Gewinner

Etiketten als Leidenschaft

Jürgen Adler hat beim Gewinnspiel der Beilage "125 Jahre Volksstimme" gewonnen.

Von Daniel Wrüske

Neundorf l Das war ein Kinderspiel für Jürgen Adler. Der Neundorfer hat an einem Gewinnspiel der Volksstimme teilgenommen. In der Beilage "125 Jahre Volksstimme" war die Frage gestellt, welcher Werbespruch Ende der 1940er Jahre auf einem großen Schild an der Bahnunterführung am Magdeburger Hauptbahnhof zu lesen war. "Ganz klar: Unsereiner trinkt Bodensteiner!", sagt Jürgen Adler und hat den Slogan sofort parat, mit dem die gleichnamige Brauerei damals um die Gunst der Käufer warb.

"Ich kann mich an die Werbung erinnern", sagt der Neundorfer und verrät wie nebenbei, dass er sich intensiv mit dem Thema Bier beschäftigt. Nicht, weil er sich selbst gern ein Gläschen gönnt. "Das gar nicht, ich trinke nur am Wochenende ein Bier. Unter der Woche kommt lediglich Alkoholfreies auf den Tisch." Jürgen Adler haben es vielmehr die Flaschen angetan, genauer die Etiketten.

"Ich habe nicht gezählt wie viele Etiketten es sind, aber es dürften mehrere Hundert sein."

Hier hat der Neundorfer einen echten Sammelgeist entwickelt. Beim Volksstimme-Gewinnspiel gewann der 73-Jährige einen Kasten "Sudenburger Bier" . Als ihm der Preis überreicht wird, lässt sich Jürgen Adler nicht bitten und die Leser an seiner Sammelleidenschaft teilhaben. Stolz zeigt er eines der Alben, in denen die kleinen Schildchen aufbewahrt sind. 20 von den Büchern hat er inzwischen mit mannigfaltig ausgeführten und bunten Aufdruck-Exemplaren. "Ich habe nicht gezählt wie viele Etiketten es sind, aber es dürften wohl mehrere Hundert sein."

Auf das besondere Hobby hat ihn ein Freund gebracht, mit dem Jürgen Adler zusammengearbeitet hat. 40 Jahre lang war er der Eisenbahner im Stellwerk Staßfurt beschäftigt. "Wir sind im Gespräch auf die Etiketten gekommen." Die Neugier war geweckt und der Grundstein für die Sammelei gelegt. Als Jürgen Adler 1996 in den Vorruhestand ging, fand er genügend Zeit sich seinem Hobby intensiv zu widmen.

Inzwischen mit Spezialisierung: "Ich sammle nur noch Etiketten aus dem Ausland und aus Ostdeutschland." Alles andere, so sagt der Neundorfer, würde zu viel und unübersichtlich werden. Die Ordnung hat sich Jürgen Adler in seinen Alben bewahrt. Er weiß sofort, wo er blättern muss. Gut sortiert sind die Etiketten nebeneinander aufgereiht. Immer finden sich auf einer Seite die verschiedenen Sorten bestimmter Marken nebeneinander. Jürgen Adler hält stets Ausschau, wo er neue Stücke findet. "Aber nicht verbissen",, wie er sagt. Die Etiketten löst der ganz vorsichtig im Wasserbad von den Flaschen ab, trocknet und sortiert sie ein. Es gibt aber auch Tauschbörsen, berichtet der Sammler. Und sogar einen organisierten Verein, die Förderergemeinschaft von Brauerei-Werbemittel-Sammlern. Wenn er sich dann doch mal selbst ein Bier genehmigt, ist Jürgen Adler nicht wählerisch. Für seine Alben wie seinen Geschmack gilt: "Eine Lieblingsmarke habe ich nicht!"