Unwetter

Kornfeld brennt, Bäume stürzen

Am Sonntagnachmittag wechselte das Wetter von sengender Hitze so abrupt zu Gewitterschauern, dass die Feuerwehr vom Brandlöschen direkt zum Beseitigen von Sturmschäden ausrücken musste.

Von Franziska Richter

Güsten l Erst war es am Sonntagnachmittag die Hitze, die zur Alarmierung der Ortswehr Güsten zu zwei Einsätzen führte. Gegen 16 Uhr wurden die Kameraden zu einem Kellerbrand im Rosenthal in Güsten gerufen. „Dort war eine Heizungsanlage defekt“, berichtet der Leiter der Güstener Ortswehr und der Verbandsgemeindewehr Saale-Wipper, Gert Lehmann. Der Defekt führte wahrscheinlich zu dem Brand.

Kurz darauf, um zirka 16.30 Uhr, gab es eine Alarmierung zu einem Flächenbrand. Zwischen Schackenthal und Warmsdorf brannte ein Stück eines Kornfeldes. „Da mussten wir uns dann aufteilen“, erklärt Gert Lehmann. Weil ein Teil der Kameraden beim Kellerbrand im Einsatz war, kamen die Wehren der Verbandsgemeinde Saale-Wipper, also alle Ortswehren, sowie die Feuerwehr aus Aschersleben zu Hilfe. Den Brand des Getreides konnten die vereinten Kräfte mit viel Wasser löschen, sagt Gert Lehmann.

Nach diesen beiden Einsätzen brach gegen Abend das Gewitter über Güsten herein. Unsere Leserin Jessica Krzepek aus Güsten schickt uns dazu ein Foto aus der Walter-Munke-Straße. Dort hatte sich so viel Regenwasser gesammelt, dass die Straße komplett überschwemmt war. „Doch wie auch bei dem vielen Regen 2013 stand auch an diesem Sonntagabend die Walter-Munke-Straße unter Wasser“, schreibt Jessica Krzepek. „Anscheinend wurde die Straße so gebaut, dass das Wasser kaum eine Chance zum Ablaufen hat. Somit sammelt sich der Regen in dieser Straße und verursacht eine Überschwemmung.“ Bei den Anliegern der Straße sorge dies bei jedem starken Regenguss aufs Neue für Ärger, berichtet sie. „Die Bewohner müssen jedes Mal selbst dafür sorgen, dass ihre Häuser beziehungsweise Hauswände wieder trocken werden.“ Hier gab es keinen Einsatz der Feuerwehr. In diesem Falle könne nur gewartet werden, bis das Wasser von allein ablaufe, heißt es.

Für die Ortswehr Güsten ging der Abend dann erst richtig los. Bäume stürzen an mehreren Stellen auf die Straße, welche die Kameraden teilweise zersägen und dann beräumen mussten. Erst fiel in Osmarsleben im alten Siedlungsweg ein Baum auf ein Gebäude, dann kippte in Amesdorf am Ortseingang ebenfalls ein Baum auf ein Haus.

Am Wasserwerk und in der Anneliese-Kaiser-Straße in Güsten riss der starke Sturm ebenfalls je einen Baum aus seiner Verankerung. Auch hier mussten die Kameraden ausrücken, die Hindernisse beseitigen und die Verkehrssicherheit wiederherstellen.

Beim Schützenfest in Güsten hatten die Gäste noch einmal Glück gehabt. Der Umzug, den die Schützen geplant hatten, fiel zwar wegen der Hitze aus, aber die Besucher bekamen immerhin nicht die Äste ab, die durch die Luft gewirbelt wurden und in den Bürgerhausgarten fielen. Dies passierte erst, als die Besucher schon gegangen war, so Lehmann. Seitens der Ortswehr Güsten waren insgesamt 33 Kameraden im Einsatz.