Staßfurt l Die neue Fachdienstleiterin für Stadtsanierung und Bauen bei der Stadtverwaltung, Susanne Epperlein, stellte die Pläne kürzlich der Kommunalpolitik vor. Die Stadträte im Bauausschuss befürworteten die Entwürfe mehrheitlich (fünf Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme, eine Enthaltung).

Gehweg und Kanal

Die Gollnowstraße, eine Holperpiste mit geflickten Platten, soll grundhaft saniert werden, zwischen Postring und Güstener Straße. Gemeinsam mit dem Wasser- und Abwasserzweckverband „Bode-Wipper“ soll dabei auch der Regenwasserkanal in der Straße erneuert werden. Sowohl die Fahrbahn als auch Gehweg, Einfahrten und Parkflächen werden bei der Maßnahme erneuert.

Für die Bauarbeiten zahlt die Stadt nichts, da eine hundertprozentige Förderung aus dem Stark V-Programm von 1,4 Millionen Euro kommt. Die Stadtverwaltung hat bereits ein Ingenieurbüro beauftragt, das die Entwürfe samt Skizzen fertig hat. Noch in diesem Jahr will die Stadt die Bauleistungen ausschreiben.

Die Baumaßnahme, die eine Sperrung der Straße für den Autoverkehr erfordert, wird in drei Bauabschnitte eingeteilt, so Susanne Epperlein. Ab März 2020 soll der erste Bauabschnitt von Kreisverkehr an der Post bis zur Höhe Pestalozzistraße bearbeitet werden. Dann geht es ab Höhe Pestalozzistraße weiter bis etwa zur Kurve. Von dort aus wird danach bis zum Luisenplatz gebaut.

An Brachgelände kommt Stadt nicht heran

Streckenführung und Breite der Straße sollen in etwa so wie jetzt gestaltet werden, mit einer Gesamtbreite von 6,35 Meter und einer neuen Asphaltdecke. „Wir planen einen zwei Meter breiten Gehweg“, so Susanne Epperlein. Ein Gehweg in grauem Betonsteinpflaster wird wie jetzt nur auf einer Seite der Straße zu finden sein.

Denn das brachliegende Gelände mit dem Zaun auf der anderen Seite gehört der Deutschen Bahn. Dort darf die Stadt nicht ran. Oberbürgermeister Sven Wagner (SPD) erklärte, dass man die Freifläche an den Gleisen in die Überlegungen zwar einbezogen habe, das aber doch unrealistisch sei. Die Bahn reagiere weder auf Anfragen zu Grundstücken, noch verhandele sie darüber. Heißt: Trotz Sanierung wird der verrostete Zaun inklusive des Mini-Bords auf der anderen Straßenseite weiter für ein unschönes Bild sorgen.

Neu gestaltet wird das Parken. Die Stadt plant ganze 28 Parktaschen, auch weil bis jetzt leerstehende Häuser und Wohnungen in der Straße irgendwann wieder belebt werden könnten. Die Stellplätze sollen über einen Rundbord von der Fahrbahn und einen Hochbord vom Gehweg abgegrenzt werden. Die Befestigung erfolgt wie die Grundstückszufahrten mit Betonsteinpflaster in Anthrazit.

Verkehrsinsel ist ständig überfahren worden

Durch Absenkungen an den richtigen Stellen wird die neue Straße barrierefrei und für Menschen mit Gehhilfen und Kinderwagen leicht nutzbar. Ein taktiles System geleitet Blinde über die Straße und an die Bushaltestelle.

Ein Fußgängerüberweg soll eventuell in Höhe Bushaltestelle eingerichtet werden. „Eine Verkehrsinsel hatten wir an der Stelle in der Vergangenheit schon einmal. Sie wurde ständig überfahren, sodass wir sie wegnehmen mussten“, antwortet Susanne Epperlein auf eine Anregung von Stadtrat Harald Weise (UBvS).

Stadträte wollen Radweg

Stadtrat Johann Hauser (FDP) meint zu den Planungen: „Hier hätten wir einen Radweg gebraucht.“ Hans-Jürgen Lärz (CDU) ebenso: „Sollten wir nicht doch nochmal mit der Bahn sprechen wegen eines Radwegs?“ Stadtrat Matthias Büttner (AfD) schlägt einen kombinierten Rad- und Fußweg vor: „Wir müssen zukunftsfähig bauen, wenn wir schon einmal so viel Geld in die Hand nehmen.“ Stadträtin Margit Kietz (Die Linke) fragt, wo E-Roller lang fahren sollen, die immer mehr in Mode geraten.

„Für einen Radweg gibt es gesetzliche Vorgaben. Da wäre eine Fahrbahnbreite von 2,5 Metern notwendig. In der Gollnowstraße sind nur zwei Meter vorhanden“, so Susanne Epperlein. Zumal sei für Radfahrer der Weg durch die Steinstraße geeigneter.

Die Stadtverwaltung will den Verkehr in der Straße auch nach der Sanierung weiterhin in zwei Richtungen fließen lassen. „Die Gollnowstraße war früher einmal Einbahnstraße. Allerdings erzeugt das mehr Verkehr als notwendig“, erklärt Wolfgang Kaufmann von der Stadtverwaltung.