Staßfurt (dw) l Mit dem Bau einer neuen Schutzwand will die Leitung von Ciech Soda Deutschland den Lärmschutz rund um das Staßfurter Sodawerk verbessern. Die Wand soll im Herbst am Athenslebener Weg gebaut werden, rund 300.000 Euro wird diese Investition kosten. Laut Geschäftsleitung ist die Lärmschutzwand Teil eines Maßnahmenpaketes, zu dem auch Prozessoptimierungen in der Produktion und das Anpflanzen von Bäumen gehören. Mit allen diesen Schritten will die Führungsebene des Sodawerkes Lärm eindämmen.

Die Geschäftsleitung sagt, dass man damit seiner Verantwortung gegenüber den Nachbarn gerecht werde. Gleichzeitig gibt es aber auch eine Bürgerinitiative, deren Mitglieder seit über einem Jahr für mehr Ruhe kämpfen und das Gespräch mit Oberbürgermeister, Wirtschaftsförderung im Staßfurter Rathaus und Ciech Soda Deutschland gesucht haben.

Auf Volksstimme-Nachfrage erklärt das Land Sachsen-Anhalt, dass das eigene Landesverwaltungsamt in Halle für die Kontrolle über die Einhaltung der „Verordnung über Zuständigkeiten auf dem Gebiet des Immissionsschutzes“ zuständig sei. Grundlage sind dafür auch das Bundes-Immissionsschutzgesetz und weitere Regelungen. Festgelegt sei, welche Auflagen Unternehmen erfüllen müssen, wie sie kontrolliert werden und welche Genehmigungen Veränderungen in der Produktion bedürfen. Denise Vopel, Sprecherin des Landesverwaltungsamtes, sagt, dass die zuletzt für das Staßfurter Sodawerk erteilte Genehmigung gemäß des Bundes-Immisionsschutzgesetzes vom 24. Januar 2015 stammt. „Sie beinhaltet auch für die einzelnen Immissionsorte festgelegten Immissionsgrenzwerte zum Lärmschutz.“

„Der konkrete Schutzanspruch richtet sich nach den Bestimmungen der ‚Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm'", führt Denise Vopel weiter aus. Diese Anleitung enthalte ein Richtwertgefüge in Abhängigkeit von der baunutzungsrechtlichen Einstufung sowie Regelungen für solche Situationen, in denen Industrie- und Wohnnutzungen historisch gewachsen aufeinander treffen. Die Sprecherin sagt, dass Kontrollen der Lärmsituation für alle Anlagen in Zuständigkeit des Landesverwaltungsamtes sowohl anlassbezogen, als auch anhand eines eigenen Überwachungsplanes sowie nach konkreten Beschwerden erfolgen würden. Ihrer Behörde seien in der zurückliegenden Zeit keine Lärmbeschwerden aus Staßfurt bekannt geworden. Gleichzeitig, so Denise Vopel weiter, würden aber auch keine Verwaltungsvorgänge im Sinne einer eventuellen Produktionserhöhung im Sodawerk beim Landesverwaltungsamt vorliegen.

Werte

Bergmannstraße 28  Staßfurt:

tags 55 dB(A) (Dezibel) und nachts 45 dB(A)

Kumpelstieg 16 Staßfurt:         

tags 55 dB(A) und nachts 41 dB(A)

An der Löderburger Bahn 49 Staßfurt:

tags 55 dB(A) und nachts 44 dB(A)

Birkenweg 43 Staßfurt:

tags 55 dB(A) und nachts 42 dB(A)

Kumpelstieg 44 Staßfurt:

tags 55 dB(A) und nachts 45 dB(A)

Betriebsgrenze:

tags 60 dB(A) und nachts 53 dB(A)