Hochwasser

Feuerwehr fährt ins Katastrophengebiet

Die Kameraden der Staßfurter Feuerwehr waren bereits in Aachen. Der Sanitätszug des DRK Staßfurt fährt jeden Moment los.

Von Franziska Richter 20.07.2021, 18:54
Die Staßfurter Kameraden Benjamin Zauer (links) und Nico Hoff machen den Gerätewagen für die Fahrt nach Aachen fertig.
Die Staßfurter Kameraden Benjamin Zauer (links) und Nico Hoff machen den Gerätewagen für die Fahrt nach Aachen fertig. Foto: FFW Staßfurt

Staßfurt/Aachen - „Die Feuerwehr ist da, um anderen Menschen zu helfen und die Menschen im westlichen Teil Deutschlands brauchen gerade Hilfe“, so fasst Staßfurts Wehrleiter Steffen Aermes die neuste Aktion zusammen. Am Wochenenden hatten er und seine Kameraden Benjamin Zauer und Nico Hoff den großen Gerätewagen leer geräumt, um am Sonntag 18 Uhr Richtung Lehrte zufahren.

„Unsere Partnerwehr in Lehrte hatte vor Ort zum Spenden aufgerufen und relativ schnell gemerkt, dass sehr viel zusammenkam, und uns zur Unterstützung angefragt“, berichtet Aermes. Die Lehrter Bürger hatten Lkw-weise Lebensmittel, Bekleidung, Hygieneartikel und sogar Spielzeug zu ihrer Feuerwehr gebracht.

Nachts in Lehrte angekommen luden die Staßfurter mit ihren Kollegen die Unmengen an Spendengütern in ihre Fahrzeuge. Um 7 Uhr am Montag konnte man dann in Aachen ausladen. Dort wird von einer Sammelstelle in einer Kaserne aus alles weiterverteilt.

Die Lehrter Kameraden mussten übrigens einen Aufnahmestopp wegen enorm vieler Spenden verhängen, das Krisengebiet kann keine Sachspenden mehr aufnehmen.

Zufrieden kehrte das Staßfurter Trio am Montag zurück. „Wenn wir noch eine Anfrage bekommen, würden wir jederzeit wieder dabei sein“, sagt Steffen Aermes.

Sanitätszug fährt ins Krisengebiet

Der Sanitätszug und Katastrophenschutz des DRK in Staßfurt fährt ebenfalls demnächst ins Hochwasser-Krisengebiet. Allerdings sind weder Einsatzort noch Zeitpunkt bekannt, denn das Bundesland Rheinland-Pfalz muss den Einsatz noch offiziell anfordern.

Hintergrund: Die freiwilligen Sanitäter und Helfer, die erst jüngst im Impfgeschehen einiges geleistet haben, gehören mit zwei Fahrzeugen samt Besatzung, wie etliche weitere Hilfsorganisationen auch, zur „Medizinischen Task Force“ des Bundes und müssen bei Katastrophenlagen einsatzbereit sind. „Seit Freitag sind wir in erhöhter Alarmbereitschaft“, so Sprecher Florian Krebs. „Am Donnerstag wurde ein Voralarm herausgeben.“ Das Land Sachsen-Anhalt hat mittlerweile alle seine Katastrophenschutzeinheiten voralamiert aufgrund der zu erwartenden Regengüsse am Wochenende.

Tatsächlich haben die Staßfurter Sanitäter nicht ihre Ausrüstung und Fahrzeuge fertig gemacht und noch mal geprüft, „einige unserer Mitglieder haben zuhause auch gleich ihre Reisetasche gepackt“, so Florian Krebs. Am Montag sollte es eigentlich eine Entscheidung zusammen mit dem Landkreis geben, wo die Staßfurter nun eingesetzt werden. Bis gestern stand aber nur fest, dass die Staßfurter mit zwei Krankentransportwagen und acht Kameraden, gemeinsam mit weiteren Hilfsorganisationen des Salzlandkreises, nach Rheinland-Pfalz fahren werden. Sie sollen Evakuierungszentren betreuen und Verletzte in Kliniken fahren. Stand laut Florian Krebs gestern: „Startzeitpunkt noch unbekannt. Wir sind vorberitet.“