2021

Großbaustelle Güsten

2021 dürfte ein gutes Jahr für die Güstener und hier tätigen Baufirmen werden. Es gibt aber natürlich noch viele offene Wünsche.

Güsten/Osmarsleben/Amesdorf l Die Sanierung des Grundschulgebäudes ist nur eines der zahlreichen Großvorhaben. Wie berichtet soll das Vier-Millionen-Euro-Projekt nun im Mai endlich wieder bezugsfertig sein.

Mit gut 400 000 Euro ist auch die Wipperbrücke Osmarsleben kein Pappenstiel. Dieser Tage sollen die Kappen des Bauwerks betoniert werden. Eine Fertigstellung in den nächsten Wochen ist also in Sicht – wenn das Wetter den Brückenbauern weiter in die Karten spielt.

Derweil beseitigt der Bauhof der Stadt in dieser Woche die Bäume in der Neundorfer Straße. Bürgermeister Helmut Zander (SPD) lobte dessen Mitarbeiter im jüngsten Bauausschuss, denn sie würden die geliehene Technik so effektiv wie möglich nutzen. Die Baumfällungen seien ein Zeichen, dass es so schnell wie möglich losgehen werde mit dem Ausbau besagter Straße.

Parallel dazu geht es an die Sanierung des Ratsteichs, der auch der Entwässerung der Neundorfer Straße dienen soll. Dazu erwarte die Stadt demnächst die wasserrechtliche Genehmigung. Das Schlammgutachten sehe jedenfalls schon einmal gut aus, informierte Zander, so dass die teilweise auszubaggernden Sedimente im Bereich des Gewässers gelagert werden könnten.

Bezüglich des Straßenausbaus sagte der Bürgermeister noch, dass die Verwaltung gerade versuche, die Anlieger-Anteile, die ja auf Landtagsbeschluss ab 2020 nicht mehr fällig werden, vom Land finanziert zu bekommen.

Praktisch etwas tun soll sich in diesem Jahr auch bei der Um- und Neugestaltung der Hans-Weniger-Sportstätte. „Am 28. Januar gibt es letzte Absprachen zu Maßnahmen, die noch zum 1. Abschnitt gehören“, lässt Helmut Zander wissen. So sollen im Frühjahr Zufahrt, Laufbahn, Sprunggrube und Rundweg begonnen werden. Derweil laufe der Fördermittelantrag für den 2. Abschnitt (unter anderem Kleinfeld- und Basketballanlage), bei dem 300 000 Euro verbaut werden sollen.

Dazu komme der Spielplatz, der allerdings mit Hilfe einer Erbschaft finanziert wird (siehe nebenstehenden Beitrag).

Ebenfalls für dieses Frühjahr visiert die Stadt die Gestaltung des Guddenstein-Denkmals an, wobei unter anderem der Monolith aufgerichtet wird (Salzland-Kurier berichtete). Mit einer Gießerei in Staßfurt sei auch schon die gusseiserne Platte abgestimmt, erklärt der Bürgermeister. Finanziert wird das Projekt Guddenstein unter anderem auch mit Hilfe von Fördermitteln und Unterstützung durch den Rotaryclub Staßfurt. Im Zuge dieser Maßnahme sollen jetzt noch die beiden Kastanien hier beseitigt werden.

Die Kettensägen sollen ab kommender Woche auch in Amesdorf sprechen. In der Horst-Heilmann-Straße werden die Linden fallen. Wie der Bürgermeister mitteilte, waren diese Bäume über Jahre schon Anlass für Ärger. Anlieger hatten auf die durch Äste und Wurzeln entstandenen Schäden an ihren Häusern aufmerksam gemacht. Auf die entsprechende Frage von Tobias Pochanke antwortete Zander dem sachkundigen Einwohner, dass die Baumschutzsatzung der Stadt eventuelle Ersatzpflanzungen regele.

Erste Schritte sind bezüglich eines weiteren Amesdorfer Problems unternommen. Im hiesigen, für die Nutzung gesperrten Gemeindesaal, sei die Stadt bei der Kostenermittlung der Schäden. Wie sich gezeigt habe, seien die Balken, die das Parkett tragen, vermodert. „Wir wollen dann auch hierfür Fördermittel beantragen, ohne die würde eine Sanierung nicht gehen“, so Helmut Zander.

Desweiteren beginne demnächst der Abriss des ehemaligen Gasometers in der Nachbarschaft des Siechstalteiches.

Handlungsbedarf meldete im Bauausschuss Stadtrat Manuel Pickart (SPD/BfB) erneut zur Sanierung Güstener Straßen an.

Ausschussvorsitzender Lars Lehmann (Linke) regte die Aufstellung eines Straßensanierungskonzepts an – in Anlehnung an das Konzept des Wasser- und Abwasserzweckverbands für Trinkwasserleitungen. Dazu entgegnete Helmut Zander: „Wir haben bereits eine Straßen-Prioritätenliste. Mit dem Zweckverband abstimmen können wir uns trotzdem.“

Die vorliegende Liste sollte die Stadt als Grundlage zur Haushaltsplanung für 2021 verwenden, um Straßen sanieren zu können.

Michael Kruse meinte, dass man 30 bis 40 Jahre bräuchte, um alle Straßen zu sanieren. Andy Nagel (beide CDU) plädierte derweil dafür, „neben einem großen auch mehrere kleinere Projekte anzugehen. Damit die Leute auch sehen, es passiert was“, so der Bauunternehmer.

Zur Prioritätenliste, die Lars Lehmann gern aktualisieren würde, meinte Michael Dobritz (SPD/BfB) noch, dass man seit Jahren darüber rede. „Wir müssen auch mal Maßnahmen im Haushalt festlegen und sie umsetzen.“ Sonst könne man noch so viele Listen aufstellen.

Schon für 2022 ließ Zander wissen, dass man im Gespräch mit einem Planer um die Erneuerung des Dach-Tragwerks der Sekundarschule sei.

Und schließlich blickte der Bürgermeister noch etwas weiter und informierte über ein Integriertes Handlungskonzept, worin die Stadt festhalten sollte, was sie in den nächsten zehn Jahren erreichen wolle.

Enthalten soll dieses Konzept unter anderem den Saal Amesdorf, die Pflege und Wartung des Parks Warmsdorf inklusive Teich und Georgskapelle, die Festwiese Osmarsleben. Ebenso eine Friedhofskapelle und das Bauhof-Gebäude in Güsten, die denkmalgeschützt sind. Auch den Radweg zwischen Güsten und Ilberstedt könne er sich vorstellen.

„Für weitere Gedanken sind wir offen“, sagte Zander. Ende Januar wolle die Saleg als Planungspartner der Stadt die Dokumentation vorstellen mit dem Ziel, in die Förderung zu kommen.