Lockerungen

Grundschulen und Gymnasium in Staßfurt entscheiden sich für Präsenzunterricht

Viele Schulen der Region haben den normalen Unterricht wieder aufgenommen – das Bildungsministerium hatte den Schulleitungen die Entscheidung über den Präsenzunterricht selbst überlassen. Nun geht es ans Aufholen von Defiziten und die Frage, was mit „Test-Verweigerern“ wird.

Von Franziska Richter
Fast alle Schüler gehen wieder in die Schule. Einige Eltern in Staßfurt entscheiden sich gegen Tests und Präsenzpflicht.
Fast alle Schüler gehen wieder in die Schule. Einige Eltern in Staßfurt entscheiden sich gegen Tests und Präsenzpflicht. Foto: dpa

Staßfurt/Güsten - Durchweg heißt es an den Grundschulen in Staßfurt und Umgebung: Wieder in die Schule mit den Kindern! Überall senden die Schulleitungen freudige Nachrichten an die Eltern. „Wir freuen uns sehr auf alle Kinder“, heißt es zum Beispiel von der Goethe-Schule.

Grundschulen wollen wieder normalen Unterricht

„Natürlich sind wir gleich in den Präsenzunterricht gewechselt. Wir sind wahnsinnig froh, diesen wieder anbieten zu können“, freut sich Schulleiterin Andrea Haberzettl an der Grundschule Löderburg. Die Möglichkeit zum normalen Unterricht hat sie, wie die anderen Schulleitungen, ohne Zögern in Anspruch genommen. Die Kleinen seien begeistert, seit Montag wieder in ihre idyllische Dorfschule gehen zu können.

Ob Pestalozzischule oder die Grundschulen Nord, Uhland und Rathmannsdorf – seit Ende letzter Woche oder Anfang dieser Woche gibt es wieder echten Präsenzunterricht. Das Bildungsministerium hatte die Entscheidung zur Öffnung den Schulen selbst überlasen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Eine Präsenzpflicht gilt jedoch nicht.

Testen basiert auf Freiwilligkeit

„Die Kinder führen ihre zwei Tests pro Woche wie selbstverständlich durch“, berichtet die Löderburger Schulleiterin weiter. Fast alle Eltern hätten den Präsenzunterricht gewählt und stimmten dem Testen zu. Glücklicherweise habe die Grundschule eine Studentin vom Land als Unterstützung geschickt bekommen, die separat mit den Kindern kleinere Lerndefizite nachholen kann.

Kleinere Defizite aufzuholen ist auch der nächste Schritt an der Grundschule Güsten. „Dennoch waren viele Kinder und mit ihnen die Eltern sehr fleißig und haben große Lehrfortschritte erzielt“, sagt Schulleiterin Angela Krenckel-Herrmann. Sie findet: „Unsere Kinder hatten lange genug in Gruppen Unterricht. Wir wollten so schnell wie möglich alle wieder in der Schule haben.“ Zu 30 von insgesamt 140 Kindern in der Notbetreuung standen an der Grundschule Güsten in letzter Zeit viele Telefonate mit den Elternhäusern, E-Mails, Hausaufgaben auf der Online-Plattform und dann noch der Wechselunterricht auf dem Programm.

Eltern können ihre Kinder von Präsenzpflicht befreien

Jetzt gilt in Güsten wie an allen Schulen weiterhin Abstand, Maske und Händewaschen. Ab Montag will man wieder zum Unterricht mit verschiedenen Fachlehrer wechseln. Bis Freitag waren die Kinder vorerst nur bei ihrem Klassenlehrer im Unterricht. Ab kommenden Montag gilt dann Regelbetrieb in allen Schulformen. Das heißt aber nicht Präsenzpflicht. Schüler können sich von der Präsenzpflicht befreien lassen. Zum Beispiel, wenn ihre Eltern keine zwei Tests pro Woche für ihr Kind wollen.

„Wir hatten es noch nicht, aber wir müssen uns ernsthaft mit der Frage der ungetesteten Schülern auseinandersetzen“, sagt der Schulleiter des Staßfurter Gymnasiums, Steffen Schmidt. Schüler, die von ihren Eltern von der Präsenzpflicht befreit werden, sind nämlich dennoch schulpflichtig. „Es soll wohl so kommen, dass diese Schüler ungetestet in der Schule zumindest ihre Klassenarbeiten schreiben sollen“, so Schmidt.

Zuhause war es für manchen Schüler bequemer

Seit Montag besuchen alle Gymnasiasten bis auf wenige Ausnahmen wieder freiwillig den Unterricht. Die Sekundarschulen in Staßfurt dagegen sind in dieser Woche noch im Wechselunterricht und beginnen auch am Montag regulär.

„Ich habe in diese Woche mehrere Einzelgespräche mit Eltern geführt, damit sie ihre Kinder doch wieder in die Schule schicken“, so Schulleiter Schmidt. Hier war weniger das Testen das Problem, sondern eher, dass es zuhause ohne Schule ganz gemütlich geworden war. „Ansonsten ist die Stimmung sehr positiv und die Schüler sind vorbildlich, tragen sogar freiwillig Maske auf dem Schulhof.“