Staßfurt l Wie unappetitlich es um den Königsplatz bestellt ist, erfahren alle Jahre wieder besonders die Fünftklässler des Dr.-Frank-Gymnasiums. Die Jüngsten der benachbarten Schule hüpften am Freitag wieder über das Grün und zwischen den „Tretminen“ umher, bei ihrem Bemühen, den Platz von Unrat zu befreien. Auch Nova und Lena füllen Müllbeutel, statt normalerweise um diese Zeit Mathe zu pauken.

Das ist nicht das Schlimmste an einem Freitagmittag. „Das Schlimmste ist auch nicht der Müll, sondern die vielen Hundehaufen“, bemerkt Nova. Klassenlehrerin Kathy Messeguem hatte ihre Schüler zuvor zur Vorsicht aufgerufen und auch belehrt, die Hinterlassenschaften der Hunde nicht einzusammeln. Das sollten eigentlich die Hundehalter erledigen – möglichst, bevor sie selbst und ihre vierbeinigen Freunde irgendwann keinen freien Fleck mehr für das Geschäft auf dem Rasen finden...

Klassensprecherin Lena findet es anerkennenswert, dass alle ihre Mitschüler mithelfen und dabei den Ekel überwinden. „Die Frühjahrsputz-Aktion ist hilfreich dabei, die Stadt sauberer zu machen“, meint die Elfjährige.

Die "Tretminen"

Bleibt das Problem mit den „Tretminen“. Die Unverfrorenheit ist grenzenlos. Sogar während die Schüler in Aktion sind, hinterlässt ein Hundebesitzer den frisch gesetzten Haufen seines Vierbeiners.

Das will sich nun auch die Stadt nicht mehr länger bieten lassen. Appelle an die Vernunft sind offensichtlich vergeblich. Selbst der Versuch, auf „Hundetoiletten“ zu setzen, schlug fehl. „Zwei Hunde-WC auf dem Königsplatz haben nichtmal zwei Wochen gehalten“, musste Rainer Busse erleben. Der Teamleiter des Stadtpflegebetriebs kann es nicht fassen, dass 1000 Tüten bereits einen Tag nach der Aufstellung herausgerissen waren. „Nach vier Wochen war gar nichts mehr da.“

Oberbürgermeister Sven Wagner ist sich des Problems der Hundehaufen an gewissen neuralgischen Punkten bewusst. „Wir arbeiten an einem Konzept“, so der OB. Allerdings müsse nach wie vor an erster Stelle die Vernunft der Hundehalter stehen. „Wenn das aber nichts hilft, müssen wir wieder verstärkt kontrollieren und mit Bußgeldern arbeiten.“