Verein "Goldene Aue" Hecklingen

Kleingärtner ziehen vor Saisonende Bilanz

Von Nora Stuhr

Blumenzwiebeln sind in der Erde, Bäume wurden verschnitten, die Lauben sind winterfest – der Kleingartenverein "Goldene Aue" aus Hecklingen ist für die kalte Jahreszeit gerüstet. Bevor die Saison der Laubenpieper aber in die Pause geht, ziehen die Mitglieder Bilanz. Vereinschef Peter Knauf nennt Zahlen, spricht an, wo den Mitgliedern der Schuh drückt und was die Gartenfreunde unternehmen, um ihre Anlage weiter in Schuss zu halten.

Hecklingen. Im Moment ruht die Gartenarbeit in den meisten Parzellen des Kleingartenvereins "Goldene Aue". "Es ist fast nichts mehr zu tun", berichtete Vereinsvorsitzender Peter Knauf, dass alles erledigt ist. Und dann fällt ihm doch noch das ein oder andere ein, was gemacht werden muss. In einer Sache denken die Gartenfreunde dabei weniger an sich, als an die kleinen gefiederten Besucher ihrer Gärten, wenn der Boden frostig ist.

"Die Vögel müssen wissen wo sie was finden und wo sie hinkommen können", erklärt der Vereinschef, dass auf dem Gelände für Wald- und Wiesenvögel kleine Futterstellen angelegt wurden. Und damit Blaumeise, Kohlmeise, Sperling und Co. neben den vielen Nistkästen auch einen geeigneten Unterschlupf mit Nahrung haben, bringen die Gartenfreunde die selbst gebauten Häuschen pünktlich bevor der erste Schnee liegt gern in Ordnung.

Sorgen, Auflagen und Hoffnung

Mit den Reparaturen neigt sich die Gartenarbeit in diesem Jahr dem Ende entgegen. Auch 2010 hat der Verein kaum jungen Nachwuchs für sein Hobby gewinnen können. 114 Gartenfreunde zählt die "Goldene Aue" im Moment. "Im Durchschnitt sind unsere Mitglieder 60 Jahre alt", bedauert Knauf nicht nur, dass die nächste Generation auf sich warten lässt. Auch der Lehrstand auf der Anlage macht ihm zu schaffen. Insgesamt zählt das Grundstück 178 Gärten. "Durch den Verein müssen 17 000 Quadratmeter Brachfläche sauber gehalten werden. Weiterhin müssen 775 Meter Außenhecke geschnitten werden", fasst der Gartenfreund zusammen.

Der Aufwand nehme nicht ab, im Gegenteil. In diesem Jahr sei dem Verein von der Stadt sogar die Auflage erteilt worden, die Gosse der Kreisstraße vor der Anlage in Eigenleistung zu reinigen. Dem seien die Mitglieder nachgekommen. 250 Meter wurden beackert. "Dann verlangen wir aber auch, dass dafür gesorgt wird, dass die Gosse auf der anderen Seite der Straße genauso gereinigt wird."

Das sei nur gerecht, meint Knauf. Denn weil der Verein immer weniger Mitglieder zu verzeichnen habe, werde es auch für ihn immer schwieriger, Forderungen dieser Art von heute auf morgen zu erfüllen.

Umso mehr ist er froh, treue Helfer an seiner Seite zu haben, die sich darum kümmern, dass die technischen Voraussetzungen stimmen, um arbeiten zu können. "Der Verein muss über eine bestimmte Technik verfügen", ist Knauf froh darüber, dass die Maschinen in Eigenleistung, wenn es mal klemmt, immer wieder zum Laufen gebracht werden. Zwei Männer seien dabei federführend aktiv. "Das bedeutet für die verantwortlichen Technik-Gartenfreunde Dieter Schulze und Hartwig Hoffmann einen hohen Einsatz an Stunden", lobt Knauf ihr Engagement.

Auch insgesamt sei die Zahl der Gemeinschaftsstunden, in denen die Gartenfans ihr liebstes Reich wieder flott machen, mehr geworden. Eben auch, weil all jene, die mit anpacken, über die Jahre immer weniger geworden seien. "Durch die rücklaufende Mitgliederzahl mussten die Gemeinschaftsstunden vor zwei Jahren von sechs auf acht im Monat angehoben werden." Knauf ist dennoch zuversichtlich. Warum? "Weil viele unserer Kleingärtner zusätzlich zur eigenen Parzelle einen Zweitgarten bearbeiten, sich engagieren und fleißig mit anpacken."