Staßfurt/Güsten l Mit einer weiteren Station auf der Fahrt mit dem „Zug des Lebens“ verglich Kathrin Hätsch-Johannes am Sonnabend die Einschulung. Die Leiterin der Ludwig-Uhland-Grundschule konnte 54 Abc-Schützen, deren Familien und Vertreterinnen ihrer bisherigen Kindertagesstätten begrüßen. Erstmals bei einer Feierstunde im Salzlandtheater. Als eines der nächsten großen Ziele vom „Bahnhof Schule“ visierte sie die Persönlichkeitsentwicklung an. Dazu wünschte die Lehrerin allen Beteiligten „Kraft, Ausdauer, Energie und Nerven“.

Auch Louis will seine Klasse kennenlernen

Nun hatten die Schützlinge der drei neuen Klassen ihren ersten großen Auftritt, als sie zu ihren Klassenlehrern Thomas Aue, Ina Leubeling und Almut Mentz-Bothe auf die Bühne gerufen wurden. Unter ihnen übrigens auch Louis, dessen Schicksal von der Öffentlichkeit in den vergangenen Monaten aufmerksam begleitet wurde (Salzland-Kurier berichtete). Louis trug einen Mundschutz. Er wird vorerst noch zu Hause lernen, aber natürlich wollte der Junge wie alle anderen Abc-Schützen auch seine Klassenkameraden kennenlernen.

Mit Alica hatte die Schulleiterin noch einen besonderen Anlass zu verkünden. Denn das Mädchen feierte zur Einschulung auch ihren siebten Geburtstag. Die Kleine freut sich am meisten aufs Lesenlernen. Weil sie dann nämlich „nicht mehr immer meine Mama fragen muss, ob sie mir was vorliest“, wie Alica verriet.

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Umzug vom Theater zur Uhlandschule

Nachdem die Viertklässler der Schule bei ihrem kleinen Begrüßungsprogramm vermittelt hatten, dass die von den Häschen und den Zwergen stiebitzten Zahlen und Buchstaben allen Kindern zurückgegeben wurden, wartete wieder etwas Neues auf die aufgeregten Neulinge: Ein Umzug vom Theater zu ihrer Schule in Leopoldshall. Ein imposantes Erlebnis und ebensolches Bild für Außenstehende. Hierbei konnten die bisherigen Kindergartenkinder schonmal allen stolz ihre Mappe auf dem Rücken präsentieren. Wie schwer das Behältnis mit den vielen Büchern wiegt, werden die Mädchen und Jungen dann ab dem heutigen Montag erfahren können.

„Nur wer lernt, der wird gescheiter. Und wer gescheit ist, der kommt weiter.“

In Güsten ist es derweil Tradition, dass frisch gefeierte Einschüler mit ihrem Schulranzen durch die Ränzelstecherstadt zu ihrer Schule ziehen, wo dann nicht nur die langersehnten Zuckertüten warteten, sondern auch die Klassenräume vorgestellt und vielleicht auch schon die ersten Sitzordnungen und Aufgaben verteilt wurden.

Doch zuvor erlebten auch die Güstener Grundschüler erstmal ihre Einschulungsfeier.

Der Saal des Hotels Stadt Güsten platzte angesichts der vielen Eltern und anderen Verwandten erwartungsgemäß aus allen Nähten. Handys und Fotoapparate klickten ununterbrochen. Doch das störte die Hauptakteure wenig.

Begrüßung zum „Abenteuer Sch

Sie verfolgten das wieder liebevoll gestaltete Willkommens-Programm des Schulchors und der Theater- und Flötengruppe der Schule, nachdem die 34 Abc-Schützlinge von der neuen Schulleiterin zum „Abenteuer Schule“ begrüßt wurden. Marina Groß ist nicht nur langjährige Chefin der Wippertal-Grundschule Giersleben, sondern jetzt für ein Jahr auch Leiterin der Bildungsstätte in Güsten. „Es wird viel zu entdecken und zu erleben geben“, schickte Marina Groß voraus und empfahl jedem ihrer neuen Schützlingen: „Sei still wie ein Mäuschen, aufmerksam wie ein Luchs und fleißig wie ein Bienchen, dann wirst du schlau wie ein Fuchs.“

Und auch Lilly Fessel gab ihren jüngsten Mitschülern einen guten Rat mit auf den Weg: „Nur wer lernt, der wird gescheiter. Und wer gescheit ist, der kommt weiter.“

„Lisa Lustig“ erklärt welc

Welche Dinge man in der Schule nicht benötigt, wie Flossen, Skateboard oder Handy beispielsweise vermittelten unterdessen „Lisa Lustig“ (Jamy-Lynn Kaiser) und ihre Mitstreiter mit einem Augenzwinkern.

Nachdem Conny Schiemann in Vertretung des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Saale-Wipper noch die besten Grüße zum Schulstart und viel Freude beim Lernen übermittelt hatte, ging‘s endlich zum Ausmarsch.

„Mama, ich weine doch aber nur aus Freude“

Die kleine Amely Drachau rang derweil um Fassung. „Ich weine doch aber nur aus Freude“, rief sie ihrer Mama zu, während sie und die anderen Abc-Schützlingen für den bevorsehenden Umzug zur Schule formierten. Auch Amelys Mama standen wie vielen anderen Elternteilen Tränen der Rührung in den Augen. Ist doch die Einschulung nach wie vor wohl der wesentlichste Schritt eines Kindes zu immer mehr Selbständigkeit, was für die Eltern auch immer mehr Loslassenmüssen bedeutet.

Sowohl Lehrer und Schüler der Güstener Grundschule als auch der Staßfurter Uhlandschule wissen übrigens noch immer nicht, wann die geplante Sanierung ihrer Gebäude über das Stark-III-Programm endlich startet.

Sowohl in Güsten als auch in Staßfurt stecken Lehrer wie Schüler quasi in den Startlöchern. In Güsten war bereits Anfang dieses Jahres der Fördermittelbescheid eingetroffen.

Die evangelische Kirchengemeinde St. Petri und Johannis Staßfurt lädt die Schulanfänger am Mittwoch, 16. August, um 14.30 Uhr zu einem kleinen Gottesdienst in die St.-Petri-Kirche (Königsplatz) ein.