Erste Versteigerung ohne Bieter geplatzt / Historische Schneidlinger Burg soll jetzt für weniger Geld unter den Hammer kommen

Neuer Auktionstermin: Versteigerung Wasserburg geht in die zweite Runde

Von Nora Stuhr

Die Suche nach einem Käufer für die Schneidlinger Wasserburg geht in die zweite Runde. Nachdem sich bei einer ersten Auktion im März kein Bieter fand, wurde ein zweiter Versteigerungstermin festgesetzt. Das Mindestgebot fällt jetzt deutlich niedriger aus.

Schneidlingen. Lag der Verkaufswert für die Schneidlinger Wasserburg vor knapp drei Monaten noch bei 49000 Euro, wird sie jetzt mit 29000 Euro gehandelt. Das ist das Mindestgebot einer Grundstücksauktion, die für Sonnabend, den 25. Juni, 11 Uhr angesetzt ist und von der Deutschen Grundstücksauktionen AG im abba Berlin Hotel, Lietzenburger Straße 89, in der Hauptstadt durchgeführt wird. Interessenten können sich beim Auktionshaus aber auch schon im Vorfeld melden und Gebote abgeben. "Sie können per Telefon mit bieten", teilte eine Sprecherin des Unternehmens gestern mit. Dazu sei es nötig, dass im Vorfeld eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem Bieter und dem Auktionshaus getroffen werde. Zudem müsse der Kaufinteressent seine Bonität nachweisen, heißt es.

Bisher sind für die neue Kaufausschreibung keine Angebote beim beauftragen Unternehmen eingegangen. Nach Auskunft der Immobilienfirma nicht ungewöhnlich. "Viele entscheiden sich erst kurz vorher", so der Erfahrungswert des Unternehmens.

Auf einer ersten Auktion im März hatte die Schneidlinger Wasserburg keinen Bieter gefunden. Danach war die Burganlage auf einem Immobilienportal im Internet zum Verkauf angeboten worden. Ohne Erfolg. Würde sich auf dem nun angesetzten zweiten Auktionstermin wieder kein Bieter finden, käme es erneut zu einem Nachverkauf. Bliebe dieser ein weiteres Mal ohne Käufer, würde die Deutsche Grundstücksautionen AG den Auftrag zurück an den Verkäufer geben.

Das wäre der jetzige Eigentümer. Es ist ein Unternehmer aus Ungarn. Er hatte die Burganlage vor knapp drei Jahren ebenfalls über eine Versteigerung im Internet erworben.

Die Burg in Schneidlingen steht unter Denkmalschutz. Das genaue Baujahr ist unbekannt. Erste urkundliche Erwähnungen gehen aber zurück ins 14. Jahrhundert. Im Angebot wird der Zustand der vierflügeligen Anlage mit freistehendem Bergfried als "insgesamt stark sanierungsbedürftig" beschrieben. Das Gebäude ist zustandsbedingt nur in Teilen zugänglich. Die Burg verfügt über eine funktionstüchtige Turmuhr. Der Turm mit Wappenfries wurde saniert, eine neue Dacheindeckung war über Fördermittel möglich.

In Schneidlingen setzt sich ein Förderverein für den Erhalt der Burg ein, um sie vor dem weiteren Verfall zu schützen.