Winterdienst

Kann der nächste Winter in Staßfurt kommen?

Warum in Förderstedt erneut nach Aktivitäten der Stadt Staßfurt beim Wintereinbruch im Februar gefragt wird

Von Enrico Joo
Anfang Februar versank auch Staßfurt im Schneechaos. Die viel befahrene Steinstraße wurde zur Schneepiste.
Anfang Februar versank auch Staßfurt im Schneechaos. Die viel befahrene Steinstraße wurde zur Schneepiste. Foto: Franziska Richter

Förderstedt - In diesen Tagen ist es gefühlt kaum zu begreifen, was in Staßfurt und den Ortsteilen vor vier Monaten so los war. Während es jetzt mittlerweile angenehm warm ist und der Sommer nun wohl tatsächlich einkehrt, gab es Anfang Februar den schlimmsten Wintereinbruch seit vielen Jahren. Alles versank unter riesigen Schneemassen. Noch Wochen später konnte man auf dem Neumarkt in Staßfurt die Folgen sehen. Haushoch lag dort der aufgetürmte Schneeberg, der erst im späten Frühling weggeschmolzen war.

Die Auswirkungen beschäftigen so manchen Staßfurter noch heute. Im Ortschaftsrat Förderstedt wollte Detlef Michelmann (FDP) wissen, was aus seiner Anfrage zum Winterdienst geworden ist. „Es ist jetzt zehn Wochen her, dass ich nach dem Katastrophenplan für den Winter gefragt habe. Ich habe immer noch keine Antwort. Man könnte fast das Gefühl haben, dass dieser erst erstellt werden muss“, sagte er. Wobei der letzte Satz etwas sarkastisch gemeint war.

Die anwesenden Mitarbeiter der Stadtverwaltung konnten vor Ort bei der Sitzung des Ortschaftsrates nicht klären, warum Detlef Michelmann bisher keine Antwort bekommen hat. Dafür meldete sich Susanne Epperlein, Fachdienstleiterin für Stadtsanierung und Bauen, zu Wort und erklärte, wie die Stadt im Februar vorgegangen ist. „Es gibt ein Winterdienstdokument“, sagte sie. „In diesem gibt es ein Straßenverzeichnis mit Prioritätenliste.“

Verschiedene Prioritäten bei der Beräumung

Jede einzelne Straße in Staßfurt wird also in eine von drei Prioritäten eingestuft. Die Straßen mit den höchsten Prioritäten werden zuerst geräumt. „In der ersten Priorität sind unter anderem Straßen mit Kitas und Schulen. Straßen also mit öffentlichen Einrichtungen. In der zweiten Priorität sind Straßen mit gefährlichen Verkehrspunkten wie starken Kurven oder Steigungen. In der dritten Priorität sind dann Anwohnerstraßen“, so Epperlein.

Im April wäre demnach der Wintereinbruch aus dem Februar ausgewertet worden. „Bauern wurden angesprochen, ein Notfallplan erarbeitet, um per Stunden- oder Tagessatz auf die Hilfe der Landwirte zurückgreifen zu können. Wir sind dazu in der Lage, ad hoc zu reagieren und hoffen, dass es in Zukunft keine Anlaufschwierigkeiten mehr gibt“, sagte Epperlein.

Detlef Michelmann schüttelte den Kopf. Darum ging es ihm nicht. „Es geht mir darum, dass es an dem Freitag noch hieß, dass alles gut ist, dass man gewappnet ist und es am Montag darauf trotzdem zum Chaos gekommen ist“, sagte er. Er will geklärt haben, warum die Straßen trotz Ankündigung erst sehr viel später geräumt wurden. Seine Kritik ist aber auch genereller Natur. „Es ist nicht das erste Mal, dass man eine Anfrage an die Stadtverwaltung stellt und keine Antwort bekommt“, so Michelmann.