Flugplatz

In Cochstedt kann doch noch kein Flieger abheben oder landen. Der Start verzögert sich Corona-bedingt

In Cochstedt kann ab 1. August - wie ursprünglich geplant - noch nicht wioeder geflogen werden. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Braunschweig stimmt einen neuen Termin mit der Luftfahrtbehörde ab

Von René Kiel
Der Verkehrsflughafen in Cochstedt mit seinem Tower und dem Passagierterminal.
Der Verkehrsflughafen in Cochstedt mit seinem Tower und dem Passagierterminal. Foto: René Kiel

Cochstedt - Die vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) geplante Wiedereröffnung des Verkehrsflughafens Cochstedt verschiebt sich weiter. „Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten haben sich mittlerweile Verzögerungen ergeben. Ein neuer Termin ist aktuell in Abstimmung mit der Luftfahrtbehörde. Hier werden wir erst in den nächsten Wochen Genaueres sagen können. In jedem Fall wird jeder neue Termin auch eine gewisse Vorlaufzeit benötigen“, teilte DLR-Sprecher Falk Dambowsky auf Anfrage der Staßfurter Volksstimme mit.

Das DLR, das das Flughafen-Gelände nach der Insolvenz der dort tätigen Unternehmen erworben hat, um es zum Nationalen Erprobungszentrums für unbemannte Luftfahrtsysteme (UAS) aufzubauen, hatte ursprünglich den 1. Mai beziehungsweise den 1. August als Starttermin für den Flughafenbetrieb genannt.

Mit der Luftfahrtbehörde des Landes Sachsen-Anhalt sei für die Wiederinbetriebnahme ein mehrstufiges Konzept vereinbart worden, so Dambowsky. Die Wiederinbetriebnahme werde voraussichtlich zwei Jahre dauern für Flugzeuge bis zu einem Höchstabfluggewicht von 5,7 Tonnen im Sichtflugbetrieb. Das soll in zwei Ausbaustufen erfolgen. In der ersten Ausbaustufe sollen dort Flugzeuge bis zu einem Höchstabfluggewicht von 14 Tonnen abgefertigt werden können. In dieser Zeit soll der Instrumentenflugbetrieb möglich sein, aber kein Instrumentenlandesystem (ILS) mehr, sondern die Nutzung von SBAS. Dabei handelt es sich um satellitengestütztes System für die Zivilluftfahrt. „Der entsprechende Antrag wurde bereits gestellt“, sagte der DLR-Sprecher.

In der zweiten Ausbaustufe sollen in Cochstedt Flugzeuge bis zu einem Höchstabfluggewicht von 14 Tonnen standardmäßig im Instrumentenflugbetrieb landen können. Zudem soll es die Möglichkeit geben, dort vereinzelte Charterflüge und qualifizierten Geschäftsreiseverkehr durchzuführen. „Die Öffnungszeiten werden sich an den normalen Arbeitszeiten im DLR orientieren“, sagte Dambowsky.

Die Wiederaufnahme von Passagierverkehr im Linienbetrieb wie es ihn vor Jahren mit der Fluggesellschaft Ryanair gegeben hatte, sei nicht geplant, da der Fokus des Flughafens auf den Forschungsaktivitäten liegen werde, so Dambowsky. Aus diesem Grund sollen die Abfertigungskapazitäten für Passagiere, die durch den Einsturz eines Terminal-Anbaus verringert wurden, nicht wieder aufgebaut werden. Zur Absicherung des Flugebetriebes in Cochstedt müssen voraussichtlich sechs bis zehn Mitarbeiter eingestellt werden, so das DLR.