Cochstedt/Aschersleben l Die Titel der Bücher von Marion Glettner sind allein schon Sinnbild ihrer sehr speziellen Heiterkeit, wenn sie gern und viel berichtet, immer wieder lacht. „Von Augenschmaus bis Zuckerschnute“: So heißt beispielsweise ihr aktuelles Werk mit humorvollen Kurzgeschichten. Und dann erzählt die Autorin, wie die Ideen dazu entstehen. Immer wieder sind neue Gedanken präsent. Marion Glettner kommt auf eine gute Freundin zu sprechen, mit der sie durch ganz Deutschland tourt, wenn sie Lesungen gibt. Denn die Freundin sitzt am Steuer eines Opel. „Ich selbst habe doch eine Orientierung wie eine Bockwurst“, schmunzelt sie über ihre Ecken und Kanten. „Ja, ich lache über mich selber“, gibt sie offen zu. All ihre Erlebnisse, eben beispielsweise jene, die passieren, wenn die zwei Frauen in dem Opel die Gegend unsicher machen und dabei einem Hund im Auto schlecht wird oder andere Begebenheiten sind der Stoff für Geschichten, die sie aufgeschrieben hat. Sie finden sich in dem Buch „Von Augenschmaus bis Zuckerschnute“ wieder.

Dabei war der Ursprung ihres ersten Buches eine Reise. Das war vor knapp 17 Jahren.Damit fing alles an und damit startete ihre neue Tätigkeit als Autorin. Marion Glettner, die eigentlich gelernte Bürofachkraft ist, reiste nach Bolivien, gemeinsam mit ihrer Tochter, um dort eine Austauschschülerin zu besuchen, die zuvor bei ihr daheim in Aschersleben gelebt hatte. Und Erfahrungen, die sie während der Tour sammelte, brachte sie zu Papier. Das sahen ihre jungen Kollegen vom Radio, wo sie damals arbeitete. „Sie haben durch den Äther geschickt, dass ich ein Buch schreibe“, erinnert sich Marion Glettner daran und berichtet, dass diese Meldung nicht richtig war, weil sie ja nur so für sich wie eine Art Tagebuch schrieb. Wegen der „Ankündigung“ habe sie dann aber beschlossen, ihre Texte an Verlage zu schicken. Mit Erfolg. Ein kleinerer Verlag veröffentlichte ihr Buch „Freunde für immer, einmal Bolivien und zurück.“

Geschichten aus dem Leben

Und so hatte die Aschersleberin ihre Lust am Schreiben entdeckt. Was sie inspiriert, sind die kleinen Dinge des Alltags. „Denn die ballen sich ja auch zum Berg, und der muss verarbeitet werden“, sagt Marion Glettner prompt, und dann kommt ihr ein Gedanke in den Sinn, den ihre Großmutter einst erwähnte. Sie zitiert die Oma: „Die schönsten Geschichten schreibt das Leben.“

Bilder

Diesem Motto ist die Enkelin bis heute treu geblieben. Sie schaut genau hin, hört genau zu, sieht viel und schult ihr Gespür für alles, was Witz hat. Und deshalb ist Marion Glettner auch für jeden Spaß zu haben. So hat sie sogar an einer Partnershow im Fernsehen teilgenommen, weil ihre Kollegen sie anmeldeten.

Single Lady trifft Klammeraffen

Nach der Ausstrahlung überrollte sie eine Flut an Zusendungen und Anrufen, sodass sie nachts den Telefonstecker ziehen musste. „Das alles musste verarbeitet werden“, schmunzelt Marion Glettner. 1996 erschien ihr Buch „Single Lady trifft Klammeraffen.“

Zur Stadt Hecklingen hat die Frohnatur ebenfalls einen Bezug. Sie ist Cochstedt treu, weil sie dort schon gearbeitet hat.

Viel Inspiration hat ihr der Ort am Hakel bereits geliefert. Auch hier recherchiert Marion Glettner derzeit für ihr neues Buch, einen regionalen Krimi, der in Staßfurt und Umgebung spielt. Es geht es um drei schrullige alte Damen vom Löderburger See, einen Kommissar und natürlich einen Mord. Hier arbeitete sie mit der Polizei zusammen. Denn ein echter Fall, der sich 2004 in Güsten ereignete, spielt auch mit ein. Soviel kann die Autorin schon jetzt verraten.