Feuerwehr

Löschwasserkonzept an Saale und Wipper noch offen

Ausreichend Löschwasser zur Verfügung zu haben, ist eine Pflichtaufgabe. Auch für die Verbandsgemeinde Saale-Wipper. Die ist jetzt dabei, ein entsprechendes Konzept auszuarbeiten.

Von Falk Rockmann
Mit Hilfe des Informationsportals portal.wasserkarte.info können Kameraden bereits jetzt Hydranten und deren Zustand als Löschwasserquelle orten. Auf der Karte für Güsten befindet sich der überwiegende Teil im grünen Bereich, aber am Ende der Bernburger Straße (oben) und des Rosentals (rechts unten) beispielsweise sieht es nicht so gut aus mit der Versorgung (rot markierte Hydranten).
Mit Hilfe des Informationsportals portal.wasserkarte.info können Kameraden bereits jetzt Hydranten und deren Zustand als Löschwasserquelle orten. Auf der Karte für Güsten befindet sich der überwiegende Teil im grünen Bereich, aber am Ende der Bernburger Straße (oben) und des Rosentals (rechts unten) beispielsweise sieht es nicht so gut aus mit der Versorgung (rot markierte Hydranten). Repro: Rockmann

Güsten - Dass es offensichtlich auch in der Verbandsgemeinde Saale-Wipper Handlungsbedarf in Sachen Löschwasserversorgung gibt, macht Gert Lehmann mit einigen Beispielen im Brandschutzausschuss deutlich.

Drei verschiedene Versorger in Verbandsgemeinde

Der Bereichsleiter Brandschutz und Feuerwehr war vom Ausschussvorsitzenden Alexander Siersleben (Saale-Wipper-Fraktion) gebeten worden, „ein Löschwasserkonzept zu erarbeiten und um eine verbindliche Aussage, wann wir damit rechnen können.“

Lehmann informierte nun ausführlich mit einer großzügig gestalteten Präsentation – digital und in Papierform – über den Bearbeitungsstand der Löschwasserkonzeption. Grundlage ist die Brandschutzbedarfs- und Risikoanalyse von 2019.

Städte und Gemeinden sind generell per Gesetz verpflichtet, die Löschwasserversorgung für Feuerwehren sicherzustellen. Wo das über Hydranten der Trinkwasserversorgung nicht ausreiche, müssen Entnahmestellen beispielsweise aus Gewässern oder Löschwasserteichen gewährleistet werden, erklärt Gert Lehmann.

Der Löschwasserbedarf richtet sich nach Wohngebietsgrößen und gewerblichen Nutzungsarten und liegt zwischen 24 und 192 Kubikmeter pro Stunde, wie einem Arbeitsblatt des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V.) zu entnehmen ist. In ländlichen Wohnbereichen gehe man von 48 Kubikmeter aus, die mindestens zwei Stunden zur Verfügung stehen müssten, so der Verwaltungsmann, der auch die freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde leitet.

Was über den Grundschutz hinausgehe, für den die Verbandsgemeinde zuständig sei, würden erforderliche Baugenehmigungen regeln.

In der Saale-Wipper „schlagen wir uns schon mit drei verschiedenen Versorgern rum“, erwähnte Lehmann eine Schwierigkeit bei der abhängigen Löschwasserversorgung. Das beginne bereits bei der Hydranten-Überprüfung. Im Bereich des WAZV Bode-Wipper übernehme das die Feuerwehr Güsten. Aber: „In den anderen Verbandsgebieten war das nicht erwünscht von den Versorgern.“

Nachbesserungsbedarf gebe es bei Entnahmestellen für abgelegene Bauernhöfe. „In Amesdorf haben wir schon versucht, an die Wipper zu kommen“, berichtet der Wehrleiter über ein Beispiel, wo man schon aktiv geworden sei auch ohne Löschwasserkonzept. In dem Ort habe man schließlich einen Löschwasserbrunnen ertüchtigt. Durch die gute Zusammenarbeit mit der Agrargenossenschaft gelang das auf dem Betriebsgelände. In Strummendorf wurde derweil ein Löschteich befüllt. Weitere Möglichkeiten im Landwirtschaftsbetrieb Heukamp seien besichtigt worden. In Gnölbzig wurde außerdem ein Löschteich eingefriedet.

Alexander Siersleben erinnerte noch daran, dass dort im Vorfeld zwei Rehe ertrunken waren.

Das weitere Vorgehen zur Aufstellung eines Löschwasserkonzepts fasste Gert Lehmann so zusammen: Abforderung aktueller Hydrantenpläne von den Versorgern – bislang gebe es keinen Rücklauf; weitere vorhandene Ressourcen in Verbindung mit Dienstabenden in den Ortswehren überprüfen; Hydrantennetz-Daten zusammenführen.

Portal informiert Wehren über Hydrantenzustände

Sollte es bei unzureichender Kapazitäten nicht zu einer Einigung mit den Wasserversorgern kommen, müssten eigene Wasserspeicher geschaffen werden, wozu auch eine Ermittlung der Kosten einhergehe, erklärte Lehmann.

Mit aussagekräftigen Ergebnissen rechnet er für Giersleben und Ilberstedt (inklusive aller Ortsteile) noch in diesem Jahr, für Plötzkau, Alsleben und Güsten 2022.

Weil die Haushaltsmittel der Verbandsgemeinde im nächsten Jahr knapp sein werden, sollte mit der Umsetzung des Konzepts für die Jahre 2023 und 2024 gerechnet werden.

Der Wehrleiter informierte noch über eine Möglichkeit, wie sich Wehren über den Zustand von Hydranten in ihren Bereichen informieren können. Über portal.wasserkarte.info sei abzulesen, welche Hydranten als geeignet, weniger oder auch nicht geeignet zur Löschwasserversorgung dargestellt werden.