Staßfurt l Die Stadt Staßfurt plant, den Grund und Boden von fünf Kleingartenvereinen zu verkaufen. Es geht um Anlagen in Neundorf und im Raum Förderstedt.

Die Politik wird sich in den kommenden Wochen mit den Verkäufen in den nichtöffentlichen Sitzungen beschäftigen. Auf den Tagesordnungen sind sie lediglich als „Grundstücksangelegenheiten“ benannt. Das Rathaus verweist auf den Käuferschutz. Deshalb werden die entsprechenden Beschlüsse intern behandelt. Zunächst in den Ortschaften der Ortsteile, die betroffen sind, dann in den Fachausschüssen, der Stadtrat fällt schließlich die endgültige Entscheidung über den Verkauf.

Kein Ausverkauf

Oberbürgermeister Sven Wagner sagt: „Es passiert kein Ausverkauf.“ Die Entscheidung darüber, welche Grundstücke veräußert werden, sei ernsthaft abgewogen worden. Dabei hätten verschiedene Kriterien eine Rolle gespielt. „Grundlage ist das Kleingartenentwicklungskonzept, dass die Entwicklung in den einzelnen Vereinen aufzeigt, Leerstände kenntlich macht und auch Möglichkeiten eröffnet, wo Flächen einer anderen Nutzung zugeführt werden können.“ Aus städtischer Sicht gehe es bei den Verkäufen darum, neue Formen der Bewirtschaftung zu finden, da wo Vereine und auch Stadt mit der Unterhaltung überfordert seien. Allerdings unter der Maßgabe, dass eine Nutzung durch einen Dritten stimmig sei. Möglichkeiten seien die Schaffung von Bauland oder von weiterer gärtnerischer, landwirtschaftlicher sowie sonstiger ökologischer Bewirtschaftung. Voraussetzung sei auch, dass es überhaupt Interessenten gebe.

In Neundorf ist das der Fall. Kommenden Montag entscheidet der Ortschaftsrat über den Verkauf der Anlagen „Gänseanger“ und „Gute Hoffnung“. Hier gibt es nach Volksstimme-Informationen einen Interessenten, der traditionellen Obstsortenanbau betreiben und die Flächen gewerblich nutzen will.

Nutzung

Oberbürgermeister Wagner reagiert im Volksstimme-Gespräch auch auf die Gerüchte, dass möglicherweise Gärtner durch die Verkäufe zur Aufgabe gezwungen werden. In den Verkaufsverträgen sei geregelt, dass die Laubenpieper so lange ihre Parzellen betreiben dürfen, wie auch ihr Verein bestehe.

Hinter den Gartenzäunen wird das Vorhaben unterschiedlich betrachtet: Für die Vereine, deren Flächen veräußert werden, falle damit die finanzielle Belastung weg, für die leerstehenden Gärten aufkommen zu müssen. Von einigen Gärtnern ist auch die Meinung zu hören, dass sie eine naturnahe Nutzung durch Käufer wie in Neundorf begrüßen. Denn damit leiste man einen gemeinsamen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und zum Umweltschutz.