Staßfurt l Seit die Staßfurter Wohnungs- und Baugesellschaft (Wobau) angekündigt hat, dass sie in ihr eigenes Haus am Sperlingsberg, das Bürgerinformationszentrum BIC, zieht und dafür den Mietvertrag mit der Krankenkasse DAK gekündigt hat, verfestigt sich in Staßfurt ein Gerücht. Die DAK geht weg. Nach Volksstimme-Informationen haben Mitbewerber sogar bereits versucht, die Krankenkassenkunden für sich zu werben – mit dem Hinweis auf den Wegzug.

DAK bleibt

Jetzt steht fest: die DAK bleibt in Staßfurt. Richtig ist, dass ein Umzug bevorsteht. Der allerdings hat für Andreas Umlauf und die neun weiteren Mitarbeiter des Servicezentrums die ehemaligen Räume der Deutschen Bank in der Steinstraße 49 zum Ziel. „Alles Vertragliche ist geregelt. Die Räume werden jetzt für uns vorbereitet. Am 13. August eröffnen wir dort das servicezentrum“, sagt der Leiter.

Wobau hat Eigenbedarf

Der Staßfurter Standort, so Andreas Umlauf, sei für die Präsenz der Krankenkasse im Salzland wichtig. Er ist aus einer sogenannten Bezirksgeschäftsstelle, später Servicestelle, hervorgegangen. 2016 und 2017 schlossen diese Stellen in Schönebeck und Aschersleben aufgrund interner Umstrukturierungsmaßnahmen. Die DAK betreut ihre 15 000 Kunden vom Servicezentrum in Staßfurt aus, das seit 2009 systematisch für diese Funktion etabliert wurde. Andreas Umlauf erklärt, dass diese Standortwahl zum einen damit zu tun habe, dass die Salzstadt in der Mitte des Salzlandkreises liege und von allen Regionen aus eine ähnliche Erreichbarkeit garantiere. Zudem gebe es in Staßfurt die größte Versichertenstruktur der DAK.

Vorgeschichte

Nach Anfängen in der Gollnowstraße zog die Krankenkasse 2002 als Mieter in das Wobau-eigene Haus am Stadtsee, von Anfang an war das Gebäude auch dafür konzipiert. Zunächst mit der Stadtinformation als Nachbar. Bis heute mit den Stadtwerken. „Dieser Standort mitten in der Stadt ist sehr gut“, sagt Andreas Umlauf. Man könne repräsentieren und sei gut zu finden. Deshalb kam die Kündigung des Mietvertrages Ende 2017 überraschend. Mit den zuständigen Entscheidungsgremien der Kasse wurde seitdem abgestimmt, wie es weiter gehen soll. „Entscheidend war, dass wir entsprechend große Räume finden, am besten in der Innenstadtnähe, und dass wird dort auch alle Vorgaben der Arbeitsstättenrichtline einhalten können.“ Dabei gehe es zum Beispiel um Barrierefreiheit, Fenster oder Belüftung sowie Mindestgrößen von Arbeitsplätzen. Fündig wurde man in den einstigen Bankräumen, bis dato ungenutzt. Zentrumsnähe und ausreichend Parkmöglichkeiten sind Pluspunkte. Andreas Umlauf berichtet von die Unterstützung der Stadt und dass Staßfurts Wirtschaftsförderer Christian Schüler Kontakte zu Vermietern und Gespräche vermittelt habe.

Wegzug der Bank

Am neuen Standort bleibe auch nach dem Umzug alles wie es ist. Die Deutsche Bank war 2017 aus Staßfurt auch mit der Begründung weggezogen, dass sich das Kundengeschäft in das Internet verlagere. Diese „Gefahr“ bestehe für die DAK nicht, so Andreas Umlauf. Selbstverständlich mache die Digitalisierung auch vor der Krankenkasse nicht Halt, bestimmte Leitungen werden online angeboten, die Kunden nähmen das an. Man arbeite inzwischen komplett papierlos. Allerdings setze man nach wie vor auf die persönliche Ansprechbarkeit.

Dauerhafter Umzug ist Ziel

Im Servicezentrum würden die Kundenberater per Telefon für kleinere Anliegen und Anfragen oder direkt erreichbar sein. Gehe es um Sachberatungen, wie zum Beispiel die umfangreiche Beantragung eines Pflegefalls, seien wie jetzt auch schon die Mitarbeiter des Fachzentrums in Magdeburg zuständig. „Wir erhalten die Präsenz vor Ort und ziehen uns nicht aus der Fläche zurück. Der Standort Staßfurt hat auch seitens der Leitung Rückendeckung.“ Dass alles in große Callcenter ausgelagert werde und Geschäftsstellen damit überflüssig seien, ist nicht vorgesehen, so Andreas Umlauf.