Staßfurt l „Wir wollen einfach wieder in Ruhe schlafen“, verdeutlicht Dr. Rainer Wagner den Kernpunkt seiner Sorge. Dem Anlieger und seiner Frau Monika hören beim Treffen des Sicherheitsbeirats der Stadt Staßfurt auch Oberbürgermeister Sven Wagner und der stellvertretende Landrat Thomas Michling, Polizeirevierleiter Steffen Kuse und Ortswehrleiter Steffen Aermes aufmerksam zu.

„Die Variante Zaun bringt uns überhaupt nicht weiter“, meint Dr. Wagner zu den bereits fortgeschrittenen Plänen des Landkreises, potenzielle Brandstifter auf diese Weise möglichst von dem Areal fern zu halten. Nur Abriss wäre seiner Meinung nach eine Lösung – wenigstens drei Ruinen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft müssten zeitnah weg – und er verweist auf die mittlerweile abgerissene ehemalige Konsumvilla. Dort sei mit einem Mal Ruhe eingekehrt. Revierleiter Kuse gibt ihm Recht: „Die Verlockung, etwas anzuzünden, muss weg.“

Ziel müsse es doch auch sein, Gewinn aus den Flächen zu erwirtschaften, ergänzt der Anlieger.

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So eine Entwicklung des Gebiets zwischen Bernburger Straße und Industriestraße wäre dagegen erst der übernächste Schritt, sind sich OB und Vize-Landrat einig. Sven Wagner spricht von Photovoltaikanlagen, die „ganz oben auf der Agenda stehen“.

Lösung

Er verspricht, weiter an der Lösung des Problems dranzubleiben und „Entwickler herzuholen“. Und: „Ihr Bereich ist Schwerpunkt für erste Maßnahmen.“

Mit dem von den Eheleuten gewünschten Abriss hier kann sich Thomas Michling nicht so recht anfreunden. Der Landkreis sei auch bei „Gefahr im Verzug“ gesetzlich verpflichtet, beginnend das „mildeste Mittel einzusetzen“, wenn man nicht Eigentümer ist.

An der Klärung der Eigentumsverhältnisse für die vielen Industriebrachen arbeitet die Stadt seit 2016 – bislang allerdings weitgehend ohne Erfolg. Dann stehe da auch noch die finanzielle Frage, so der Vize-Landrat. „Wenn die Öffentlichkeit gefährdet ist, scheuen wir uns aber auch vor Abriss nicht“, setzt Thomas Michling hinzu und trifft damit offensichtlich den Nerv von Dr. Rainer Wagner. Der meint zum Ende der Freiluft-Versammlung nämlich: „Ein klein bisschen Hoffnung keimt bei mir.“

Etwas beruhigt sicher auch der Hinweis von Ortswehrleiter Steffen Aermes: „Die Feuerwehr-Führungskräfte sind sensibilisiert, dass Sie da wohnen.“

Und dass sich auch alle anderen Gedanken machen, zeigt der Hinweis von Seniorenbeiratsmitglied Heinz-Peter Hadel, dass man doch verstärkt die Öffentlichkeit einbeziehen sollte – speziell auch über die Schulen – den Kindern zu verdeutlichen, dass Kokeln eine strafbare Handlung sei.

Hadel ist zudem bei Dr. Wagner, dass ein Zaun nicht die Lösung wäre – „Ein eingezäunter Abenteuerspielplatz bringt nichts.“