schneidlingen, 13 wohnen in Groß Börnecke.