Corona-Virus

In Staßfurt große Nachfrage nach Spontanimpfungen

Seit Montag bietet das Impfzentrum in Staßfurt auch spontane Erstimpfungen an. Die sind am ersten Tag sehr gut gefragt. Ab Donnerstag können sich die Bürger auch mit Johnson & Johnson impfen lassen. Ab Montag, 12. Juli, sind spontane Erstimpfungen auch in Bördeland, Calbe, Bernbugr und Aschersleben möglich.

Von Enrico Joo und Andreas Mangiras 06.07.2021, 18:02
Eine Mitarbeiterin des Impfzentrums des Salzlandkreises in Staßfurt spritzt einer Frau eine Impfdosis gegen das Coronavirus.
Eine Mitarbeiterin des Impfzentrums des Salzlandkreises in Staßfurt spritzt einer Frau eine Impfdosis gegen das Coronavirus. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Staßfurt - In vielen Kommunen und Kreisen sind die Tage die immer gleichen Diskussionen und Hilfeschreie wahrzunehmen. Die Impfbereitschaft der Bürger sinkt, es werden Termine liegengelassen. Termine für die Zweitimpfung werden nicht wahrgenommen und auch nicht abgesagt. Daraus hatte sich sogar eine bundesweite Debatte entsponnen, ob diese Bürger dafür betraft werden sollten, wenn sie unangekündigt nicht zum Termin der Impfung erscheinen.

Das sind Fragen, mit denen sich der Salzlandkreis aber gar nicht beschäftigen muss. „Wir haben im Impfzentrum vereinzelt Absagen von Bürgern. Diese haben aber vorher ihren Termin selbst abgesagt. Dass Bürger unangekündigt ihren Termin nicht wahrnehmen, stellen wir bisher nicht fest. Das ist bisher kein Problem“, sagte Thomas Michling, Leiter des Impfzentrums.

Impfdosen werden nicht gehortet

Im Gegenteil. Der Salzlandkreis muss bisher keine Impfdosen horten. Ende vergangener Woche hatte der Kreis angekündigt, dass seit Montag ab 15 Uhr auch spontane Erstimpfungen möglich sind. Dafür muss kein Termin mehr ausgemacht werden. Die Nachfrage ist groß. „Das Angebot der Spontanimpfungen im Impfzentrum in Staßfurt ist am ersten Tag sehr gut angenommen worden. 140 Bürger wollten sich ohne vorherige Terminvereinbarung gegen das Coronavirus impfen lassen“, so Michling.

Dabei zeigt sich, dass der Salzlandkreis sogar mehr Vakzine verabreicht hat, als ursprünglich für die Spontanimpfung vorgesehen waren. In seiner Pressemitteilung hatte der Salzlandkreis verkündet, dass bis zu 100 spontane Erstimpfungen möglich wären. Nun waren es sogar 140. Thomas Michling erklärte dazu: „Wir vergeben täglich bis zu 250 Termine für Erstimpfungen im Impfzentrum in Staßfurt. Da in den vergangenen Tagen nicht jeder dieser Termine vergeben werden konnte, waren problemlos auch mehr spontane Erstimpfungen möglich.“

Angebot wird in die Fläche ausgeweitet

Das Angebot der spontanen Erstimpfungen besteht erst einmal für die nächsten Wochen. „Wir haben aufgrund der angekündigten wöchentlichen Lieferungen in den nächsten vier Wochen Planungssicherheit. In diesem Zeitraum werden wir weiterhin Spontanimpfungen anbieten, auch in einigen Impfstationen. Dazu befinden wir uns aktuell aber noch in Abstimmung mit den Städten“, informierte Michling.

„Ab Donnerstag werden im Impfzentrum dann auch Vakzine von Johnson & Johnson angeboten. Diese haben den Vorteil, dass keine Zweitimpfung nötig ist. Das erleichtert sicherlich einigen auch die Urlaubsplanung.“ Die vollständige Schutzwirkung sei etwa zwei Wochen nach der Impfung erreicht.

Weil der Kreis nach eigenen Angaben immer größere Mengen an Impfstoff bekommt, will er jetzt mit seinen Angeboten über Staßfurt hinaus in die Fläche gehen. Damit können sich für Impfwillige die Wege erheblich verkürzen.

Ab kommenden Montag, 12. Juli, nimmt der Salzlandkreis in Zusammenarbeit mit verschiedenen Stadtverwaltungen wieder den Betrieb in einigen Impfstationen auf, teilte er gestern mit. Dazu zählen Bernburg, Aschersleben, Seeland, Calbe und Bördeland. Dort könne sich unabhängig vom Wohnsitz jeder impfen lassen. Die konkreten Details würden aktuell noch geklärt.

Appell für mehr Gesundheitsschutz

„Wir erhalten in den nächsten Wochen deutlich mehr Impfdosen verschiedener Hersteller als bislang geplant“, erklärte Landrat Markus Bauer (SPD) in einer Mitteilung. „Deswegen können wir einen Teil der aufgebauten Strukturen in unseren Einheits- und Verbandsgemeinden wieder effizient nutzen, um es den Bürgern so einfach wie möglich zu machen.“

Bauer appellierte an jene, die das Angebot einer Schutzimpfung gegen das Coronavirus bisher nicht genutzt haben: „Schützen Sie sich und die Gesundheit ihrer Mitmenschen.“

Rund ein Drittel der Bürger im Salzland hat nach Kreisangaben eine Erstimpfung im Impfzentrum beziehungsweise in den Impfstationen erhalten, knapp 25 Prozent eine Zweitimpfung. Hinzu kommen die Geimpften, die sich mittlerweile bei einem niedergelassenen Arzt haben impfen lassen.

Um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, sind nach Bundesangaben über 80 Prozent Geimpfte in der Gesamtbevölkerung erforderlich. Es wird davon ausgegangen, dass sie in bestimmten Altersgruppen wie von 16 bis 59 und ab 60 Jahren deutlich höher liegen muss. Dies hängt damit zusammen, dass Kinder nicht geimpft werden und es Menschen gibt, die sich nicht impfen lassen wollen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen dürfen.

Verschiedene Impfstoffe zur Verfügung

Zur Verfügung stehen für die Impfungen in den nächsten Wochen im Impfzentrum sowie in den jetzt wieder eröffneten Impfstationen mittlerweile alle in der EU zugelassenen Impfstoffe, überwiegend jedoch die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna, teilte der Kreis mit.

Möglich ist seinen Angaben zufolge auch eine Impfung mit dem Impfstoff Astrazeneca. Sofern die Wahl darauf fällt, wird nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission bei der Zweitimpfung frühestens nach vier Wochen ein mRNA-Impfstoff gespritzt. Die Schutzwirkung dieser Kreuzimpfung ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums teilweise sogar höher.

Termine für Erstimpfungen können laut Kreis für die nächsten Tage im Impfzentrum in Staßfurt über die Telefonhotline vereinbart werden. Diese ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr erreichbar unter (03471) 684 26 86.