Ortsverband des Technischen Hilfswerks steht bereit / Bode- und Wipperpegel im grünen Bereich

Katastrophenschutzzug Staßfurt evakuiert Altenpflegeheim an der Saale in Bernburg

Von Falk Rockmann

Akutes Hochwasser ist im Raum Staßfurt momentan kein Thema. Bode- und Wipperpegel befinden sich im grünen Bereich. Dennoch hat die Stadt Staßfurt einen Krisenstab eingerichtet, stehen Feuerwehren und Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks Gewehr bei Fuß. Unterdessen rückte der Katastrophenschutzzug des DRK-Kreisverbands Staßfurt-Aschersleben am Nachmittag zur Evakuierung eines Altenheims in Bernburger Rosenhag aus.

Staßfurt/Güsten l Neun Kameraden starteten gegen 17 Uhr vom Hof der DRK-Rettungswache in der Staßfurter Bodestraße gen Bernburg. Die Mitglieder des Katastrophenschutzzuges vom DRK-Kreisverband Staßfurt-Aschersleben hatte Zugführer Ralf Kahle zusammengetrommelt. Ihr Auftrag: Evakuierung eines Altenpflegeheims, das sich im Rosenhag gleich neben der Saale befindet.

"Die Leute um diese Zeit zusammenzuholen, ist nicht ganz einfach. Viele mussten ihren Arbeitsplatz verlassen", so Kahle. Und nicht alle Kameraden arbeiten in Staßfurt. Die neun Männer und Frauen, die mit einem Lkw, drei Krankentransportwagen und zwei Mannschaftstransportern nach Bernburg ausrückten, richteten sich auf eine ungewisse Einsatzzeit ein. "Ich habe mir vorsichtshalber eine Klappstulle eingepackt", berichtet Ralf Kahle, wohlwissend, dass nach dem Evakuierungsauftrag weitere folgen könnten. Die Senioren aus Bernburg, die liegend transportiert werden müssen, kommen im Krankenhaus Staßfurt unter. Den neuen Aufenthaltsort für die anderen erfuhren die Helfer von der Bode vor Ort.

"Wir stehen Gewehr bei Fuß", konnte derweil auch der Ortsbeauftragte des Technischen Hilfswerks Staßfurt gestern mitteilen. Christian Wieser: "Wir warten nur auf den Einsatzbefehl des THW-Hauptamts in Magdeburg." Mit zehn Leuten könnten die Staßfurter sofort starten, wenn sie gerufen werden. Erst im Januar 2011 hatten die Helfer von der Bode ihren letzten Hochwassereinsatz in Staßfurt und Umgebung.

"Es ist alles entspannt im Bereich der Bode."

In Staßfurt lag der Bode-Pegel gestern bei 2,71 Meter und hatte damit die Grenze zur Alarmstufe I überschritten. Die Stadt hatte dennoch ihren bewährten Krisenstab aktiviert. Schon seit Sonntag ist die Grenzstraße gesperrt, weil das Bodewasser in die Kanalisation zurückdrückt. Fred Kalcher vom Krisenstab konnte aber einschätzen: "Es ist alles entspannt im Bereich der Bode. Es kann passieren, dass wir in den Alarmstufenbereich II kommen." Von "oben" sei jedenfalls kein Niederschlag mehr zu erwarten.

"Wir sind weit entfernt von der Situation 2011."

Die Stadt Güsten hatte den Höhepunkt des Wipperhochwassers bereits am Sonnabend registriert. Da musste erneut das Liethe-Wehr gezogen werden. Und wieder lief auch die Baugrube für das neue Wipperwehr bei Warmsdorf voll. "Sonst ist beim Pegelstand der Wipper alles im grünen Bereich", informierte der Verwaltungschef der Verbandsgemeinde Saale-Wipper Steffen Globig auf Nachfrage. In Zahlen ausgedrückt hieß das an der Pegelmessstation Groß Schierstedt 1,70 Meter.

Allerdings bereitet die Saale auch im Gebiet der Verbandsgemeinde Sorgen. "Der Scheitelpunkt ist noch nicht erreicht", so Globig gestern. Bei Plötzkau eroberte der Fluss die Auen. Für den Abend rechnete man damit, dass die Saale den Ort erreicht. "Die Feuerwehr hat im Laufe des Tages begonnen, Sandsäcke zu füllen."

In Alsleben eine ähnliche Situation. "Aber die Alsleber, die im Ausdehnungsbereich der Saale wohnen, leben damit. Da kann man auch relativ wenig machen", erklärt der Verbandsgemeinde-Bürgermeister, "Wir sind dennoch weit entfernt von der Situation 2011. Da hatten Straßen unter Wasser gestanden, auch der Plötzkauer Bleichplan, wo der Pflaumenkuchenmarkt stattfindet."