Investition

In Staßfurt Startschuss für Mega-Salzwerk

Eine der modernsten Salzsiedereien Europas geht in Staßfurt an den Start. 140 Millionen Euro hat die polnische Ciech Gruppe investiert. 140 Arbeitsplätze sind entstanden.

Die neue Salzsiederei in Staßfurt, hier eine  Aufnahme aus der Bauphase, läuft zurzeit an. Im vierten Quartal soll die Produktion beginnen.
Die neue Salzsiederei in Staßfurt, hier eine Aufnahme aus der Bauphase, läuft zurzeit an. Im vierten Quartal soll die Produktion beginnen. Foto: Ciech Gruppe

Staßfurt - am/fr/vs

Europas modernste Siedesalz-Anlage fährt hoch. Aktuell befindet sich das Werk im Vorbetrieb, voraussichtlich im vierten Quartal soll die Produktion beginnen. Das hat die in der polnischen Hauptstadt Warschau ansässige Ciech Gruppe in einer Mitteilung angekündigt. Das Unternehmen hat in Staßfurt nach eigenen Angaben 140 Millionen Euro in eine der, ebenfalls nach Unternehmensangaben, umweltfreundlichsten Anlagen investiert und 140 neue Arbeitsplätze geschaffen. Ciech, nach eigenen Angaben führend in der Produktion von Salz, Soda und Natron in der EU, betreibt in Staßfurt bereits das Soda-Werk. Der Ciech-Konzern wird in Staßfurt mit dem Salzwerk dann 500 Mitarbeiter beschäftigen, weltweit insgesamt 3000.

Zeitweise arbeiteten 1000 Menschen auf der Megabaustelle. Corona-bedingt mussten jedoch im Frühjahr 2020 die Bauarbeiten unterbrochen werden.

Seit 22. Juni werden am Staßfurter Standort bereits die ersten Salztabletten produziert. Dies sei Teil der Vorinbetriebnahmephase, hieß es weiter. Salztabletten bilden demnach das Grundelement im Angebot des Staßfurter Werks. Sie hätten einen hohen Anteil an der jährlichen Produktionskapazität in Höhe von 450 000 Tonnen Siedesalz pro Jahr. Die Ciech Gruppe will nach Erreichen der vollen Kapazität zu den führenden europäischen Herstellern von Siedesalz gehören.

Position in Europa stärken

„Mit der neuen Anlage in Staßfurt wollen wir unsere Position auf den internationalen Märkten weiter festigen“, wird Andrzej Dawidowski, Leiter des Geschäftsbereichs Salz bei Ciech, in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert.

In der neuen Salzanlage in Staßfurt nutzt die Chemiegruppe demnach eigene Solevorkommen für die Salzgewinnung. Mit einer besonders effizienten und energiesparenden Technologie soll die Sole unter Zuführen von Wasserdampf zum Sieden gebracht werden. Das daraus resultierende Nasssalz hat nach Firmenangaben eine Restfeuchte von 2,5 Prozent. Es wird in einem weiteren Produktionsschritt zu Trockensalz und Salztabletten weiterverarbeitet.

Erste Salztabletten

Erst vor kurzem wurde die erste Charge Nasssalz produziert. Nun folgen die ersten Salztabletten. Diese seien laut Ciech besonders für den westeuropäischen Markt, etwa Deutschland, Frankreich, Italien und andere Länder interessant, wo die Wasserhärte sehr hoch sei.

Zum Einsatz kommen Salztabletten beispielsweise in Wasseraufbereitungsanlagen und helfen beim Enthärten von Wasser. Das Börsen-notierte Unternehmen kündigte an, in den kommenden Wochen und Monaten sein Produktportfolio um Speise-, Jodiertes Speise-, Industrie- und Pharmasalz zu erweitern.