Bauarbeiten

Hoffnung für Bahnübergänge

Viele Jahre galten die Bahnübergänge in der Neundorfer Straße in Staßfurt sowie in Rathmannsdorf als vergessen.

Von Falk Rockmann

Staßfurt/Rathmannsdorf l Als „Reifentöter“ hatte der Bahnübergang in Staßfurt, Neundorfer Straße, schon seinen Beinamen weg. Immer wieder stand er in der öffentlichen Kritik, wurde die Unfallquelle im Verlauf der Landesstraße 72 mehr schlecht als recht ausgebessert. Als der Straßenabschnitt zwischen Staßfurt und Neundorf plötzlich im vergangenen Jahr seine Sanierung erfuhr, keimte schon Hoffnung – vergeblich.

Auch die „Sprungschanze“, über die Kraftfahrer in der Ilberstedter Straße in Rathmannsdorf bislang müssen, schien vergessen. Abgesehen davon, dass der Bahnübergang im Verlauf der Landesstraße 71 Kraftfahrer wie Anlieger quasi seit Jahrzehnten ärgert – als die Gleise der entwidmeten, einstigen „Kanonenbahn“ vor zwei Jahren demontiert wurden, schienen auch diese Übrigbleibsel für immer vergessen.

Nun auf Nachfrage des Salzland-Kuriers zwei sehr gute Nachrichten von der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt: Mit der Ausschreibung für den Ausbau der Neundorfer Straße in Staßfurt, die jetzt erfolge, werde auch der Bahnübergang einschließlich der Rad- und Fußweg-Situation berücksichtigt. Laut Behördenleiter Stefan Hörold sei die Umsetzung der Maßnahmen 2016/17 geplant.

Und für den Bahnübergang in Rathmannsdorf konnte Hörold mitteilen, dass nach endgültiger Klärung der Eigentumsverhältnisse mit der Bahn die dortigen Reste 2016 beseitigt würden. Irmtraut Hartung, die wenige Meter daneben wohnt, kann es kaum fassen. „Wie oft habe ich gehört: Wir kümmern uns darum. Nie ist was passiert“, so die Rentnerin. „Erst war es der ,Gardinenzug‘ – ein Interzonenzug – mit der ,Taigatrommel‘ vorndran, die uns nicht schlafen ließen. Dann diese ,Sprungschanze‘, über die die Lkw donnern.“ Von zerstörten Autos ganz zu schweigen.

Die Seniorin glaubt es erst, wenn die Gleise ganz weg sind.