Sanierungsarbeiten laufen noch auf Hochtouren

Neues Schulzentrum soll am 27. August übergeben werden

Von René Kiel

Das neue Schulzentrum in Staßfurt-Nord soll pünktlich zum Schuljahresbeginn am 27. August seiner Bestimmung übergeben werden. Die ehemalige Lenin-Schule, in der bislang nur die Grundschüler aus dem Wohngebiet Nord unterrichtet wurden, wird mit der Integration der Hermann-Kasten-Sekundarschule komplettiert.

Staßfurt. "Das wird mittel- und langfristig ein sehr schönes Bildungszentrum", ist Landkreis-Dezernentin Petra Czuratis, die sich von Anfang an für diese Lösung eingesetzt hatte, überzeugt. Dadurch werden die Bildungseinrichtungen im Umfeld, wie die Pestalozzi-Sonderschule sowie die Berufsschule bereichert.

Möglich werde das Ganze nur durch das Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Allerdings reiche das Geld nicht mehr dafür aus, auch noch die Außenfassade zu erneuern, sagte die Ressortchefin.

Das ganze Gebäude ist derzeit noch eine einzige Baustelle. Die Firmen nutzen die Ferien, um den aus DDR-Zeiten stammenden Plattenbau auf Vordermann zu bringen. Besonderer Wert wird dabei auf die Verbesserung der Sicherheit und des Brandschutzes gelegt.

So erhält das Haus zum Beispiel eine sogenannte Panikverriegelung. Als einzige Grundschule der Stadt verfügt das Schulzentrum Nord über einen behindertengerechten Zugang, WCs sowie über einen Fahrstuhl, sagte der Koordinator der Hausmeisterdienste der Stadt, Rainer Fanselow, der Staßfurter Volksstimme.

Damit sich die Mädchen und Jungen in dem lichtdurchfluteten Objekt besser zurecht finden, erhält jede Etage einen anderen Farbton, mit dem nicht nur der Flur, sondern auch die Klassenräume versehen werden.

Abgerissen wurde bereits das ehemalige Schwimmbad zwischen beiden Gebäudeteilen und an dessen Stelle der Innenhof neugestaltet. Des Weiteren wurden Abdichtungsarbeiten durchgeführt, eine Sonnenschutzanlage an der Fassade der Südseite installiert und die Trinkwasserleitung erneuert.

Die Handwerker haben dort noch alle Hände voll zu tun, damit die laufenden Arbeiten bis zum Anfang des neuen Schuljahres am 27. August abgeschlossen werden können. Zurzeit sieht es nicht danach aus, dass sie das enorme Arbeitspensum in den wenigen Tagen schaffen könnten, zumal dann ja auch noch die Reinigung des Objektes erfolgen muss. Doch Landkreis-Dezernentin Petra Czuratis ist optimistisch, dass alles planmäßig läuft.

Auch Staßfurts Oberbürgermeister René Zok (parteilos) äußerte sich bei seinem Baustellenbesuch, mit dem er sich einen Überblick über den Stand der Bauarbeiten im Grundschul-Bereich verschaffte, zuversichtlich, dass die vorgegebenen Termine eingehalten werden. Das hatte ihm der Chef-Hausmeister der Stadt Rainer Fanselow versprochen.

"Ich finde das gemeinsame Lernen von der ersten bis zur zehnten Klasse unter einem Dach ist eine sinnvolle Geschichte"

Zok sprach von einem Modellprojekt, das der Landkreis und die Stadt an diesem Standort gemeinsam umsetzen. "Ich finde das gemeinsame Lernen von der ersten bis zur zehnten Klasse unter einem Dach ist eine sinnvolle Geschichte", sagte das Stadt-oberhaupt.

Zoks Worten zufolge lasse es die Raumaufteilung zu, flexibel auf die Wünsche der beiden Schulen zu reagieren. Der Rathauschef ist auch froh darüber, dass es gelungen sei, diesen Schulsstandort behindertengerecht zu gestalten und die Sicherheit und den Brandschutz weiter zu verbessern. Die Erneuerung der elektrischen Anlage und die Verlegung der vielen Elektrokabel sei ziemlich aufwändig gewesen.

Auf die künftige Verwendung der ehemaligen Hermann-Kasten-Schule in der Staßfurter Michaelisstraße angesprochen, die dem Landkreis gehört, sagte Czuratis: "Wir sind dabei, ein Nachnutzungskonzept zu entwickeln." Dafür gebe es mehrere Interessenten. Namen wollte die Dezernentin jedoch noch nicht nennen. Sie verwies darauf, dass man einige Räume der alten Hermann-Kasten-Schule gern als Ausweichquartier nutzen wolle für den Fall, dass im kommenden Jahr die Sanierung der Sekundarschule Am Tierpark in Angriff genommen werden könne.