Landtagswahl

Im Bernburger Wahlkreis entscheidet in Güsten Briefwahl zugunsten der CDU

AfD liegt in vier von fünf Wahllokalen bei der Erststimme deutlich vorn. Wahl per Post macht Vorsprung der Christdemokraten aus.

Von Enrico Joo
Die CDU holte im Bernburger Wahlkreis das Direktmandat. In Güsten war es knapper.
Die CDU holte im Bernburger Wahlkreis das Direktmandat. In Güsten war es knapper. Repro: Enrico Joo

Güsten/Bernburg - In Güsten und den Ortsteilen Amesdorf, Osmarsleben und Warmsdorf waren 3373 Wahlberechtigte zugelassen. Am Ende wurden 1790 gültige Stimmen abgegeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,02 Prozent.

Claudia Weiss hat dabei für die AfD in allen Ortsteilen von Güsten die meisten Stimmen bei den Erststimmen bekommen. Auch im Güstener Wahllokal „ehemaliger Ratskeller“ lag sie vorn. Nur im Wahllokal „ehemalige Kita“ in Güsten musste sie CDU-Mann Stefan Ruland den Vortritt lassen.

Dass Ruland am Ende in Güsten für alle Wahllokale auf 32,18 und Claudia Weiss nur auf 29,05 Prozent kommt, liegt dabei an der Briefwahl, die extra gezählt wird. 488 gültige Stimmen gab es in Güsten bei der Briefwahl. Und hier lag die CDU sowohl bei den Erststimmen als auch den Zweitstimmen weit vorn. Bei den Erststimmen kam Ruland auf 38,52 Prozent vor Claudia Weiss mit 16,39 Prozent. Noch deutlicher ist die Diskrepanz bei den Zweitstimmen. Hier kommt die CDU auf 43,24 Prozent und die AfD nur auf 15,16 Prozent. Die Linken liegen knapp hinter der AfD. Sie kommen mit Henriette Krebs auf 16,19 Prozent der Erststimmen. Ihre Partei kommt bei den Zweitstimmen auf 14,14 Prozent.

Insgesamt liegt die AfD auch bei den Zweitstimmen deutlich über dem Landestrend. Sie kommt in Güsten auf 27,09 Prozent. Auffällig ist auch in Güsten die Schwäche der Grünen. In Warmsdorf stimmte niemand für die Partei ab.

Kleine Erfolgserlebnisse in Güsten dürfen die Linken feiern, die ebenfalls über dem Landestrend liegen. Henriette Krebs bekam bei den Erststimmen in Amesdorf 18,62 Prozent. „Es war ein sehr engagierter Wahlkampf. Ich hatte viel Zuspruch für meine Themen“, so Krebs. Überall habe es aber eine Zuspitzung zwischen AfD und CDU gegeben. „Für viele war es am Ende eine Vernunftwahl. Sie wollten nicht, dass Sachsen-Anhalt im braunen Sumpf versinkt und haben CDU gewählt. Haseloff hat gezogen“, sagt sie. Die Linken werden im Kreis jetzt in die Analyse gehen.