Hochwasserkatastrophe

In Egeln, Unseburg, Wolmirsleben und Tarthun gibt es große Herzen für Flutopfer

Die schlimmen Bilder aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, die von einer Hochwasserkatastrophe ungeahnten Ausmaßes betroffen sind, lassen die Herzen der Menschen in der Egelner Mulde nicht kalt.

Von René Kiel 20.07.2021, 18:25
Auch der Fraktionschef der Unabhängigen Wählergemeinschaft im Egelner Stadtrat, Helmut Stöhr (r.) beteiligte sich mit einem 50-Euro-Schein an der Spendenaktion auf dem Egelner Marktplatz.
Auch der Fraktionschef der Unabhängigen Wählergemeinschaft im Egelner Stadtrat, Helmut Stöhr (r.) beteiligte sich mit einem 50-Euro-Schein an der Spendenaktion auf dem Egelner Marktplatz. Foto: René Kiel

Egeln/Wolmirsleben - Die spontane Sammelaktion, die der Ausschuss für Kultus und Soziales des Egelner Stadtrates gestern in der Zeit von 10 bis 12 Uhr auf dem Marktplatz der Bördestadt an einem kleinen Stand durchführte, war ein voller Erfolg.

Wie Ausschusschefin Marlies Hildebrandt (UWGE) danach verkündete, kam in dieser Zeit die stolze Summe von 1924 Euro zusammen. Dort hatten sich mehr als 66 Spender in die ausliegenden Listen eingetragen, darunter auch Egelns Bürgermeister Reinhard Luckner (UWGE) und der Fraktionschef der Unabhängigen Wählergemeinschaft Egeln, Helmut Stöhr. Beide Kommunalpolitiker fütterten das rote Sparschwein jeweils mit einem 50 Euro-Schein.

„Wir sammeln weiter“, sagte Marlies Hildebrandt angesichts dieses sensationellen Ergebnisses. „Das Geld wird nicht an eine anonyme Organisation überwiesen, sondern an einen kleinen, schwer vom Hochwasser heimgesuchten Ort“, sagte die Ausschusschefin. Der Bürgermeister will in Erfahrung bringen, wo die Hilfe aus Egeln dringend benötigt wird.

Das Geld soll zunächst auf einem Sonderkonto der Stadt eingezahlt werden. „Wir wollen die vom Hochwasser geschädigten Leute nicht mit unserem Besuch belästigen und die Rettungs- und Aufräumungsarbeiten vor Ort nicht behindern, sondern zielgerichtet helfen, wo das Geld gebraucht wird“, sagte der Bürgermeister der Staßfurter Volksstimme. Er war angenehm überrascht über die große Spendenbereitschaft der Egelner, auch von denen, die nicht so viel Geld besitzen.

Unterstützt wurde die Sammelaktion vom Fraktionschef von Bündnis 90/Die Grünen des Egelner Stadtrates, Reinhard Köpke, sowie von der sachkundigen Bürgerin des Ausschusses Karin Rehder und von Edita Hofmeister. „Es lag uns sehr am Herzen zu helfen, weil das einfach eine solche große Not ist, die da passiert ist. Das geht einfach nicht. Da muss man einfach was tun “, sagte Karin Rehder und fügte in Anspielung auf 1994 hinzu: „Wir sind ja selber hochwassergeschädigt gewesen. Wir hatten früher immer mit Hochwasser zu tun gehabt. Daher wissen wir, wie schlimm das ist. So schlimm, wie es dort ist, das haben wir aber noch nie erlebt.“

Auch der neuformierte Sportverein Wolmirsleben/Unseburg/Tarthun und der SV Plötzkau 1921 spendeten für die Hochwasseropfer in den betroffenen Bundesländern, teilte der erste stellvertretende Vereinsvorsitzende Markus Evert der Staßfurter Volksstimme mit.

Evert: „Bei einer Spendenaktion in Wolmirsleben anlässlich des Achtelfinales im Sparkassen-Cup am vergangenen Freitag kamen 1000 Euro zusammen, denn der Vorstand des SV Wolmirsleben/Unseburg/Tarthun hatte die Idee, die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern des ersten Heimspiels der ersten Mannschaft in diesem Jahr den Geschädigten des Hochwassers zu spenden. Auch dank der Plötzkauer Mannschaft, die ihre ,Siegesprämie' für den Einzug in die nächste Runde spendete, kann der Verein nun eine beachtliche Summe auf ein Spendenkonto überweisen.“

Aber auch die Schiedsrichter hätten auf einen Teil ihrer Aufwandsentschädigung verzichtet. Darüber hinaus hätten auch die Zuschauer sowie Spieler ihre Portemonnaies für den guten Zweck geöffnet. „Der Verein bedankt sich recht herzlich bei allen Unterstützern“, sagte Evert.

Die Fußballer des neuformierten Vereins SV WUT iniierten eine Spendenaktion für die Flutopfer.
Die Fußballer des neuformierten Vereins SV WUT iniierten eine Spendenaktion für die Flutopfer.
Foto: Harald Maier