Neundorf l Zur Ruhe auf dem Friedhof will das nicht so richtig passen, aber das Rathaus hat sich ein sportliches Ziel gesetzt, geht um die Erneuerung der Ehrenmale für die Gefallenen beider Weltkriege in Neundorf. Denn am 1. November soll alles fertig sein. Das jedenfalls verkünden Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung während der Sitzung des Ortschaftsrates. Damit würden Wünsche von Ortsbürgermeister Klaus Maaß und vieler anderer in Erfüllung gehen. Sie hatten immer wieder ihrer Hoffnung Ausdruck verliehen, zum Volkstrauertag am 19. November eine Gedenkveranstaltung auf dem sanierten Areal abhalten zu können.

Beim Blick auf den Friedhof ist allerdings kaum vorstellbar, dass dieser Termin wirklich eingehalten werden kann. Zumal man sich viel mehr Zeit nehmen wollte und auch die Vorgeschichte des Vorhabens bisher nicht rühmlich gewesen ist. Denn das Rathaus-eigene Rechnungsprüfungsamt hatte die erste Ausschreibungsrunde aus internen Gründen gestoppt und bestimmt, dass neue Angebote eingeholt werden müssen. Zuvor hatte der Stadtrat der Sanierung im November 2016 zugestimmt. Damit war die Zeitschiene, nach der ab dem Frühjahr 2017 gebaut werden sollte, nicht mehr einzuhalten. Nun also soll es losgehen. Trotzdem sind bis jetzt erst einige Steine geborgen und fein säuberlich am Rand abgelegt. Die Verwaltung berichtet den Neundorfer Ortsvertretern, dass die Steinmetz- sowie die Garten- und Landschaftsgestaltungsarbeiten vergeben sind. Die Grabsteine würden aufgearbeitet, Aufschriften erneuert und Kreuzsymbole neu angebracht werden. Anschließend würden auch die großen Findlinge gesäubert und aufgearbeitet werden. Zu den Arbeiten wird auch gehören, dass die Anlagen eine Einfassung erhalten, als ein Grabfeld und nicht jedes Einzelfeld für sich.

Die Stadt hält an dem Fertigstellungstermin trotz der Verzögerungen fest, hieß es im Ortschaftsrat. Geplant sei nämlich auch, dass Mitarbeiter des Landesverwaltungsamtes nach Neundorf kommen und eine offizielle Übergabe der neugestalteten Kriegsgräberanlagen stattfinden soll.

Steinmetzgewerk, Flächengestaltung und Grünarbeiten kosten nach Schätzungen der Stadt rund 49.000 Euro. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge stellt die Mittel zur Verfügung. Die Stadt schreibt die Arbeiten aus und bekommt ihre Ausgaben dann erstattet. Die gesamte Fläche für die Toten des Ersten Weltkrieges wird neu mit Cortenstahl, einem wetterfesten Baustahl, eingefasst. Der innere Teil mit den 14 Gräbern wird ebenfalls abgegrenzt. Hier wird Rasen gesät. Das so neu entstandene Außenband wird mit Kies aufgeschüttet. Auf der Fläche für die Toten des Zweiten Weltkrieges kommt auf eine zweifach eingefasste Anhöhe ein Grabstein. Um die Gräber gesamt wird dabei ein sogenannter Hochbeet-Liner gesetzt.