Erste Paare haben sich gefunden

Von Franziska Richter

Kinder in die Welt der Kultur einführen. Das ist die Aufgabe der sogenannten "Kulturpaten". Einige Jungs und Mädchen haben sich ihre Patentante schon gesucht.

Staßfurt l In Staßfurt heißen die Damen und Herren, die Kinder mit der Kultur bekannt machen wollen, "Kulturpaten". Das Engagement-Zentrum der Volkssolidarität in Staßfurt-Nord hat für sie eigens eine Weiterbildung organisiert, die Versicherung geklärt und eine Muster-Vereinbarung für Eltern und Paten aufgesetzt.

Startschuss

Kürzlich trafen sich die frisch gebackenen "Kulturpaten", die am 10. Mai ihre Zertifikate überreicht bekamen, wieder einmal mit Astrid Moukaddam bei der Volkssolidarität. Die Leiterin des Engagement-Zentrums war für die Ausbildung der Ehrenamtlichen verantwortlich und hat Eltern mit Kindern eingeladen, die sich für das Projekt interessieren.

Arbeit mit Kindern

Eine der fünf Frauen, die Kulturpatinnen sein möchten, ist Princy Klix. Sie lebt seit zwölf Jahren in Staßfurt, kommt aber aus Sri Lanka und hat dort als Erzieherin in Kindergärten gearbeitet. Die Arbeit mit Kindern liegt ihr am Herzen, aber "ich bekomme hier in Deutschland mein Diplom nicht anerkannt", sagt sie.

Tierpark ist erstes Ziel

Als Patenkinder hat sie sich die beiden Mädchen Ghadir (6 Jahre) und Bisan (4 Jahre) Alsahi ausgesucht. "Sie wollen als erstes mit mir in den Tierpark gehen", erklärt Princy Klix. Das haben ihr die beiden Mädchen schon gesagt.

Kultur kann vieles sein

Etwa einmal im Monat treffen sich die Kulturpaten mit ihren Patenkindern. Dann ziehen sie los, immer ein Ziel im Kopf, das zur Bildung des Kindes beiträgt: "Es muss aber keine Hochkultur sein: Theater, Museum, Park, ein Denkmal anschauen, ins Bad, ins Kino gehen", erklärt Astrid Moukaddam. Für die Patenschaften, die von Mai bis Dezember festgesetzt sind, aber verlängert werden können, bekommen die Paten eine Aufwandsentschädigung, die hoch genug ist, dass sie nichts privat zuschießen müssen.

Eltern mit im Boot

"Wichtig ist, dass die Eltern hinter der Patenschaft stehen", erklärt Astrid Moukaddam. Es sei nicht die Aufgabe der Kulturpaten, die Kinder, die im Alter von sechs bis zwölf Jahren sein sollten, einfach nur abzuholen und zu betreuen. Deshalb werden die Veranstaltungen, die Pate und Kind besuchen wollen, mit der Familie ausgesucht. "Schön wäre es auch, wenn die Kinder über die Kulturpaten vielleicht einen Verein oder ein Hobby finden", so Astrid Moukaddam.

Noch zu haben

Die beiden Frauen Brigitte Weschke und Britta Löffler suchen noch ein Patenkind. Sie würden sich freuen, wenn sie einem Mädchen oder Jungen eine sinnvolle und abenteuerliche Freizeitgestaltung anbieten könnten.

Gleich 20 Kinder

Auch Dieter Pfaff hat alle Schulungen zum Kulturpaten mitgemacht: Er spielt und bastelt seit zwei Jahren mit den Kindern der Staßfurter Kita "Spatzennest". "Ich habe eigentlich 20 Patenkinder", lacht der Rentner, der sich noch jung fühlt und nicht zur Ruhe setzen möchte.

Kontakt

Wer Kulturpate werden möchte oder für sein Kind einen Paten möchte, kann sich bei Astrid Moukaddam melden unter (0 39 25) 32 98 710 oder astrid.Moukaddam@gmx.de